Es ist fix: So heißt bald der Hermann-Gmeiner-Saal, das passiert mit Gmeiners Büste

VN / 14.07.2026 • 09:53 Uhr
Es ist fix: So heißt bald der Hermann-Gmeiner-Saal, das passiert mit Gmeiners Büste
Die Büste Gmeiners wird aus dem öffentlichen Raum entfernt, nur der Sockel bleibt. MSO

Alberschwende entschied, wie künftig mit den Spuren Hermann Gmeiners umgegangen wird.

Alberschwende Nun ist es entschieden: Die Büste Hermann Gmeiners in Alberschwende wird entfernt. Der von Herbert Meusburger gestaltete Sockel bleibt jedoch bestehen. Das Kunstwerk mit dem Titel “Trennen und Verbinden” soll weiterhin am bisherigen Standort erhalten bleiben. Ebenfalls abgebaut wird die Audiostation mit dem Kinderdorf-Lied der Volksschule Fischbach. Das entschied am Montagabend die Gemeindevertretung.

Es ist fix: So heißt bald der Hermann-Gmeiner-Saal, das passiert mit Gmeiners Büste
Mit diesem Namen hat es bald ein Ende, in Zukunft geht es hier zum Dorfsaal.

Einen neuen Namen erhält auch der bisherige Hermann-Gmeiner-Saal. Nach Vorschlägen von Bürgern standen zuletzt “Dorfsaal”, “Leandosaal” und “Gemeindesaal” zur Auswahl. In einer Stichabstimmung setzte sich “Dorfsaal” mit 12 zu 7 Stimmen gegen “Leandosaal” durch und wurde anschließend einstimmig beschlossen.

Arbeitsgruppe mit BM Klaus Sohm, Marcus Winder, Connie VeFeurstein, Anton Bereuter (verhindert: Verena Bereuter, Sarah Feuerstein, Mathias Gmeiner)
Die Arbeitsgruppe mit Bürgermeister Klaus Sohm, Marcus Winder, Connie Feurstein, Anton Bereuter (verhindert: Verena Bereuter, Sarah Feuerstein, Mathias Gmeiner) Merbod Sohm

Bürgermeister Klaus Sohm dankte der Arbeitsgruppe, die sich intensiv mit der Thematik befasst hatte. Deren Sprecherin Connie Feurstein erklärte die Aufgabe für abgeschlossen und kündigte zugleich eine neue Arbeitsgruppe zum Thema Kinderschutz an. Interessierte aus Bevölkerung und Gemeindevertretung können daran mitwirken.

Es ist fix: So heißt bald der Hermann-Gmeiner-Saal, das passiert mit Gmeiners Büste
Die Audiobox mit Lied über das Kinderdorf soll umfunktioniert werden.

Mit den einstimmigen Beschlüssen hat die Gemeinde ihre Linie im Umgang mit dem Erbe Hermann Gmeiners festgelegt und ist damit auf das Stimmungsbild bei der letzten Veranstaltung eingegangen.

Mit Spannung war die Sitzung der Gemeindevertretung am Montagabend erwartet worden. Rund 15 Zuhörerinnen und Zuhörer verfolgten die Beratungen im noch nach Hermann Gmeiner benannten Saal – viele von ihnen wegen jenes Tagesordnungspunktes, der die Gemeinde seit Monaten beschäftigt.

Gesprächsrunde vom letzten Mittwoch: Markus Barnay, Anton Schreiber, Michael Kasper und Stefan Amann
Gesprächsrunde vom letzten Mittwoch: Markus Barnay, Anton Schreiber, Michael Kasper und Stefan Amann.

Bürgermeister Klaus Sohm präsentierte jene Beschlussvorlagen, die den künftigen Umgang mit den Spuren Hermann Gmeiners regeln sollen. Hintergrund sind die schwerwiegenden Vorwürfe gegen den Gründer der SOS-Kinderdörfer, der in Alberschwende aufgewachsen ist und hier über Jahrzehnte in vielfältiger Weise geehrt wurde.

BM Klaus Sohm konnte seine Gemeindevertretung zu einstimmige Beschlüssen bewegen
BM Klaus Sohm konnte seine Gemeindevertretung zu einstimmigen Beschlüssen bewegen.

Nach einer Diskussion über die Formulierung fasste die Gemeindevertretung einstimmig einen Grundsatzbeschluss: Die Spuren Hermann Gmeiners werden aus dem öffentlichen Raum entfernt und in einen musealen Zusammenhang überführt. Damit folgt die Gemeinde den Empfehlungen externer Fachleute.

Gemeindevertreter Lukas Rinnhofer betonte, es müsse deutlich werden, dass das Thema damit nicht erledigt sei. Bürgermeister Sohm erklärte, ein konkretes Konzept für die weitere Aufarbeitung liege noch nicht vor. Dieses werde, so sei es angedacht, später gemeinsam mit der Kulturmeile als Museumsträger entwickelt. Auch eine spätere Einbindung in das Vorarlberger Landesmuseum sei denkbar. MSO

großes Interesse seitens der Bevölkerung am Thema
Großes Interesse seitens der Bevölkerung am Thema.