Von genüsslicher Auszeit bis Clownvention – der VN-Überblick für die kommenden Tage

VN / 07.08.2026 • 07:00 Uhr
Von genüsslicher Auszeit bis Clownvention – der VN-Überblick für die kommenden Tage

Was es dieses Wochenende in Vorarlberg alles zu erleben gibt.

In Vorarlberg passiert viel. Da kann man schnell den Überblick verlieren. Daher gehen die VN jeden Freitag weit über das Format der bloßen Event-Ankündigung hinaus. Persönlich und kompetent geben Redakteurinnen und Redakteure ihre Empfehlungen für Familienunternehmungen, Sport, Kultur, Events, Gastronomie, Bücher, Musik und mehr ab.

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Eine genüssliche Auszeit auf der Alpe Els

Von genüsslicher Auszeit bis Clownvention – der VN-Überblick für die kommenden Tage
Julia Böcken ist Bezirksredakteurin von Bludenz, sucht die Freiheit in den Bergen und entdeckt gerne neue Orte.

Wer dem Trubel auf dem Muttersberg entgehen will, wandert sechs Kilometer und 300 Höhenmeter zur Alpe Els. Von der Bergstation der Muttersbergbahn geht es meist auf einem breiten Fahrweg, den man zweimal über einen Wanderweg abkürzen kann, hinauf bis zum Tiefenseesattel und dann ohne große Steigung weiter um das Breithorn herum zur Alpe Els auf 1590 Metern. Alternativ kann man auch ab der Talstation mit dem (E-)Bike hinauffahren, denn die Alpe Els ist besonders bei Mountainbikern beliebt. Hier oben, eingekesselt von der Elsspitze und der Gamsfreiheit, hat man kaum Empfang, dafür aber Ruhe pur und mit Kühen und Murmeltieren tierische Gesellschaft. Zum Essen gibt es das, was auf einer Alpe typisch ist: eine richtig gute Älplerplatte mit Käse, Wurst, Schmalz und Brot. Auch der Frischkäseteller ist zu empfehlen. Man sollte jedoch Bargeld mitnehmen. Hinunter geht es auf demselben Weg oder, wer direkt absteigen möchte, über das Elser Fürkele und die Obere Furkla zur Talstation. Im Bereich des Elser Fürkeles ist jedoch Trittsicherheit erforderlich.

Bezau Beatz

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Andreas Marte leitet die Kulturredaktion der VN, wo er seine größte Leidenschaft – neben seiner Familie – zu seinem Beruf gemacht hat. Seinen jeden Donnerstag erscheinenden Newsletter kann man unter https://www.vol.at/newsletter abonnieren.

Zum 19. Mal verwandelt sich Bezau für einige Tage in einen weitläufigen Raum für Musik. Eröffnet wurde „Bezau Beatz“ bereits am Donnerstag, doch das gesamte Wochenende steht die Bregenzerwälder Gemeinde im Zeichen ungewöhnlicher Klänge, spontaner Begegnungen und musikalischer Entdeckungen. Zu erleben sind Solo-Performances, Ensemblebegegnungen und ausgelassene Late-Night-Sets. Mit dabei sind Musikerinnen und Musiker wie Camila Nebbia, Edward Perraud, Shelley Hirsch, Kalle Kalima, Christian Lillinger und Vera Morais.

Ein besonderer Reiz liegt erneut in den Spielorten. Die Konzerte führen von der Remise des Wälderbähnles und der Lobby des Hotels Post bis in die Kunstschmiede Figer, die Kirche in Reuthe oder hoch hinauf zum Panoramarestaurant Baumgarten. Jeder dieser Orte verleiht der Musik eine eigene Atmosphäre; selbst die Wege zwischen den Konzerten werden Teil des Festivalerlebnisses.

Am Freitag zählen die Auftritte des Philip Zoubek Trios, der argentinischen Saxofonistin Camila Nebbia und des französischen Schlagzeugers Edward Perraud zu den Höhepunkten. Am Samstag folgen unter anderem das Littorina Saxophone Trio, Kalle Kalimas Formation „Detours“ mit Leo Genovese und Christian Lillinger sowie das Trio um die außergewöhnliche amerikanische Stimmkünstlerin Shelley Hirsch. Am Sonntag klingt das Festival mit Vera Morais’ Projekt „Eupnea“ in der Remise aus.

Die 90er wollen ihre Band zurück

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Michael Prock ist Leiter der VN-Politikredaktion, Vater einer siebenjährigen Tochter, Fußballer und ein großer Freund der Popkultur. Seinen jeden Freitag erscheinenden Newsletter kann man unter https://www.vol.at/newsletter abonnieren.

Was ist eigentlich eine CD? Für alle unter 25: Das sind diese silbernen Scheiben aus Kunststoff, auf denen früher Musik gespeichert wurde. Heute sieht man sie höchstens noch an Windschutzscheiben hängen – als vermeintliche Lizenz zum Rasen. Spoiler: Sie werden trotzdem geblitzt.

