Schwarzenberger Markt geht mit der Zeit

VN / 22.09.2026 • 10:33 Uhr
Viel
Viel “Betrieb” in der Marktstraße von Schwarzenberg. Peter Strauss

Fokus auf Qualität, Regionalität, “Käse-Olympiade” und gute alte Markttradition gelegt.

Schwarzenberg Durch Jahrhunderte war Schwarzenberg als Zentrum der Alpwirtschaft nach Ende der Alpzeit das Mekka des Viehhandels – Einkäufer aus vieler Herren Länder kamen in den Bregenzerwald, um zurückgekehrtes Alpvieh zu kaufen. Rund um diesen Viehhandel entstand reges Marktgeschehen, das sich zum größten Volksfest der Region und darüber hinaus entwickelte.

Niedergang und Neustart

Der Viehmarkt war vor allem für die Landwirtschaft der Höhepunkt im Jahresablauf. Noch Ende des 19. Jahrhunderts wechselten in Schwarzenberg fast 3000 Alptiere, Kühe, Rinder, Stiere und Ochsen, Kälber sowie Schweine ihre Besitzer, doch die Blütezeit des Schwarzenberger Marktes hatte ein Ablaufdatum: Die Bedeutung als großer Viehmarkt schwand mehr und mehr, und ab der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts galt dem heimkehrenden Vieh kaum noch Aufmerksamkeit, und auf den Markt verirrten sich nur noch eine Handvoll Marktfahrer. Das änderte sich in den 1990er-Jahren, als Traditionsbewusste das 400-Jahr-Jubiläum des Schwarzenberger Markttags zum Anlass nahmen, mit dem “Alptag & Markt” die große Tradition wieder aufleben zu lassen.

Kreative Arbeiten in Holz hatte Daniel Bereuter aus Sibratsgfäll mitgebracht. Eine Uhr mit Holzzifferblatt oder eine innovative Stehlampe konnten vielleicht schon eine Geschenksidee für Weihnachten sein . . .
Kreative Arbeiten in Holz hatte Daniel Bereuter aus Sibratsgfäll mitgebracht. Eine Uhr mit Holzzifferblatt oder eine innovative Stehlampe konnten vielleicht schon eine Geschenksidee für Weihnachten sein. Peter Strauss

1993 wurde dieser Neustart gefeiert, und die Initiatoren waren bemüht, dieses Fest “etwas anders” aufzuziehen und nach dem Motto “Weniger soll mehr sein” darauf zu verzichten, einen riesigen Markt mit vorwiegend “fremden” Marktfahrern auf die Beine zu stellen, und stattdessen auf Qualität und Regionalität zu setzen, heimischen Produzenten eine Plattform zu geben – vor allem natürlich den Älplern und Sennen. Die Käseprämierung wurde weit über den Bregenzerwald hinaus ein Highlight im bäuerlichen Jahresablauf.

Wise Feursteins Wälder Metzge ist seit vielen Jahren Fixpunkt auf dem Markt. Seine Spezialitäten waren fast ausverkauft, am Ende gingen sogar Einkaufstaschen aus, so dass Standnachbarin Beate Wehinger (Sowana - Sonne, Wasser, Natur) aushelfen musste . . .
Wise Feursteins Wälder Metzge ist seit vielen Jahren Fixpunkt auf dem Markt. Seine Spezialitäten waren fast ausverkauft, am Ende gingen sogar Einkaufstaschen aus, sodass Standnachbarin Beate Wehinger (Sowana – Sonne, Wasser, Natur) aushelfen musste.Peter Strauss

Der Alptag – viele Jahre am Vortag des Marktes gefeiert – hat sich in jüngster Zeit verschoben und wird schon eine Woche vor dem Markt begangen. Geschuldet ist diese Verschiebung dem Umstand, dass die ursprünglich mehr als ein Dutzend Alpen, die an diesem Tag mit Schwarzenberg als Ziel heimzogen, angesichts der allgemeinen Entwicklung auf den Bregenzerwälder Alpen oft früher “huo zücho” müssen, wie sich gerade heuer wieder eindrucksvoll gezeigt hat.

