So erlegten Jäger der Region den Montafoner Schadwolf

Zehn Weidmänner lagen auf der Lauer rund um jene Weidefläche, wo der Beutegreifer Nutztiere riss.
Tschagguns Der Jagdaufseher der betroffenen Region rund um die Alpe Alpila wollte nicht viel sagen. “Ja, ich war bei der Aktion dabei. Aber ich möchte mich nicht näher dazu äußern”, zeigte sich der Weidmann sehr zurückhaltend.
Jäger, die Wölfe erlegen, sind vor Anfeindungen und Einschüchterungen radikaler Tierschützer nicht sicher. “Da hat es schon einiges gegeben”, weiß Wildbiologe Hubert Schatz (61). Ihm liegen Details der Jagd auf den mutmaßlichen Beutegreifer vor, der mindestens zwei Jungrinder und einen Esel nahe der Alpen Tilisuna und Alpila dermaßen schwer verletzte, dass die Tiere getötet werden mussten.

Auf der Lauer
Laut Schatz waren an der letztlich erfolgreichen Jagd rund zehn Jäger beteiligt. Sie lagen bereits am frühen Abend rund um die weite Weidefläche im Bereich der Alpe Alpila auf der Lauer. “Die Weidmänner waren strategisch sehr gut positioniert, hatten von ihren Posten einen umfassenden Überblick auf das Gebiet. Sie hofften, dass der Wolf dort auftauchen würde.”
Und sie hofften nicht umsonst. Gegen 21.30 Uhr kreuzte ein Wolf tatsächlich auf der observierten Fläche auf. “Die Weidmänner beobachteten das Tier rund eine halbe Stunde lang. Dann erfolgte der Schuss, der den Wolf sofort tötete.”

Es war eine Wölfin
Hubert Schatz hat den Wolf bereits begutachtet und musste feststellen: “Es war ein Weibchen, circa eineinhalb Jahre alt. Normalerweise begeben sich Männchen auf Wanderschaft und kreuzen in unserer Gegend auf.” Was der Vorarlberger Wildbiologe ebenfalls feststellen konnte, war, dass die Wölfin nicht trächtig war.”
Schatz hält es für möglich, dass noch ein zweiter Wolf an den Rissen beteiligt war. “Die Fraßmenge war doch beträchtlich. Es könnte ein zweiter Beutegreifer am Werk gewesen sein.” Bis Klarheit über die Herkunft des Raubtieres herrscht und auch darüber, ob es jene Wölfin ist, welche die Nutztiere auf den zwei Alpen riss, wird es dauern. “Die Proben zur genetischen Bestimmung wurden an das Veterinärmedizinische Institut der Universität Wien geschickt. Dort ist jetzt natürlich auch Urlaubssaison. Ich rechne mit einem Ergebnis nicht vor Ende September”, sagt Schatz.

Anzeige durch Tierschützerin
Erwartungsgemäß scharf kritisiert wird der ultimative Vollzug der neuen Wolfmanagementverordnung des Landes Vorarlberg von Tierschützern. So traf bereits eine Anzeige der Tierschützerin Monika Schertler in der BH Bludenz ein. Sie fordert die Prüfung des Verdachts einer möglichen Verletzung des Tierschutzgesetzes durch die Verantwortlichen der Alpe Alpila.