498 Lauteracher Kinder haben “ihren Baum”

Ein Lokalaugenschein bei den Anfängen einer beispielhaften Umwelt- und Klimaschutzaktion.
Lauterach Sie feiern in diesen Tagen ihren 7. Geburtstag – und hatten am 14. September ihren ersten Schultag: Jene elf Lauteracher Kinder, die 2019 Mitte Dezember als erst wenige Wochen alte Babys mit ihren Eltern zu einer außergewöhnlichen Umweltaktion an den neuen Radweg beim Altstoffsammelzentrum gekommen waren, um die ersten elf Bäume eines nachhaltigen Langzeitprojekts zu pflanzen. “Die Bäume für die jüngsten Lauteracherinnen und Lauteracher (bei der Pilotaktion wurden die im September und Oktober 2019 Geborenen eingeladen) sollen Symbol und Klimabotschafter sein, betonte Bürgermeister Elmar Rhomberg. “Bäume spielen im Klimaschutz eine zentrale Rolle – sei es beim Mikroklima, beim Wasser- oder CO2-Haushalt.”
Drei von inzwischen 498
Stellvertretend für die inzwischen 498 “Baum-Besitzerinnen und -Besitzer” kamen drei “Pioniere” von 2019 zum Lokalaugenschein. Rhomberg, der damals mit Vizebürgermeisterin Doris Rohner und Gemeinderätin Katharina Pfanner diese Aktion initiierte, hatte eingeladen, “um nachzuschauen, was daraus geworden ist.”
Zuspruch war erfreulich
“Wir wollten ein Zeichen setzen und dabei ganz bewusst die allerjüngsten Gemeindebürgerinnen und -bürger einbeziehen”, erinnert Rhomberg an die Zielsetzung beim Start der Aktion. “Wir haben dabei die jungen Familien eingeladen und durften etwa zwei Drittel davon zum Projektstart begrüßen”, freut sich der Gemeindechef über den erfreulich starken Zuspruch, der in etwa auch bei den folgenden 22 Aktionen festzustellen war.
Mit ihren Bäumen aufwachsen
Die Idee dieser Aktion: “Zur Geburt erhält jedes Neugeborene von der Gemeinde einen Baum, der auf Gemeindegrund – möglichst an ausgesuchten prominenten Stellen – gepflanzt wird. Damit ist sichergestellt, dass die Bäume einen sicheren Standort haben und nicht irgendwann einmal gefällt werden. Lauterachs Kinder sollen gleichsam mit ihren Bäumen aufwachsen und können gegebenenfalls nach Jahrzehnten im Schatten der Bäume eine Bank aufstellen und ihren Kindern und Enkeln stolz erzählen, dass sie hier einen nachhaltigen symbolischen Klimaschutzbeitrag geleistet haben.”
Entwickelt wie im Bilderbuch
Dass die Aktion nachhaltig bleibt, dafür garantiert die Gemeinde: “Wir übernehmen nicht nur die Kosten für Bäume und Pflanzung, die Gemeinde sorgt auch für 30 Jahre für die Pflege der Bäume”, erläutert Rhomberg beim Lokalaugenschein und fügt schmunzelnd hinzu, dass “dann Bäume und Kinder erwachsen genug sein sollten, sich eigenständig weiterzuentwickeln und die Gemeinde nicht mehr dazuschauen muss.”
Und wenn es so weitergeht wie bisher, muss man sich in der Tat keine Gedanken machen, denn Kinder wie Bäume haben sich prächtig entwickelt. Die Bäume haben deutlich an Höhe und Breite gewonnen und werfen schon beachtliche Schatten. Verdienst von Bauhof-Mitarbeiter Martin Böni, der die inzwischen 498 Bäume betreut. Nur ganz vereinzelt kam es dabei zu Problemen, und lediglich eine Handvoll Bäume musste ersetzt werden, weiß er zu berichten.
Standorte werden rar
Seit dem Start der Aktion knapp vor Weihnachten 2019 wurden bei 23 Aktionen insgesamt 498 Bäume gepflanzt, der “500. Jubiläumsbaum” wartet schon darauf, bei den kommenden Aktionen am 10. Oktober gepflanzt zu werden. “Der überaus große Erfolg und das große Interesse der Eltern hat dazu geführt, dass wir in den vergangenen knapp sieben Jahren mehr Bäume als erwartet pflanzten – aber keine Sorge, wir finden auch für die nächsten Jahre noch genügend Standorte”, so der Gemeindechef. STP










