Schuhgeschäft Reutterer schließt Bludenzer Filiale: Das sind die Gründe

Seit 1937 gibt es Reutterer Schuhe in Bludenz. Kurz vor dem 90-jährigen Jubiläum steht eine größere Veränderung an.
Bludenz Das Bludenzer Schuhgeschäft Reutterer gibt es seit 1937. Nächstes Jahr feiert es sein 90-jähriges Jubiläum. Doch noch heuer steht eine größere Veränderung bevor: Die Filiale in der Werdenbergerstraße neben der Stadtapotheke schließt. „Wir bündeln unsere Standorte, bleiben aber in Bludenz“, informiert Hanno Reutterer über den Umzug in die Kirchgasse 2/4. Dort befindet sich der Hauptsitz von Reutterer Schuhe.

Während die Filiale in der Werdenbergerstraße über 260 Quadratmeter Verkaufsfläche verfügt, sind es in der Kirchgasse 400 Quadratmeter. „Wir richten uns neu aus“, sagt Hanno Reutterer und spricht von einem „gebündelten, starken Programm auf einer Fläche“. Bei Reutterer Schuhe gibt es von Kinder- über Hausschuhe bis hin zu Wanderschuhen eine große Auswahl. Die Produkte, die bisher in der Werdenbergerstraße erhältlich sind, werden nach der Schließung auch in der Kirchgasse zu finden sein. Dazu zählen die Schuhmarken Paul Green, Gabor, Högl und Hispanitas. „Wir wollen unser Stammhaus stärken und das Gute aus beiden Welten vereinen“, sagt der Geschäftsmann.

Kein Angebotsmix
Die Schließung habe mehrere Gründe, vor allem betriebswirtschaftliche. „Der ganze stationäre Handel ist in Veränderung.“ Es sei kein Geheimnis, dass die Frequenz und die Umsätze sinken und deshalb Handlungsbedarf bestehe. Dann müsse man „Schritte ergreifen“. Ganz Bludenz sei von dieser Entwicklung betroffen. Der 54-Jährige bemerkt eine Konsumzurückhaltung und bemängelt den fehlenden „Angebotsmix“ in der Bludenzer Innenstadt. „Wenn der Angebotsmix nicht attraktiv genug ist, dann ist es die logische Konsequenz, dass die Frequenz zurückgeht.“ Eine Drogerie und eine Parfümerie wären beispielsweise wünschenswert. Bei Veranstaltungen wie „Beats & Beer“ sei die Stadt gut besucht. Davon profitiere allerdings eher die Gastronomie als der Handel. „Daher ist jedes Geschäft, das in Bludenz neu eröffnet, hilfreich.“ Sorgen, dass Kunden das Schuhgeschäft in der Kirchgasse nicht finden, hat Hanno Reutterer nicht: „Durch unseren Namen findet man uns auch hier.“


Der Markt habe sich verändert. „Auch wir sind davon betroffen, dass viele ins Internet abwandern. Das ist der Wandel der Zeit.“ Im Internet gebe es schließlich „ein schier unendliches Angebot“ und es sei bequem, dort einzukaufen. Zudem seien die Produkte im Internet oftmals günstiger als im Laden, wo sie aufgrund von Miete und Personalkosten teurer sein können. Die Kunden würden dennoch die „schönen Begegnungen“ in der Filiale schätzen.

Die Mitarbeiter der Filiale in der Werdenbergerstraße werden großteils übernommen. „Wir haben aber auch einen natürlichen Abgang.“ Damit meint Reutterer, dass eine Angestellte in Pension geht. Wann genau die Filiale schließt, sei „noch nicht definiert“. Reutterer geht jedoch davon aus, dass es mit Jahresende so weit sein wird. „Das ist unser Rhythmus, dass wir uns alle zehn bis 15 Jahre standortmäßig verändern“, erzählt Reutterer. Nach der Schließung der Filiale in der Werdenbergerstraße betreibt Reutterer Schuhe weiterhin drei Standorte in Bludenz, Feldkirch und Dornbirn.


