Hier benötigt die Vorarlberger Polizei Verstärkung aus anderen Bundesländern

VN / 06.08.2026 • 11:54 Uhr
Hier benötigt die Vorarlberger Polizei Verstärkung aus anderen Bundesländern
Gewisse Spezialeinheiten der Vorarlberger Polizei sind zu dünn besetzt. vn/steurer

Bei der hiesigen Exekutive hapert es nach wie vor am Personalstand. Vor allem, was Sondereinsätze betrifft.

Bregenz Es ist ein altes Thema und wird immer wieder neu aufgeworfen: Bei der Vorarlberger Polizei herrscht Personalknappheit. Auch wenn seitens des Innenministeriums immer wieder betont wird, dass es an Planstellen nicht mangle. Doch dem “Alles eitel Wonne”-Jubelruf aus Wien konnten und können die Vorarlberger Polizeigewerkschafter nach wie vor nichts abgewinnen. Denn die Personalsituation bei der hiesigen Exekutive sei noch immer angespannt.

René Tripp, dem stellvertretenden Landesleiter der Polizeigewerkschaft Vorarlbergs, ist die Problematik bestens bekannt: “Es ist einfach so, dass wir hier mehr Abgänge als Zugänge von Beamtinnen und Beamten haben.”

21 Exekutivbeamte zugestellt

Die prekäre Personalsituation auf den Vorarlberger Polizeiinspektionen führt vor allem zu empfindlichen Einschnitten bei Sondereinheiten wie den “Schnellen Reaktionskräften” (SRK) und der Einsatzgruppe zur Bekämpfung der Straßenkriminalität, wie Tripp den VN auf Anfrage bestätigt. Speziell in diesen Bereichen musste von der Landespolizeidirektion ein Ersuchen an das Innenministerium um Verstärkung aus anderen Bundesländern gestellt werden. Mit Erfolg. Denn seit zwei Jahren können sich Polizisten bundesweit bewerben, um ihre Kollegen in Vorarlberg zu unterstützen – durch die Entsendung von insgesamt 21 Beamten.

Steiermark an erster Stelle

“Im Turnus von sechs bis zwölf Monaten werden den Schnellen Einsatzkräften in Vorarlberg jährlich jeweils fünfzehn Beamte aus anderen Bundesländern zugeteilt und der Einsatzgruppe zur Bekämpfung der Straßenkriminalität jeweils sechs Beamte”, sagt der Polizeigewerkschafter und bestätigt, dass die personelle Verstärkung vor allem vonseiten der Landespolizeidirektion Steiermark gestellt werde.

Hier benötigt die Vorarlberger Polizei Verstärkung aus anderen Bundesländern
Auch bei der Wiener Polizei ist neuerdings Verstärkung angesagt – aus gleich vier Bundesländern. apa/Hans Punz

Auch ein Wiener Problem

Personalmangel bei der Polizei ist allerdings kein spezifisches Problem, das lediglich bei der Vorarlberger Exekutive herrscht. Auch in Wien läuten hier neuerdings die Alarmglocken. So müssen seit vergangenem Montag vier Bundesländer jeden Tag Polizistinnen und Polizisten für Schwerpunktaktionen im Rahmen der Einsatzgruppe gegen Jugendkriminalität (EJK) in die Bundeshauptstadt Wien schicken. Das Innenministerium bestätigte am Donnerstag die Anordnung, jedoch ohne weiter ins Detail zu gehen. “Eine tageweise Entsendung von Kräften nach Wien ist kein Novum, sondern wird regelmäßig praktiziert”, betonte ein Sprecher.

Konkret betroffen sind die Landespolizeidirektionen in Niederösterreich, Oberösterreich, der Steiermark und dem Burgenland. Insgesamt 24 Beamtinnen und Beamte pro Tag helfen seit Montag in Wien aus. Die Kräfte pendeln von Montag bis Samstag in die Bundeshauptstadt.