Neue Tiefststände beim Grundwasser

Trotz jüngster Regenfälle bleiben alle Grundwasserpegel unter dem langjährigen Mittelwert.
SCHWARZACH Hohe Temperaturen und die anhaltende Trockenheit setzen auch der Trinkwasserversorgung zu. Zum Beispiel liegt in Dornbirn der Verbrauch 40 Prozent über dem Jahresmittel, es muss mehr Wasser als sonst vom Brunnen des Trinkwasserverbandes Rheintal in Mäder in die Stadt gepumpt werden. Entsprechend appellieren Bürgermeister Markus Fässler und seine Mitarbeiter an die Bevölkerung, Wasser bewusst zu verwenden (die VN berichteten).
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Die Trinkwasserversorgung sei weiterhin gesichert, wird landesweit betont. Ob in Dornbirn, Bregenz, Feldkirch oder Bludenz etwa. Oder in der Wasserwirtschaftsabteilung des Landes. Ein Bericht von dort lässt jedoch aufhorchen: Bei “sämtlichen Messstellen” liege der Grundwasserstand unter dem langjährigen Mittelwert. Bei mehr als der Hälfte sei er so niedrig wie noch nie um diese Jahreszeit. Und bei ersten würden überhaupt so niedrige Stände verzeichnet wie noch nie seit Aufzeichnungsbeginn.
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Kein Wunder: Laut “GeoSphere Austria” ist die Niederschlagsmenge, die heuer bisher zusammengekommen ist, in Bregenz um ein Drittel niedriger als im langjährigen Mittel. Umgekehrt ist es viel zu warm. Im Juni lag die durchschnittliche Tagestemperatur um fünf Grad über dem Mittel der Jahre 1961 bis 1990.
Anhand einer der Grundwasser-Messtationen in Feldkirch-Tosters kann man die Folgen der Trockenheit beispielhaft nachvollziehen: Seit Ende Februar ist der Pegelstand um gut einen Meter zurückgegangen. Seit Anfang Juni ist er besonders niedrig, seit Anfang Juli werden neue historische Tiefstwerte verzeichnet.

Auch in der Montfortstadt muss man sich aber keine Sorgen machen: Aktuell sei die Versorgung uneingeschränkt gesichert, wird betont. Die Grundwasserstände in den Schutz- und Schongebieten Felsenau und Frastanzer Ried würden sich noch immer um rund 40 Zentimeter über dem niedrigsten jemals gemessenen Niveau befinden. Viele Anlagen seien im Übrigen auf deutlich niedrigere Stände ausgelegt.
Die Bregenzer Wasserversorgung wird zu 96 Prozent über Grundwasser aus dem Bregenzerach-Schwemmfächer gespeist. Wie überall ist der Bedarf derzeit überdurchschnittlich. Stadtwerke-Geschäftsführer Wolfgang Winkler spricht jedoch “aktuell und vorausschauend” von einer “beruhigenden Situation”. Auch in Bludenz besteht laut Rathaus keine Wasserknappheit. Die Versorgung erfolge überwiegend über Quellen und könne “dank des zweiten Standbeins, dem Grundwasser, jederzeit sichergestellt werden”. Nachsatz: Sollte sich die Situation verschärfen, würden Notverbünde mit benachbarten Gemeinden zur Verfügung stehen. Derartige Verbundleitungen bilden das Sicherheitsnetz der Wasserversorgung.
In Egg ist es laut Bürgermeister Marc Meusburger am 11. Juli, einem Samstag, aufgrund einer schadhaften UV-Anlage zum Ausfall eines Brunnens gekommen. Die VN berichteten. Tags darauf war das Problem gelöst, Meusburger hat es jedoch zum Anlass genommen, die Bevölkerung für einen sorgsamen Umgang mit Wasser zu sensibilisieren. Zumal Phasen anhaltender Trockenheit zunehmend zur Regel werden: “Früher hat es das auch schon gegeben, wie Ältere berichten, aber nicht so oft.”