Darum geht Lustenau das Trinkwasser so schnell nicht aus

Rhein-Grundwasser sichert die Versorgung und neue Trinkwasserbrunnen sind beinahe fertig.
Lustenau Die Sonne brennt vom Himmel, die Böden sind trocken und vielerorts wird Wasser knapp. In Lustenau ist die Situation eine andere. Wenn der Rhein fließt, fließt auch das Trinkwasser. “Wir sind in der glücklichen Lage, dass uns das Trinkwasser trotz dieser lang anhaltenden Hitzeperiode, die diesen Sommer herrscht, nicht ausgehen wird”, beginnt Vizebürgermeister und zuständiger Tiefbaugemeinderat Martin Fitz (FPÖ) zu erklären. Denn die Gemeinde bezieht das Trinkwasser aus dem Rhein, genauer gesagt aus den Grundwasserbegleitströmen. “Solange der Rhein fließt, werden wir hier immer über ausreichend Trinkwasser verfügen”, erklärt Fitz beruhigend. Während nebenan das Wasser des Rheins seinen Weg zum Bodensee nimmt, ist im Rheinvorland bereits ein wichtiger Teil der künftigen Wasserversorgung für die Gemeinde sichtbar. Die fünf neuen Trinkwasserbrunnen sind bereits fertiggestellt, lediglich fünf Eisenplatten am Boden zeugen davon, was sich hier befindet.

Neue Trinkwasserbrunnen
Noch ist die Anlage jedoch nicht fertiggestellt. Aktuell entsteht beim Wasserwerk noch ein Wassertiefbehälter mit einem Fassungsvermögen von 3000 Kubikmetern. “Das entspricht annähernd einem Tagesbedarf an Wasser für ganz Lustenau”, macht Wasserwerksleiter Lothar Isele deutlich. Der Ausbau der zukünftigen Trinkwasserversorgung ist eng mit dem Hochwasserschutzprojekt Rhesi verbunden. Dafür musste ein neues Brunnenfeld gefunden und neue Brunnen gebaut werden. “Erst wenn wir die neue Trinkwasserversorgung fertiggestellt haben, kann Rhesi beginnen”, erklärt Fitz. Die Gemeinde sieht sich in puncto Wasserversorgung bestens für die Zukunft und die veränderten Anforderungen gerüstet: “Wir haben als Gemeinde frühzeitig auf den größeren Wasserbedarf, den Klimawandel sowie eine in die Jahre gekommene Brunnenanlage reagiert”, betont er. Bis das Wasser der neuen Brunnen tatsächlich aus den Lustenauer Wasserhähnen läuft, braucht es allerdings noch Geduld. Dieses wird zuerst umfassend untersucht. “Wenn alles gut geht, starten wir mit den ersten Beprobungen des Wassers im Winter”, verrät Fitz. Erst wenn zahlreiche Untersuchungen und Tests erfolgreich abgeschlossen sind, dürfen die neuen Brunnen in Betrieb gehen.


Entscheidungen richtig gesetzt
Die aktuelle Situation verdeutlicht für Lothar Isele, dass die Entscheidungen der vergangenen Jahre, in die neuen Trinkwasserbrunnen und Transportleitungen zu investieren, richtig waren. “Trotz der Trockenperiode haben wir genügend Wasser”, sagt er zufrieden. Durch die erneuerten Wassertransportleitungen an der Hohenemserstraße zum Trinkwasserverband sowie die neuen Trinkwasserbrunnen im Rheinvorland werde die Bevölkerung immer über ausreichend Trinkwasser verfügen. Dennoch plädieren beide für einen sorgsamen Umgang mit dem Wasser. “Auch wenn wir die Bevölkerung nicht aktiv zum Wassersparen aufrufen müssen, sollte gerade in der Hitzeperiode haushälterisch damit umgegangen werden”, betont Martin Fitz.BVS
