Denkwürdiger Feiertag für Schröcken

Am Sonntag kommen im kleinen Walserdorf unterschiedliche Anlässe für Festlichkeiten zusammen.
Schröcken Am Ende der Ferienzeit hat das Walserdorf zwischen Bregenzerwald und Arlberg mehrfach Grund zum Feiern. Seit Langem stand der Termin für den Trachten-Sonntag der Walsergruppen Schröcken, Warth und Lech fest. Dieser Trachten-Sonntag wird mit dem Festgottesdienst um 10:30 Uhr mit anschließender Agape auf dem Kirchplatz gefeiert.
Einführung des neuen Pfarrers
Hinzu kommt der Einführungsgottesdienst für den neuen Pfarrer Friedel Kaufmann, der den langjährigen Seelsorger Johannes Kolasa ablöst. Kolasa hat den Pfarrverband Schoppernau, Schröcken, Warth vor 14 Jahren übernommen, nachdem sich in Warth/Schröcken Pfarrer Hans Partl mit 82 Jahren in den verdienten Ruhestand verabschiedet hatte. Partl war am Hochtannberg 43 Jahre lang seelsorgerisch tätig und wurde zum 40. Jubiläum 2009 mit der Ehrenbürgerschaft von Warth ausgezeichnet.

Sein Nachfolger Johannes Kolasa, der neben Warth und Schröcken auch Schoppernau betreute, übernahm in Nenzing eine neue Aufgabe. Friedel Kaufmann kommt aus Egg, wo er fast 20 Jahre lang für Egg, Großdorf, Andelsbuch und Schwarzenberg verantwortlich war.
Erste große “Amtshandlung”
Amtseinführung und Installation als neuer Pfarrherr in Schröcken sind jetzt auch noch mit einem außergewöhnlichen Ereignis verbunden: Friedel Kaufmann wird das Gipfelkreuz segnen, das künftig auf der 2412 Meter hohen Juppenspitze stehen wird.

Einzigartiges Symbol
Die Juppenspitze, einer der sieben Berge, die Schröckens Gemeindegebiet begrenzen – erst vor wenigen Tagen im Rahmen der Seven-Summits-Tour von Hunderten Bergsportlern bestiegen –, wird künftig ein außergewöhnliches Gipfelkreuz tragen: Jodok Felder, der schon im Vorjahr für den Hochberg ein neues Gipfelkreuz erstellt hat, hat sich für die Juppenspitze eine ganz spezielle Konstruktion ausgedacht: Gemeinsam mit dem Schröckener Tischlermeister Georg Schwarzmann hat Jodok Felder ein Gipfelkreuz aus Metall und Holz konzipiert, das einzigartig ist. Die beiden Handwerker haben ihr bemerkenswertes, 3,20 Meter hohes Werkstück, das auch für Handwerk und Form (3. bis 11. Oktober) in Andelsbuch eingereicht wurde, dem Berg nachempfunden.
Die Juppenspitze “verdankt” ihren Namen vermutlich den gefurchten Grasflanken, die an die Falten der traditionellen Bregenzerwälder Juppe erinnern und die Felder bei der Konzeption des Gipfelkreuzes inspiriert haben, denn er nahm diese Verbindung von Landschaft und Kultur als Ausgangspunkt für die Kreuzgestaltung. Der gegliederte Metallkörper nimmt die Faltenstruktur des Juppenrocks auf, der Kreuzkörper bleibt geradlinig und führt den Blick vom Berg zum Himmel. In den Metallkörper integriert ist ein Fach für das Gipfelbuch.

Ganz nahe beieinander
Getrübt wird die Freude an diesen Tagen leider durch ein tragisches Ereignis, das nachdrücklich unterstreicht, wie nahe Freude und Leid manchmal beisammenliegen: Schröcken trauert um Roland Schwarzmann, der dieser Tage im 61. Lebensjahr nach kurzer, schwerer Krankheit verstorben ist. Nicht nur seine Familie beklagt einen schmerzlichen Verlust, seine Heimatgemeinde verliert eine Persönlichkeit, die sich in vielfältiger Weise um das dörfliche Leben in der Walsergemeinde verdient gemacht hat: 43 Jahre bei der Feuerwehr, davon 20 Jahre Kommandant, 47 Jahre bei der Musik, davon 34 Jahre Obmann; viele Jahre in der Gemeindevertretung und der Lawinenkommission, fast 40 Jahre “das Gesicht” des Straßendienstes am Hochtannberg, mitverantwortlich für freie Fahrt auf winterlichen Bergstraßen. STP