Erleichterung über das Hitzeende ist deshalb auch von Sorge begleitet

Pralle Sonne weicht drückender Schwüle. Erst am Mittwoch gibt’s den Temperatursturz.
Schwarzach Auch Wetterfrösche können irren. Eine Fortsetzung der Glutofenhitze war für Sonntag bis am Nachmittag von den Wetterfröschen angesagt. Stattdessen zeigte sich der Himmel schon in der ersten Tageshälfte bedeckt. Zum Abbruch der langen Serie von Hitzetagen reichte es allerdings noch nicht. “Wir verzeichnen seit dem 17. Juni Tage mit Temperaturen über 30 Grad. Dazu zählt trotz Eintrübung auch der Sonntag. Und auch der Montag wird trotz zu erwartender Gewitter schwül. Vorübergehend zu Ende ist die Temperaturrekordjagd”, prophezeit Meteorologe Simon Hölzl von der GeoSphere Austria.
Die Rekorde. Dazu zählen etwa die 37,3 Grad als Junirekord. Gemessen in Bludenz. Dazu zählt etwa auch die Wassertemperatur des Bodensees am Samstag mit gemessen 27,1 Grad in Bregenz.

Unwettergefahr
Zur Erleichterung über das allmähliche Ende der unerträglichen Hitze gesellt sich jedoch auch Sorge. “Die atmosphärische Energie ist aufgrund der Hitze sehr groß. Die Luft ist aufgeladen, die Gewitterzellen sind kräftig, verlagern sich langsam. Sie werden sich entladen, was starke Gewitter, Sturmböen, Starkregen und Hagel nach sich ziehen kann”, erklärt Experte Hölzl. Die Heftigkeit all dieser Phänomene könne regional sehr unterschiedlich sein.
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Laut Hölzl liegt auch der Dienstag noch in einer Gemengenlage zwischen Schwüle mit hoher Luftfeuchtigkeit, Gewittergefahr und der Möglichkeit von Starkregen.
Es ist genau das, was sich etwa Hausbesitzer, Landwirte und Versicherungen nicht wünschen.
Sehnsüchtiges Warten auf Abkühlung
Den echten Temperatursturz mit einer echten Abkühlung gibt es am Mittwoch. Dann münden potenziell besorgniserregende Folgen der Hitzewelle in eine konstantere Phase mit “normalem” Regen und einem Absinken der Quecksilbersäule um einige Grad. Nur noch um die 24 Grad soll es am Mittwoch haben. Die Strömung dreht dann endgültig auf Nordwest. “Die zweite Wochenhälfte bringt variables Wetter mit Maximaltemperaturen von nurmehr 28 Grad”, kündigt Simon Hölzl an.

Hochsommer kommt wieder
Das Ende von Hitze und Trockenheit freut auch Verantwortliche in den Kommunen. In der Seegemeinde Fußach hört man Bürgermeister Thomas Fitz (56) laut aufatmen. “Wie an anderen Orten am Bodensee ist auch bei uns der Bootszugang zum See und von dort in den Hafen ein kritischer Aspekt. Noch ist die Fahrrinne tief genug, dass alle Schiffe bei uns am Hafen bei der Werft anlegen können. Doch sie mussten mittlerweile schon darauf achten, dass sie exakt in der Mitte navigieren. Mit dem zu erwartenden Regen entspannt sich diese Situation. Und natürlich tut der Niederschlag auch dem Grundwasserspiegel gut.”

Auf das Ende der Hitzewelle freut man sich auch beim Roten Kreuz. “Wir hatten die ganze letzte Woche ein hohes Aufkommen von Einsätzen. Unseren Mitarbeitern tut es gut, wenn es diesbezüglich nun etwas Entspannung gibt”, sagt Janine Gozzi (43), Geschäftsführerin des Roten Kreuz in Vorarlberg.
Möglicherweise hat die kühlere Wetterphase jedoch eine kürzere Lebensdauer als die vorangegangene Hitzewelle. “In der übernächsten Woche deutet vieles wieder auf eine Rückkehr des Hochsommers”, wirkt des Meteorologen Prognose fast bedrohlich.