Vom Igelhaus bis zur Auswilderung: So können Jugendliche helfen

VN / 10.09.2026 • 12:00 Uhr
Luis engagiert sich bei der Wildtierhilfe und kümmert sich um hilfsbedürftige Igel.
Luis engagiert sich bei der Wildtierhilfe und kümmert sich um hilfsbedürftige Igel. Luis Maurer

Igel retten, aufpäppeln und auswildern: Jugendliche können bei der Wildtierhilfe helfen.

Nenzing Tiere retten, aufpäppeln und später wieder auswildern – bei der Wildtierhilfe Vorarlberg gehört zum Alltag. Dafür braucht es Menschen zum Helfen. Auch Jugendliche können sich engagieren, doch viele wissen nicht, dass das möglich ist. Einer von ihnen ist Luis Maurer (16). Seit einem Jahr hilft er bei der Wildtierhilfe mit. „Ich bin dort auch ohne Erfahrung hingegangen“, erzählt er.

Die Wildtierhilfe Vorarlberg ist ein ehrenamtlicher Verein und kümmert sich um verletzte und hilfsbedürftige Wildtiere. Im Herbst gibt es viel zu tun, denn dann beginnt die Igel-Saison. Viele Igel schaffen es vor dem Winter nicht, genug Gewicht aufzubauen und brauchen deshalb Hilfe.

Laut Luis muss man keine Erfahrung mitbringen. Neue Helfer werden begleitet und erhalten Informationen, worauf sie achten müssen. Je nach Interesse können sie Igel aufpäppeln oder bei deren Auswilderung helfen.

Luis hat diesen Igel für etwas mehr als ein halbes Jahr bei sich zuhause aufgepäppelt.
Luis hat diesen Igel für etwas mehr als ein halbes Jahr bei sich zuhause aufgepäppelt. Luis Maurer

Auch bei der geplanten Wildtierstation in Dornbirn sollen Jugendliche sich einzubringen. Dort soll künftig die Erstversorgung von hilfsbedürftigen Tieren stattfinden. Eine Tierärztin und weitere angestellte Mitarbeiter kümmern sich um die medizinische Versorgung. Trotzdem bleibt die Wildtierhilfe auf viele freiwillige Helfer und Spenden angewiesen. Denn auch nach der Erstversorgung müssen die Tiere weiter betreut werden.

Für Jugendliche kann ein Ehrenamt bei der Wildtierhilfe mehr sein, als nur einem Tier zu helfen. „Man lernt einfach, wie man mit Menschen umgeht. Und man kann der Natur etwas zurückgeben“, sagt Luis. Man werde durch die Tätigkeit organisierter, hilfsbereiter und offener. Man übernehme Verantwortung und lerne, mit unterschiedlichen Menschen zusammenzuarbeiten. Gleichzeitig sehe man direkt, was die eigene Hilfe bewirkt.

Junge Helfer sind wichtig

Dass sich mehr junge Menschen engagieren, ist für die Wildtierhilfe besonders wichtig. Luis sei derzeit der einzige Helfer, der unter 18 Jahre alt ist. Wenn andere altersbedingt irgendwann nicht mehr mithelfen können, brauche es neue Menschen, die ihre Aufgaben übernehmen. „Kinder und Jugendliche sind einfach die Zukunft“, sagt Luis.

Ein Problem sei, dass viele Jugendliche gar nicht wissen, dass sie mithelfen können. Deshalb brauche es mehr Öffentlichkeitsarbeit und vor allem mehr Präsenz auf Social Media. Viele würden außerdem glauben, dass man für die Arbeit mit Wildtieren eine Ausbildung oder viel Erfahrung braucht. Das ist aber nicht der Fall.

Ein Igel wird aufgepäppelt, bevor er wieder ausgewildert werden kann.
Ein Igel wird aufgepäppelt, bevor er wieder ausgewildert werden kann. Luis Maurer

Engagement muss dabei nicht bedeuten, selbst einen Igel zu Hause aufzupäppeln. Selbst Volksschulkinder können schon etwas beitragen, etwa beim Bauen von Igelhäusern oder indem sie ihren Garten so gestalten, dass Wildtiere dort Platz finden. Ein naturnaher Garten mit etwas „Chaos“ könne für viele Tiere sogar besonders hilfreich sein.

Auch im Alltag kann jeder etwas zum Schutz von Wildtieren beitragen. Mähroboter sollten etwa nicht nachts laufen, da sie für Wildtiere gefährlich werden können. Autos, versiegelte Flächen und komplett verbaute Gärten erschweren den Tieren das Überleben.

Wer ein verletztes oder auffälliges Wildtier findet, sollte es laut Luis allerdings nicht sofort mitnehmen. Zuerst sollte man das Tier beobachten und sich informieren, ob es tatsächlich Hilfe braucht. Gerade bei Jungtieren kann sich die Mutter noch in der Nähe befinden.

Für die Wildtierhilfe zählt jede Form der Unterstützung. Ob beim Aufpäppeln, Auswildern, Bauen von Unterschlüpfen oder beim Weitergeben von Informationen: Auch Jugendliche können ihren Teil dazu beitragen, dass Wildtiere in Vorarlberg bessere Chancen haben.