Schwarzenberger Markt geht mit der Zeit

Fokus auf Qualität, Regionalität, “Käse-Olympiade” und gute alte Markttradition gelegt.
Schwarzenberg Durch Jahrhunderte war Schwarzenberg als Zentrum der Alpwirtschaft nach Ende der Alpzeit das Mekka des Viehhandels – Einkäufer aus vieler Herren Länder kamen in den Bregenzerwald, um zurückgekehrtes Alpvieh zu kaufen. Rund um diesen Viehhandel entstand reges Marktgeschehen, das sich zum größten Volksfest der Region und darüber hinaus entwickelte.
Niedergang und Neustart
Der Viehmarkt war vor allem für die Landwirtschaft der Höhepunkt im Jahresablauf. Noch Ende des 19. Jahrhunderts wechselten in Schwarzenberg fast 3000 Alptiere, Kühe, Rinder, Stiere und Ochsen, Kälber sowie Schweine ihre Besitzer, doch die Blütezeit des Schwarzenberger Marktes hatte ein Ablaufdatum: Die Bedeutung als großer Viehmarkt schwand mehr und mehr, und ab der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts galt dem heimkehrenden Vieh kaum noch Aufmerksamkeit, und auf den Markt verirrten sich nur noch eine Handvoll Marktfahrer. Das änderte sich in den 1990er-Jahren, als Traditionsbewusste das 400-Jahr-Jubiläum des Schwarzenberger Markttags zum Anlass nahmen, mit dem “Alptag & Markt” die große Tradition wieder aufleben zu lassen.

1993 wurde dieser Neustart gefeiert, und die Initiatoren waren bemüht, dieses Fest “etwas anders” aufzuziehen und nach dem Motto “Weniger soll mehr sein” darauf zu verzichten, einen riesigen Markt mit vorwiegend “fremden” Marktfahrern auf die Beine zu stellen, und stattdessen auf Qualität und Regionalität zu setzen, heimischen Produzenten eine Plattform zu geben – vor allem natürlich den Älplern und Sennen. Die Käseprämierung wurde weit über den Bregenzerwald hinaus ein Highlight im bäuerlichen Jahresablauf.

Der Alptag – viele Jahre am Vortag des Marktes gefeiert – hat sich in jüngster Zeit verschoben und wird schon eine Woche vor dem Markt begangen. Geschuldet ist diese Verschiebung dem Umstand, dass die ursprünglich mehr als ein Dutzend Alpen, die an diesem Tag mit Schwarzenberg als Ziel heimzogen, angesichts der allgemeinen Entwicklung auf den Bregenzerwälder Alpen oft früher “huo zücho” müssen, wie sich gerade heuer wieder eindrucksvoll gezeigt hat.

Geselligkeit im Mittelpunkt
Nun hat man sich darauf besonnen, dass auch der Forst untrennbar mit der Landwirtschaft verbunden ist und deshalb auch seinen Platz im Marktgeschehen haben soll. Mit Erfolg, der Forst ist eine Bereicherung für den Markt geworden.
Vor allem aber wurde von Anfang an große Aufmerksamkeit darauf gelegt, Schwarzenberg für einen Tag zum geselligen Treffpunkt für Gäste aus nah und fern zu machen. Ein Platz für Familienausflüge, ein Platz, wo man alte Bekannte wieder einmal trifft oder neue Freundschaften knüpft und sich vom Krankenpflegeverein im historischen Tanzhaus bis zur Gastronomie im Angelika-Kaufmann-Saal oder in der “Musik-Bar” – dort lädt der Schwarzenberger Musikverein nicht nur zur Einkehr ein, er gibt auch Anreize, sich über den Verein zu interessieren – verwöhnen lässt.

Mit der Käseverkostung oder dem spektakulären Holzerbewerb war vor oder nach dem Marktbummel – oder auch zwischendurch – für interessante Abwechslung gesorgt, die den Ausflug nach Schwarzenberg zu einer lohnenden Freizeitgestaltung macht. STP












