Alpsenner spürten dem Wüstensommer nach

Bei Schwarzenberger Käseprämierung vergab die Jury für 2026er Alpkäse keine Höchstnote.
Schwarzenberg Wie wirkte sich der Wüstensommer mit Rekordhitze und dramatischem Niederschlagsdefizit auf die Qualität des Alpkäses 2026 aus? Das war die große Frage bei der 33. Schwarzenberger Käseprämierung. Geht es nach dem Urteil der internationalen Jury, mussten doch einige Abstriche in Kauf genommen werden: Während im Vorjahr noch für vier junge Alpkäse die Höchstnote vergeben wurde, blieb der 20er heuer den Alpsennen versagt. Trotzdem gab es für jeweils 19,5 Punkte fünfmal Gold und insgesamt 15 Mal Silber und achtmal Bronze. Den 28 Auszeichnungen für den jungen Alpkäse 2026 stehen 35 im Vorjahr gegenüber. Zum Teil ist dies auch dem Umstand geschuldet, dass diesmal “nur” 133 Käse eingereicht wurden – im Vorjahr waren es noch 142.

Für Josef Türtscher, Obmann des Alpwirtschaftsvereins, kam dieses Ergebnis nicht überraschend, waren die Alpen doch mit außergewöhnlichen Herausforderungen konfrontiert. “Unter diesen extremen Bedingungen ist das Gesamtergebnis überaus erfreulich, unsere Älpler haben hervorragende Arbeit geleistet.”
Dabei konnten die Auszeichnungen nicht “einfach nur abgeholt werden”, die Jury vergab für 72 Käse (54 Prozent) Auszeichnungen, 61 gingen leer aus.

Konsumenten sorgten für Premiere
Dass das Fachurteil der internationalen Jury nicht unbedingt mit dem Geschmack der Konsumenten übereinstimmt, kam diesmal deutlich zum Ausdruck: Für fünf Käse hatte die Jury 20 Punkte vergeben, dessen ungeachtet entschieden sich die Konsumenten für den Andelsbucher Tilsiter, der “nur” 19,5 Punkte von der Jury bekommen hatte. Gleichzeitig sorgten die Konsumenten für eine Premiere: Erstmals in der 33-jährigen Geschichte der Schwarzenberger Käseprämierung gab es die “Publikumsglocke” für einen Schnittkäse.

Damit haben Hubert Metzler und sein Team der Sennerei Andelsbuch auch den Kategoriensieg geholt. Mit dem Wäldertraum doppelte Andelsbuch auch mit einem zweiten vergoldeten Käse nach. Die dritte Goldene gab es beim alten Schnittkäse für Markus Hartmann (Schnifis). Ein ähnliches Ranking gab es beim jungen Schnittkäse, wo Richard Flatz und sein Team von Alpenkäse Bregenzerwald 20 Punkte holten und zum Senner des Jahres in der Kategorie Schnittkäse gekürt wurden. Zweimal Gold für die Sennerei Andelsbuch und einmal für die Sennerei Schnifis.

Thomas Kaufmann von der Dorfsennerei Schlins-Röns gewann die Kategorie sechs bis neun Monate alter Bergkäse und wurde Senner des Jahres beim Hartkäse. Gold in dieser Kategorie gab es weiters für Daniel Fink und sein Team der Sennerei Riefensberg, Nilson Müller (Lingenau) sowie Ewald Feuerstein und Florian Barbisch (Bezau-Oberdorf). Beim über neun Monate alten Bergkäse gab es nur einmal Gold und dementsprechend den Kategoriensieg für Markus Hartmann. Für die beiden eingereichten Emmentaler gab es jeweils Gold, der Kategoriensieg ging zum zweiten Mal an die Sennerei Andelsbuch, die damit fünf der insgesamt 14 goldenen Auszeichnungen erreichte.

Beim Alpkäse gingen die Kategoriensiege an Michael Amann von der Alpe Gamp beim Alpkäse 2026 und an Bernhard Domig von der Alpe Tiefenwald beim Alpkäse 2025. Goldene Auszeichnungen vergab die Jury beim jungen Alpkäse an Marco Feuerstein (Alpe Steris), Peter Sutterlüty (Vorsäß Schönenbach), Kaspar Domig (Alpe Sera) und Simon Meusburger (Alpe Gemeine Brongen).
Beim Alpkäse 2025 gab es Gold für Ludwig Hartmann (Alpe Stafel), Alfons Moosmann (Alpe Leugehr), Lukas Kaufmann (Alpe Sack), Marko Feuerstein (Alpe Steris) und Michael Oberhauser (Vorsäß Sonderdach). STP