Die CD ist der Mittdreißiger unter den Tonträgern: zu alt, um noch hip zu sein, und noch nicht alt genug, um wieder hip zu werden. Vinyl hat den Hipster-Bonus, Kassetten den Retro-Bonus. Alle anderen streamen ohnehin über Spotify. Selbst Schallplattenkäufe werden stolz auf Instagram dokumentiert. Nur die CD? Die liegt irgendwo zwischen Winamp, ICQ und dem Nokia 3310 in einer Bananenschachtel auf dem Dachboden und wartet auf ihr Comeback. Nicht ganz so vergessen wie die MiniDisc – aber fast. Eigentlich schade.

Denn manchmal hat eine CD genau das drauf, was Spotify-Playlists nicht schaffen: ein Album, das man von vorne bis hinten hören möchte.
So eines haben ausgerechnet Sublime veröffentlicht. Die kalifornische Band meldet sich mit „Until the Sun Explodes“ zurück. Wer in den 90ern Skatepunk, Reggae und Punkrock verschlungen hat, erinnert sich vielleicht noch an das ikonische Bild von Sänger Bradley Nowell, der seinem kleinen Sohn Jakob Gitarre vorspielt. Bradley starb 1996. Drei Jahrzehnte später steht genau dieser Sohn am Mikrofon.

Und das Erstaunliche: Es klingt nicht wie eine Coverband. Jakob Nowells Stimme erinnert verblüffend an die seines Vaters. Das Album wirkt, als wäre es versehentlich 1997 im Studio liegen geblieben und erst jetzt veröffentlicht worden. Das meine ich als Kompliment.
Wer Sublime damals geliebt hat, sollte reinhören. Wer die Band nicht kennt, auch. Und falls Sie tatsächlich Lust bekommen, aber keinen CD-Player haben: Keine Sorge. Das Album gibt‘s auch auf Spotify.

Dornbirn wird Clown-Treffpunkt

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Franziska Eckert ist Redakteurin für VOL.AT und die VN. In ihrer Freizeit ist sie gern aktiv in den Bergen unterwegs. Genauso gern mag sie Kultur, Theater und Flohmärkte zum Stöbern.

Clowns und Clownfans aufgepasst: Vom 10. bis 16. August findet in der Zirkushalle Dornbirn, in der Dr.-Anton-Schneider-Straße 28b, die „Clownvention“ statt – eine Convention, also ein Treffen, für Clowns. Bei der internationalen Zusammenkunft von rund 70 Clowns und Clowninnen steht der Austausch und der Spaß im Mittelpunkt. Doch auch Menschen ohne eigene rote Nase können bei der Veranstaltung dabei sein.

Mein persönliches Highlight ist die Clown-Parade. Dabei zieht die bunte Schar am Mittwoch, 12. August, von der Zirkushalle zum Dornbirner Wochenmarkt. Ab etwa 11.30 Uhr verwandelt sich der Marktplatz damit in einen Zirkusplatz.
Doch auch weitere Programmpunkte der Clownvention sind für die Öffentlichkeit zugänglich. Am Mittwochnachmittag findet die Familienshow „Passt“ vom Duo Vero für alle ab 4 Jahren statt. Donnerstagabend gibt es eine Open Stage für neue Bühnenstücke. Am Freitag führt das portugiesische Clown-Duo A Nariguda die wortlose Performance „The Witnesses“ auf und am Samstagabend gibt es ein Clown-Cabaret. Die Shows finden im Tik Dornbirn statt. Tickets können sowohl online als auch an der Abendkasse gekauft werden.

Retrospektive einer Pionierin

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Johannes Rausch ist Redakteur für VOL.AT und VN. In seiner Freizeit spielt er gerne Tennis, geht wandern, laufen und liest Bücher (Krimis, Politik, Geschichte, Fußball, Romane). Nicht nur bei Regenwetter hält er sich bevorzugt in Kaffeehäusern, Museen und Kinos auf.

Das FLATZ Museum – Zentrum für Photographie in Dornbirn widmet der österreichischen Fotografin Edith Tudor-Hart mit der Ausstellung „Edith Tudor-Hart – a woman’s many faces“ eine umfassende Retrospektive. Noch bis 3. Oktober sind insgesamt 88 Fotografien sowie sieben großformatige Arbeiten aus dem Archiv des Fotohof Salzburg zu sehen.

Die von Isabelle Drexel und Helena Kalleitner kuratierte Ausstellung beleuchtet Tudor-Harts fotografisches Schaffen, das sich vor allem sozialen Themen widmete. Bereits in den 1930er-Jahren dokumentierte sie Armut und die Lebensrealität der Arbeiterklasse in Wien und London. Später fotografierte sie im britischen Exil Kinder in reformpädagogischen Einrichtungen und setzte sich mit neuen Ansätzen in der Bildungs- und Sonderpädagogik auseinander.

Neben ihrem künstlerischen Werk wird auch ihre außergewöhnliche Biografie thematisiert. Edith Tudor-Hart war politisch engagiert und arbeitete zeitweise für den sowjetischen Geheimdienst. Dieser Aspekt ihres Lebens wird im biografischen Kontext aufgegriffen. Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen jedoch ihre Fotografien und ihr gesellschaftliches Engagement.