Öffi-Tickets zu teuer für Wandertag – Schüler zahlen beim neuen Tarifsystem drauf

VN / 07.07.2026 • 17:08 Uhr
Öffi-Tickets zu teuer für Wandertag – Schüler zahlen beim neuen Tarifsystem drauf
Schüler der HLW Rankweil gemeinsam mit italienischen Austauschschülern, die in Vorarlberg von den höheren Ticketkosten betroffen waren. HLW Rankweil

Lehrer kritisieren die hohen Kosten, die Eltern belasten. So reagiert der Vorarlberger Verkehrsverbund.

Lauterach, Rankweil Schüler sind vom neuen Tarifsystem des Vorarlberger Verkehrsverbundes (VVV) negativ betroffen. Einerseits fallen für Vorarlberger Kinder nun so manche Schulausflüge teurer aus. Andererseits können Erasmus-Schüler seit der Einführung Anfang Juni keine Wochentickets mehr kaufen.

Öffi-Tickets für Schulausflüge zu teuer

Die vier 4. Klassen der Volksschule Lauterach Dorf wollten vor Kurzem für einen Wandertag mit dem Zug von Lauterach nach Götzis fahren. “Das Maximo-Kinderticket kostete hin und retour 9,20 Euro”, erzählt die Lehrerin Claudia Deiring (41). Vor der Tarifänderung belief sich der Preis auf 4,20 Euro. Damit wurde die Fahrt mehr als doppelt so teuer.

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Laut Lehrerin Claudia Deiring versperren die neuen Tickettarife den Kindern die Erfahrung von außerschulischen Lern- und Lebenswelten.Matthias Rauch

“Wir als Lehrkraft haben statt für das 18,40 Euro teure Maximo-24-Stunden-Ticket 12,90 Euro bezahlt. Trotz der Vergünstigung mussten wir für vergleichbare Strecken noch nie so viel bezahlen”, führt die Lauteracherin aus. Für 75 Schüler im Alter von neun und zehn Jahren sowie acht Lehrkräfte beliefen sich die Kosten auf 793,20 Euro.

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Als Lehrerin bekam Claudia Deiring ein vergünstigtes Ticket, aber sie musste für vergleichbare Strecken trotzdem noch nie so viel bezahlen. privat

“Wie soll da noch eine Exkursion stattfinden, wenn jedes Kind nur für die Fahrt beinahe zehn Euro zahlen muss?”, fragt Deiring. Denn für Eltern stelle dies eine zusätzliche finanzielle Belastung dar, die sich nicht alle ohne Weiteres leisten können – vor allem, wenn man mehrere Kinder hat und sich die Kosten summieren. “Bei solchen Preisen habe ich den Eltern gegenüber ein schlechtes Gewissen, Ausflüge zu organisieren.”

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Durch eine Kooperation zwischen dem VVV und dem Land Vorarlberg ist es Vorarlberger Schulklassen mit den Schulkultur- und Schulsporttickets möglich, bei bestimmten Ausflügen kostenlos mit den Öffis zu fahren. Für Wandertage können die Tickets jedoch nicht genutzt werden.

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Für zum Beispiel Schulsportwettkämpfe und den Schwimmunterricht können Zug und Bus auch für eintägige Schulveranstaltungen kostenlos genutzt werden. Wandertage sind von diesem Angebot allerdings ausgeschlossen.vmh

Neben diesen Freifahrten betont der VVV, dass heuer bereits zum vierten Mal die Gültigkeit der Schüler-Tickets kostenlos verlängert wurde, sodass sie auch in der Sommerferienzeit genutzt werden können.

Fehlende Wochentickets

In der Höheren Lehranstalt für wirtschaftliche Berufe (HLW) Rankweil gibt es regelmäßig Austauschprogramme für Schüler. Nachdem etwa im März Vorarlberger Jugendliche in Italien waren, fand Mitte Juni ein Gegenbesuch in Vorarlberg statt.

“Im April haben wir für Schüler noch Wochentickets um 54,10 Euro gekauft. Auf einmal musste ich schockiert feststellen, dass diese nicht mehr angeboten werden”, schildert Lehrerin und Erasmuskoordinatorin Theresa Loacker (32). Stattdessen mussten für die italienische Schülergruppe im Juni pro Person sieben Einzeltickets gekauft werden.

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Vor der Tarifumstellung beliefen sich die Kosten des Wochentickets der Austauschschüler auf 54,10 Euro. privat

“Man fällt unglaublich schnell in die Maximo-Zone. Bei sieben 24-Stunden-Tickets kommt man auf 128,80 Euro pro Person.” Das ist deutlich mehr als das Doppelte des bisherigen Preises – genauer gesagt entspricht das einer Verteuerung um 138 Prozent. “Das ist schon fast wie ein Maximo-Monatsticket, das 140 Euro kostet.”

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Theresa Loacker (li.) gemeinsam mit einer Kollegin aus der HLW Rankweil und zwei finnischen Lehrerinnen, mit denen schon dreimal ein Austausch im Rahmen des Erasmus+ Schulbildungsprojekts durchgeführt wurde. HLW Rankweil

Der VVV betont die Einfachheit und “ein für Fahrgäste übersichtliches Ticketangebot”. Zuletzt habe der Anteil der Wochenkarten insgesamt nur mehr ein Prozent betragen. Außerdem seien 2025 auf der Strecke Lauterach – Götzis lediglich rund 200 Einzel- und Tagestickets verkauft worden.

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Außerdem ist der VVV überzeugt, für unterschiedlichste Mobilitätsbedürfnisse eine passende Lösung zu haben. Bei Problemen appelliert er an die Schulen, sich zu melden, damit eine Lösung gefunden werden kann. Deiring und Loacker hatten sich beim VVV gemeldet. Erstere bekam etwas Verständnis und Zweitere eine ausführliche, aber offenbar standardisierte Antwort zurück. Von einer fallbezogenen Lösung mit finanzieller Entlastung war bei beiden keine Rede.

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Theresa Loacker hat eine offenbar ziemlich standardisierte Antwort erhalten. privat

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