Securitys greifen durch: Wenn im Freibad nur noch der Rauswurf hilft

Auch im Parkbad Lustenau gehören Sicherheitsmitarbeiter inzwischen zum Stammpersonal.
Lustenau Meistens genügt ein Blick, und alle sind im Bilde. „Wir entscheiden gemeinsam mit den Bademeistern, ob ein Gast gehen muss. Das funktioniert schon über Blickkontakt“, sagt Adem Tezgider (45) und lacht.
In Freibädern sorgen einzelne Badegäste immer wieder für Ärger. Im Parkbad Lustenau haben die Verantwortlichen reagiert und einen Sicherheitsdienst engagiert. Wer die Regeln nicht befolgt, muss gehen. „Es sind immer mehr Respektlosigkeiten gegenüber den Bademeistern aufgetreten – vielfach von Migranten“, erklärt Gery Mair (57), der Leiter des Lustenauer Sportparks, zu dem auch das „Parki“ gehört. Adem Tezgider nickt. „Es ist leider so. Die Zeiten haben sich geändert. Es sind viele Leute da, die die Regeln, die Gesetze und die Kultur noch nicht kennen.“ Der 45-Jährige sorgt als Mitarbeiter der Firma MSS dafür, dass der Badespaß nicht aus dem Ruder läuft. „Es sind einzelne Personen, die nicht wissen, wie sie sich zu benehmen haben oder wie viel sie trinken sollten. Wir sind für Sicherheit und Ordnung da und schauen, dass sich alle Gäste wohlfühlen“, erläutert er.

Anfangs war im Lustenauer Freibad vor allem an stark frequentierten Wochenenden ein Sicherheitsmitarbeiter im Einsatz. In dieser Saison wurde aufgestockt. „In den Sommerferien und an den Wochenenden, wenn relativ viel los ist, sind jetzt immer zwei Securitys da“, berichtet Mair. „Wir sind ja ein Familienbad. Wir haben gesagt, wir probieren es – und es funktioniert zu 100 Prozent. Es spricht sich auch langsam herum, dass wir Securitys haben.“

Adem Tezgider bezeichnet sich selbst humorvoll gerne als „Wälder-Türke“. Er ist im Bregenzerwald aufgewachsen und lebt heute in Lustenau. Ins „Parki“ kommt er schon seit zehn Jahren als Gast. In diesem Sommer ist er dort erstmals als Sicherheitsmitarbeiter unterwegs. An heißen Tagen strömen zwischen 2000 und 3000 Besucher in das Bad. Geraten die Gemüter in Wallung, kann ein Streit schnell eskalieren. Adem Tezgider und seine Kollegen versuchen, Konflikte frühzeitig zu entschärfen. Oft reichen ruhige Worte, manchmal hilft allerdings nur noch der Rauswurf.

„Wir gehen hin und reden mit ihnen. Es kommt auch immer darauf an, wie du auf die Leute zugehst. Dadurch, dass wir auch einen Migrationshintergrund haben, wissen wir, wie sie ticken“, erzählt der erfahrene Security und ergänzt: „Man muss die Leute auch verstehen. Die, die aus dem Krieg kommen, kennen kein Schwimmbad. Sie haben einen anderen Hintergrund und hatten einen anderen Lebensstil. Wenn man ihnen zuhört, dann hören sie auch dir zu.“

Bademeister Hanno Mazzurana berichtet von Badegästen, die andere verbal belästigen, anspucken, auf der Rutsche das Wasser stauen und mitunter sogar handgreiflich werden. Ob und wie lange ein aggressiver Badegast Hausverbot bekommt, entscheidet der Bademeister: für den Rest der Saison oder für immer. „In letzter Zeit wurden schon einige Hausverbote ausgesprochen. Einen kenne ich, der hat auf Lebzeiten Hausverbot. Der kommt hier nicht mehr rein“, schildert Gery Mair. Hanno Mazzurana betont: „Wir wollen einfach, dass sich die Familien bei uns sicher fühlen, gerne mit den Kindern herkommen und keine Angst haben.“