Wohnbau-Mix zum Standard gemacht

Morscher-Bauprojekte und Wohnbauselbsthilfe luden zur Firstfeier nach Hittisau.
Hittisau “Die richtige Größe für das kleine Häuschen …”, scherzte Architekt Hermann Kaufmann, als die Zimmerleute doch einige Mühe hatten, den stattlichen Firstbaum in luftige Höhe zu hieven. In bewährter Partnerschaft errichteten Morscher-Bauprojekte und die Wohnbauselbsthilfe in Hittisau eine Wohnanlage mit 18 Einheiten (zehn in Miete, acht im Eigentum) in zwei Baukörpern, die durch eine Tiefgarage mit 18 Abstellplätzen und großem Fahrradraum verbunden sind.
Hier werden offene Türen eingerannt
Ein wichtiges Projekt im ländlichen Raum und ein starkes Signal gegen Landflucht, denn hier entstehen maßgeschneiderte Wohnungen, die auch stetigen Forderungen aus der Politik entsprechen: “Wenn immer wieder gefordert wird, dass der Wohnbau auch auf Gemeinnützigkeit Rücksicht nehmen soll, dann rennt man bei uns offene Türen ein”, betonte Günter Morscher und verwies auf die vielen Anlagen im Bregenzerwald, die in der Regel in Zusammenarbeit mit der Wohnbauselbsthilfe realisiert wurden.

Und das nicht erst gestern – “wir haben damit schon vor 20 Jahren begonnen, als das noch kein Thema war”, erinnert der Mellauer Unternehmer. “Damals mussten wir noch viel Überzeugungsarbeit leisten, doch als das Pilotprojekt in Krumbach stand und 2009 bezogen wurde, ging es von Jahr zu Jahr und von Gemeinde zu Gemeinde einfacher. Heute stehen in Krumbach, Sulzberg, Sulzberg-Thal, Doren, Hittisau, Mellau und Schnepfau Anlagen mit insgesamt 218 Einheiten und einem Mix von Eigentum, Miete und Mietkauf. Die jeweilige Aufteilung wird in Abstimmung mit den Gemeinden auf den örtlichen Bedarf zugeschnitten.”
66 Wohnungen in der Pipeline
Dass dieses Modell im Bregenzerwald ankommt, beweisen mehrere Vorhaben, die konkret auf Schiene sind: “In Sulzberg, Riefensberg, Doren und Schwarzenberg sind Vorhaben mit insgesamt 66 Wohnungen im Entwurfsstadium. Für die Grundstücke gibt es Optionen und Widmungszusagen – wir arbeiten intensiv daran, um nach Fertigstellung der Hittisauer Anlage im September 2027 mit Folgeaufträgen starten zu können”, ergänzt Thomas Schöpf, Geschäftsführer der Wohnbauselbsthilfe.

Höchste Standards und Qualität
Morscher und Schöpf legen Wert darauf, dass es keine Unterschiede zwischen Eigentum und Miete gibt. “Auch das Projekt in Hittisau hat KlimaAktiv-Gold-Zertifizierung. Dazu gehört selbstverständlich eine Warmwasseraufbereitung, die auf Ringgrabenkollektoren basiert. Dabei wird Wärme nicht über Tiefensonden, sondern über oberflächennahe Installationen gewonnen.
Geniales Strommanagement
Besonders stolz ist Morscher auf die Lösung mit der Stromversorgung über eine Photovoltaik-Anlage. “Gemeinsam mit den VKW haben wir ein Modell entwickelt, das die komplizierte Handhabung mit Einspeisung von Überstrom und im Gegenzug den Strombezug von den VKW vermeidet: Das heißt, der gesamte Strom aus der PV-Anlage mit einer Leistung von 33 kWp fließt ins VKW-Netz. Statt komplizierter Abrechnung oder zusätzlicher Installationen beziehen die Bewohner ganz normal Strom von den VKW, die dafür einen Rabatt gewähren – nur noch ein Abzugsposten auf der individuellen Stromrechnung.”
Regionale Wertschöpfung
Bei den Projekten von Morscher/WSH wird auch konsequent darauf geachtet, dass die Wertschöpfung möglichst in der Region bleibt: “Hier in Hittisau haben zehn Firmen im Vorderwald 48 Prozent des Auftragsvolumens lukriert, zwölf weitere im restlichen Bregenzerwald erledigen 30 Prozent. Die verbleibenden 22 Prozent des Auftragsvolumens gingen an Firmen im restlichen Vorarlberg.” STP





