Das Wasser wird knapp: Trockenheit bringt Gemeinden in Bedrängnis

Möggers kämpft mit nahezu erschöpften Reserven. Sulz muss Trinkwasser zukaufen. Auch Lochau ist betroffen.
Möggers, Sulz, Lochau Es ist einfach zu trocken. Immer mehr Gemeinden rufen daher zum Wassersparen auf. Auch in Möggers wird das Wasser mittlerweile knapp. „Aufgrund der anhaltenden Trockenheit sind unsere Wasserreserven mittlerweile nahezu erschöpft. Die Situation ist ernst und wir müssen deshalb gemeinsam dafür sorgen, dass unser vorhandenes Wasser für die wirklich wichtigen Dinge ausreicht. Wir bitten euch daher dringend, ab sofort auf jeden vermeidbaren Wasserverbrauch zu verzichten“, appelliert die Gemeinde an die Bevölkerung.


Pools sollten daher nicht befüllt, Gärten, der Fußballplatz und die Motocross-Strecke nicht bewässert und Autos nicht gewaschen werden. „Wir versuchen mit diesen Maßnahmen, die nächsten Tage zu überbrücken“, sagt Vizebürgermeister Walter Heine auf Anfrage. Die gemeindeeigene Quelle liefert derzeit weniger Wasser als benötigt. Noch seien aber Reserven vorhanden. Auch die Löschwasserversorgung sei nicht in Gefahr. „Wir haben auch einen Notverbund mit Hohenweiler. Wenn wir zu wenig Wasser haben, können wir von dort welches beziehen“, erläutert Heine.
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Ähnlich angespannt ist die Lage in Sulz. Da das Wasser aus der gemeindeeigenen Quelle nicht mehr ausreicht, muss derzeit zusätzlich Trinkwasser aus Rankweil zugekauft werden. „Jeder eingesparte Liter zählt und trägt dazu bei, unsere Trinkwasserversorgung zu entlasten“, heißt es aus dem Gemeindeamt. In Lochau macht sich der Wassermangel ebenfalls bereits bemerkbar. Die Quelle der Kneippanlage ist versiegt. „Die Anlage kann daher bis auf Weiteres nicht betrieben werden und bleibt vorübergehend außer Betrieb“, teilt die Gemeinde mit und bittet um Verständnis.

Laut der Abteilung Wasserwirtschaft des Landes ist die öffentliche Trinkwasserversorgung in Vorarlberg derzeit flächendeckend gewährleistet. In einzelnen Gemeinden sei die Lage wegen rückläufiger Quellschüttungen aber angespannt. Sparmaßnahmen und bestehende Notverbünde könnten lokale Engpässe derzeit aber noch ausgleichen, heißt es. Ein Blick auf die Pegel zeigt das Ausmaß der Trockenheit: An einigen Messstationen wurden die niedrigsten jemals in einem Sommermonat registrierten Abflüsse gemessen. Der Bodensee befindet sich seit Anfang Juli auf einem historischen Tiefstand. Auch sämtliche Grundwasserpegel liegen unter dem langjährigen Durchschnitt, an einzelnen Messstellen wurden neue Tiefststände seit Beginn der Aufzeichnungen verzeichnet, berichtet das Land.
Da keine ergiebigen flächendeckenden Niederschläge in Sicht sind, rechnen die Experten mit einem weiteren Rückgang der Wasserstände. Bei anhaltender Trockenheit könnte sich die Versorgungslage vor allem in Gemeinden mit stark nachlassenden Quellschüttungen und gleichzeitig hohem Wasserverbrauch weiter verschärfen, unterstreicht das Land.