„Ein Juwel im Bregenzerwald“: Michael Hämmerle hat sich einen Traum erfüllt

VN / 10.07.2026 • 14:01 Uhr
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Michael Hämmerle ist seit dieser Saison neuer Pächter der Bergkristallhütte. Bilder: VN/JUN

VN-Hüttenserie (1/5): Zehn Jahre lang war Michael Hämmerle mit seinem Smoker auf Events unterwegs. Heute führt er die Bergkristallhütte.

Au Die Bergkristallhütte im Bregenzerwald ist leicht erreichbar. Ein offizieller Parkplatz steht Wanderern beim Gemeindeamt in Au zur Verfügung. Kurz nach dem Campingplatz wandert man schattig durch einen Bergwald. Der Forstweg geht später in einen Wanderweg über. Die Steigung bleibt überwiegend moderat, schwierig wird es nie. Wo der Hang steiler abfällt, ist ein Holzgeländer montiert, weiter oben ein Stahlseil. Begleitet von Vogelgezwitscher und dem Rauschen eines Baches wandert man rund 400 Höhenmeter bis zur Bergkristallhütte. Auf dem Weg dorthin kommt man am Bodenvorsäß mit der Kapelle St. Michael vorbei, wo noch gesennt wird. Die 130 Kühe ziehen im Laufe des Sommers jedoch weiter hinauf in das Hochtal zur Annalpe. Auf der Bergkristallhütte begrüßt der neue Pächter Michael Hämmerle Wanderer und Biker. Bis zur Hütte kann man auf einer ausgewiesenen Strecke mit dem (E-)Bike fahren.

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Los geht es über einen Forstweg.
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Der Weg ist technisch nicht schwer.
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Es geht schattig durch den Wald.

Michael Hämmerle hat die Hütte von Andrea Schaller übernommen. Der Gastronom hat bereits ein Jahr lang die Hochälpelehütte geführt. Da diese derzeit saniert wird, hat sich Hämmerle anderweitig umgesehen und wurde bei diesem „Juwel im Bregenzerwald“ fündig. Bevor er sich dem Hüttenleben verschrieben hat, war der gelernte Maschinenbauer zehn Jahre lang mit seinem Smoker auf Events unterwegs. „Ich bin ein totaler Quereinsteiger“, sagt Hämmerle. „Ich wollte nicht mehr tagein, tagaus dieselbe Arbeit machen“

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Die Bergkristallhütte ist gut ausgeschildert.
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Die Stelle ist gut mit einem Stahlseil versichert.
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Von Au geht es flach bis zum Campingplatz (rechts).

Jetzt kann sich der 53-Jährige vorstellen, bis zu seiner Pension auf der Bergkristallhütte zu bleiben. Wie die Hütte zu ihrem Namen kam, erklärt Hämmerle damit, dass der frühere Besitzer Friedl in der Gegend Bergkristalle gefunden und diese an Touristen verkauft habe.

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Die Bergkristallhütte ist ab diesem Schild nicht mehr weit.
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Für Radfahrer ist der Weg ebenfalls ausgeschildert.
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Die Kapelle St. Michael.

Seit 52 Jahren ist das ehemalige Alpgebäude bewirtschaftet und verfügt über 21 Schlafplätze. Sie ist ein beliebtes Ziel für Tagesgäste und Ausgangspunkt für anspruchsvolle Wanderungen auf den Annalper Stecken, das Gräshorn oder den Zitterklapfen. Im Winter gibt es ab der Hütte eine 5,5 Kilometer lange Rodelbahn ins Tal.

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Einige Touren ab der Bergkristallhütte sind durchaus anspruchsvoll. Von hier aus kann man auch weiter zur Biberacher Hütte wandern.
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Die Schotterstraße ist mit einem Auto befahrbar. Wer hochfahren möchte, muss jedoch eine Mautgebühr zahlen.
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Bei der Bergkristallhütte angekommen: Diese war früher ein Alpgebäude.

Ein „Lotto-Sechser“

Für Hämmerle sei es ein „Lotto-Sechser“, dass er die Hütte pachten dürfe. Seine Trauzeugin habe ihn als neuen Pächter empfohlen. So habe er den Zuschlag erhalten. Was ihm aber bereits aufgefallen sei: Es gebe mehrere Hütten und Hotels mit dem Namen Bergkristall in Österreich, weshalb er öfter falsche Anrufe von Gästen bekomme, die eigentlich eine andere Unterkunft meinten.

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Die Terrasse ist mit Schirmen gut beschattet. Der Blick in die Berge bleibt den Gästen nicht verwehrt.
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Die Stube ist mit dem Ofen sehr gemütlich.
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Michael Hämmerle hat sich mit der Bergkristallhütte seinen Traum verwirklicht.

94 Punkte erreichte die Bergkristallhütte bei Falstaff. Hämmerle empfiehlt vor allem die handgemachten Kaspressknödel mit Bregenzerwälder Käse. „Die Leute kommen extra deswegen hierher“, sagt er. Auch seine Suppenauswahl sei größer als auf anderen Hütten. „Ich koche alles selbst.“ Eine Mitarbeiterin unterstützt ihn tatkräftig, ebenso arbeiten seit Juli drei Teilzeitkräfte auf der Hütte.

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Bereits vor Mittag kommen die ersten Gäste an.
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Bestellungen aufnehmen und selbst kochen: Hüttenwirt Michael Hämmerle macht vieles selbst.
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Die Stube ist mit kleinen Details nett dekoriert.

Die Hütte hat von Mai bis Ende Oktober geöffnet, im Winter von Dezember bis März. Unter der Woche ist die Hütte bis 16 Uhr geöffnet. Doch: „Wenn man um 20 Uhr noch kommt, kriegt man auch noch was.“ Von Donnerstag bis Sonntag wohnt Hämmerle oben. Da eine Schotterstraße hinaufführt, kann er selbst mit dem Auto ins Tal fahren. Gegen eine Mautgebühr ist die Auffahrt auch für Gäste möglich.

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Hier kann man unter anderem Kaspressknödel, Suppen und Kuchen essen.
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Die Hütte hat sommers wie winters geöffnet.
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Beim Abstieg nehme ich noch kurz den Aussichtspunkt mit.

Hämmerle schätzt die Lage und die Ausstattung sehr. „Es ist eine extrem komfortable Hütte.“ Hier oben findet er seine Ruhe. Das Hüttenleben habe ihn schon immer begeistert. Früher kehrte er gerne bei Hütten ein, woraus der Wunsch entstand, selbst eine zu führen. „Es ist ein Traum“, schwärmt er.

Bergkristallhütte

Pächter: Michael Hämmerle
Ausgangspunkt: Parkplatz beim Gemeindeamt in Au
Aufstieg: 450 Höhenmeter
Länge: 11 Kilometer
Besonderheiten: als Biketour möglich, gegen Mautgebühr auch mit Auto erreichbar
Öffnungszeiten: Montag, Dienstag: Ruhetag. Mittwoch bis Freitag, sowie Sonntag: 10 bis 16 Uhr, Samstag bis 17 Uhr.

Weitere Infos: https://bergkristallhuette.com/ , https://www.au-schoppernau.at/aktivitaet/au-schoppernau-bergkristallhuette/

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Beim Aussichtspunkt angekommen: Blick auf den Diedamskopf und Hirschberg.
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Links von mir die Kanisfluh.
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Die Kapelle kann man übrigens auch von innen besichtigen.
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Auch innen ist es gemütlich.
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