Zwischen Rummel, Wein und Weißküferei: Die Messe ist eröffnet

Weniger Hallen, neue Themenwelten und ein günstigerer Eintritt: Die 78. Herbstmesse startet mit verändertem Konzept.
Dornbirn Moritz Stocker (11) aus Dornbirn ist die Begeisterung ins Gesicht geschrieben. „Ich finde Musik cool und dass man schöne, fließende Übergänge machen kann, macht voll Spaß“, sagt er, während er den Bass über das Freigelände rollen lässt. Der Elfjährige ist während der Herbstmesse täglich von etwa 11 bis 12 Uhr als DJ neben der Beachbar im Einsatz. „Ich bin auch Tänzer. Bei einer Afterparty nach einem Wettkampf haben wir ein bisschen aufgelegt und durch ein Video, das ich online gesehen habe, dachte ich mir: Das ist ja cool, das probiere ich auch einmal. Deshalb habe ich mir zu Weihnachten ein DJ-Pult gewünscht und auch bekommen. Jetzt schaue ich, dass ich möglichst oft auflegen kann“, erzählt er.


Es ist wieder Messe im Messequartier. Am Mittwoch um Punkt 10 Uhr hat die 78. Herbstmesse ihre Tore geöffnet. Bis Sonntag (13. September) präsentieren rund 220 Unternehmen ihr Angebot. Der Eintritt kostet diesmal nur sechs Euro – und damit nur halb so viel wie im Vorjahr. Die Messeleitung begründet das mit einem niederschwelligen Zugang für die breite Bevölkerung. Ein Blick auf das Programm zeigt aber auch: Es werden nur knapp die Hälfte der Hallen genutzt und auch sonst ist einiges anders. Die Modenschau und die junge Halle gibt es nicht mehr, im Wirtschaftszelt gilt Selbstbedienung. Stattdessen gibt es mehr Musik im Wirtschaftszelt und zwei neue Themenwelten. In der Ausstellung „Holzwelten“ geht es um den Weg vom Baum zum fertigen Produkt. Die Ausstellung „Landtechnik“ zeigt historische Werkzeuge, landwirtschaftliche Geräte und Traktoren.


„Da gibt’s ja nichts“, meint eine enttäuschte Besucherin nach ihrem Rundgang. Das kann Julia Grillmaier von der Bioweingärtnerei Grillmaier in Langenlois nicht bestätigen. Die Winzerin ist mit einer breiten Auswahl an Weinen nach Dornbirn gereist. „Wir kommen seit über 20 Jahren auf die Messe, um Stammkunden zu treffen und neues Publikum anzusprechen – immer im Frühling und im Herbst“, sagt sie. Wie es diesmal wird? Die Winzerin zuckt mit den Schultern. „Die Messe ist kleiner und wir sind in einer anderen Halle. Sonst waren wir immer in Halle 14, die neue Halle ist insgesamt ein Treffpunkt für Genuss. Mal schauen, ob das Angebot von den Besuchern so angenommen wird“, ergänzt Julia Grillmaier.








Während Jürgen und Carmen Tschofen aus Gortipohl die alte Montafoner Handwerkskunst der Weißküferei auf dem Messegelände präsentieren, ist Gerhard Klocker (67) von der Geschenkaktion „Weihnachten im Schuhkarton“ darum bemüht, mit Geschenkpapier überzogene Schuhkartons an die Besucher zu verteilen. „Wir verschenken Schuhkartons, damit die Leute sie befüllen können. 120 haben wir dabei, daheim habe ich noch einmal 1300“, erzählt der Dornbirner, der sich seit vielen Jahren für Kinder in Not engagiert.



Kurz vor Mittag füllen sich die Hallen langsam, auf dem Freigelände hält sich der Andrang indes noch in Grenzen. Es regnet in Strömen. Europas größte Hüpfburg ist daher noch geschlossen, auch auf dem Rummelplatz herrscht kaum Betrieb. Nachwuchs-DJ Moritz Stocker stört das nicht. Er lacht. „Das ist jetzt eh gut. Mit dem richtigen Profi-Equipment habe ich nämlich noch nie aufgelegt. Aber in den nächsten Tagen soll es wieder super werden.“