Mit dem Sechsar Trägerle
Mit dem Sechsar-Trägerle “Klimafitter Wald” – Setzlingen heimischer Baumarten samt Egger-Umtrunk – gab Waldaufseher Nikolaus Bischof wie schon im Vorjahr einen pflanzfertigen Denkanstoß zum Thema Wald-Zukunft. Peter Strauss

Geselligkeit im Mittelpunkt

Nun hat man sich darauf besonnen, dass auch der Forst untrennbar mit der Landwirtschaft verbunden ist und deshalb auch seinen Platz im Marktgeschehen haben soll. Mit Erfolg, der Forst ist eine Bereicherung für den Markt geworden.

Vor allem aber wurde von Anfang an große Aufmerksamkeit darauf gelegt, Schwarzenberg für einen Tag zum geselligen Treffpunkt für Gäste aus nah und fern zu machen. Ein Platz für Familienausflüge, ein Platz, wo man alte Bekannte wieder einmal trifft oder neue Freundschaften knüpft und sich vom Krankenpflegeverein im historischen Tanzhaus bis zur Gastronomie im Angelika-Kaufmann-Saal oder in der “Musik-Bar” – dort lädt der Schwarzenberger Musikverein nicht nur zur Einkehr ein, er gibt auch Anreize, sich über den Verein zu interessieren – verwöhnen lässt.

Für einen
Für einen “Baum für die Klimazukunft” ist auch in einem Hausgarten Platz. Ein humorvolles Merkblatt gab wertvolle Tipps über die Auswirkungen von Bäumen auf die Klimaentwicklung.Peter Strauss

Mit der Käseverkostung oder dem spektakulären Holzerbewerb war vor oder nach dem Marktbummel – oder auch zwischendurch – für interessante Abwechslung gesorgt, die den Ausflug nach Schwarzenberg zu einer lohnenden Freizeitgestaltung macht. STP

Mit der Mini-Holzseilbahn hatten die Kids eine spannende Beschäftigung.
Mit der Mini-Holzseilbahn hatten die Kids eine spannende Beschäftigung. Peter Strauss
Nicht alltägliches Spielzeug: das Modell einer Holz-Seilbahn.
Nicht alltägliches Spielzeug: das Modell einer Holzseilbahn. Peter Strauss
Was  an Saucen, Gewürzen, Pesto usw. in jeder Küche unentbehrlich ist, gab es bei Ulrika Eberle in Hülle und Fülle.
Was  an Saucen, Gewürzen, Pesto usw. in jeder Küche unentbehrlich ist, gab es bei Ulrika Eberle in Hülle und Fülle. Peter Strauss

 

Ein Marktklassiker schlechthin: Krankenpflegevereins wartete im Tanzhaus mit köstlichen Waffeln auf.
Ein Marktklassiker schlechthin: Der Krankenpflegeverein wartete im Tanzhaus mit köstlichen Waffeln auf. Peter Strauss
Liebevoll handgefertigte Unikate mit sinnigen Slogans bot Patricia Müller feil.
Liebevoll handgefertigte Unikate mit sinnigen Slogans bot Patricia Müller feil. Peter Strauss
An diesem Stand war gute Laune Programm . . .
An diesem Stand war gute Laune Programm .Peter Strauss
An der
An der “Musik-Bar” kam man kaum vorbei … Bei prachtvollem Spätsommerwetter war ein Aperol Spritz genau das Richtige. Peter Strauss
Der Musikverein hatte natürlich auch Unterhaltsames zu bieten.
Der Musikverein hatte natürlich auch Unterhaltsames zu bieten. Peter Strauss
Wie wär's? Vielleicht einmal ein Instrument ausprobieren . . . ?
Wie wär’s? Vielleicht einmal ein Instrument ausprobieren ? Peter Strauss
Ein
Ein “Getränke-Stopp” beim Marktbummel war für viele obligatorisch. Der Stand des regionalen Getränkeherstellers mit dem roten Sonnenschutz war deshalb meist “voll belagert”. Peter Strauss
Vor dem legendären Käslädele wurde zur improvisierten Schlachtpartie eingeladen - Blut- und Leberwürste und das erste frische Sauerkraut der Saison.
Vor dem legendären Käslädele wurde zur improvisierten Schlachtpartie eingeladen – Blut- und Leberwürste und das erste frische Sauerkraut der Saison. Peter Strauss
Den ganzen Tag über herrschte reges Treiben in der
Den ganzen Tag über herrschte reges Treiben in der “Marktgasse”. Peter Strauss
Hanna und Linus auf Marktbummel,
Hanna und Linus auf Marktbummel.Peter Strauss