Schon wieder: Gastronomisches Beben im Lustenauer Zentrum

Ein Lokal im Lustenauer Dorfzentrum ist bereits Geschichte. Bei einem zweiten spricht der Pächter offen vom möglichen Ende.
Lustenau Rollladen zu. Das sieht man derzeit aufgrund der tropischen Hitze an vielen Hausfassaden. Beim Lokal “Franz-Josef”, dem früheren Austria-Café im Dorfzentrum von Lustenau, werden diese jedoch nicht mehr hochgezogen. Der Betrieb, den Betreiber Christoph Piringer (49) erst vor zwei Jahren eröffnete, macht die Schotten für immer dicht. Die Gründe dafür sind mehrschichtig: permanente Spannungen mit der Hausbesitzerin des Traditionsgebäudes Kaiser-Franz-Josef-Straße 1 einerseits, neue gastronomische Zielsetzungen des Gastwirtes andererseits.
Vorkoster ohne Kaiser-Franz-Josef
Piringer, der vor knapp zwei Wochen nach Schließung des alten “Vorkoster” sein neues Lokal selben Namens in der Maria-Theresienstraße eröffnete, wird im “Franz-Josef” die Einrichtung samt gastronomischer Anlagen einstweilen dort lassen. “Sollte der Nachfolger diese wollen, kann er alles übernehmen. Jetzt alles räumen, wenn ein künftiger Pächter genau das braucht, würde doch keinen Sinn machen.” Ursprünglich hatte Piringer geplant, sein Vorkoster-Konzept vom alten Standort im ersten Haus am Lustenauer Dorfplatz zu entfalten. “Aber die Umstände wollten es anders.”

Bald neuer Pächter?
Lange leer stehen dürfte das Haus nicht. Die Gemeinde als Pächter hat schon einen neuen Gastro-Unternehmer an der Angel. Wer das ist, wollte Bürgermeister Patrick Wiedl (41) nicht sagen. “Nur so viel: Es wird jemand sein, der sich mit italienischen und spanischen Weinen auskennt und kulinarisch Dazupassendes anbieten wird.” Wiedl hofft, den neuen Pächter bereits “irgendwann im Herbst” als Gastwirt im Dorfzentrum begrüßen zu können. Interessiert am Standort war lange Zeit auch ein iranischer Feinkosthändler. Das Pendel dürfte nun aber doch wieder in Richtung Gastronomie schlagen.

Gleiche und Gleichere?
Für viele Außenstehende überraschend kommt das drohende Ende vom “Lausbuöb”. Auch dieses Lokal war erst vor gut zwei Jahren in Betrieb genommen worden. Auch beim “Lausbuöb” sind es offensichtlich bestimmte Begleitumstände, die Pächter Sandro Wölfl (29) zur Aufgabe veranlassen. “Es stimmt. Wenn nichts Außergewöhnliches passiert, mache ich Ende Jahr hier den Laden dicht.” Über die genauen Gründe will sich Wölfl nicht im Detail einlassen. Nur so viel: “Ich fühle mich am Standort gegenüber anderen benachteiligt. Das nehme ich schon längere Zeit so wahr.” Dass daran aus seiner Sicht die Gemeinde und der vis-a-vis agierende Branchenkollege damit zu tun hat, dementiert der junge Gastronom nicht.
Bürgermeister Wiedl hält sich zum Thema “Lausbuöb” noch bedeckt, glaubt aber an die Zukunft des Standorts. “Es gab schon früher mehrere Interessenten. Es wird sich etwas ergeben.” Viel wichtiger nimmt der Gemeindechef derzeit seinen intensiven Dialog mit der Behörde für eine Verlängerung der Sperrstunde in der Freiluft-Gastronomie. “Ich hoffe, das klappt noch diesen Sommer.”