Pfarrer Friedel ist am Hochtannberg angekommen

VN / 23.09.2026 • 09:53 Uhr
Ministrantinnen und Ministrant sowie Schröckener Honoratioren holten Pfarrer Friedel zum symbolischen Einzug in die Pfarrkirche ab. PETER STRAUSS
Ministrantinnen und Ministranten sowie Schröckener Honoratioren holten Pfarrer Friedel zum symbolischen Einzug in die Pfarrkirche ab. Peter Strauss

Schröcken war die dritte “Willkommen-Station” für den neuen Seelsorger Friedel Kaufmann.

Schröcken Schulbeginn und nahender Herbst sind auch für die Diözese Marksteine: Per 1. September werden manche Pfarreien und Pfarrverbände neu besetzt, wechseln Seelsorger in einen neuen Wirkungsbereich und werden dort herzlich willkommen geheißen. Nach 14 Jahren am Tannberg hat Johannes Kolasa den Pfarrverband Schoppernau, Warth, Schröcken verlassen, um künftig in Nenzing tätig zu sein. Kolasas Nachfolge trat Friedel Kaufmann an, der seine Vorstellungs-Tour nach Schoppernau und Warth in Schröcken abschloss.

Ein „historisches“ Erinnerungsfoto: Pfarreinzug, Gipfelkreuz-Segnung und Trachten-Sonntag wurden gleichzeitig gefeiert. Trachtenträgerinnen und -träger aus Schröcken, Warth und Lech nahmen den neuen Seelsorger in die Mitte.
Trachtenträgerinnen und -träger aus Schröcken, Warth und Lech nahmen den neuen Seelsorger in die Mitte. Peter Strauss

Er sei der Friedel, mit Hochwürden habe er nichts am Hut, meinte er bei seinem festlichen Amtsantritt schmunzelnd und ging in seiner Predigt auf den Gemeinschaftssinn und die Symbolik der Hände ein. Unter anderem wies er darauf hin, dass man mit den Händen in der Tasche nichts bewegen könne und deshalb aufgefordert sei, gemeinsam anzupacken. Dessen ungeachtet dürfe man die Hände nach getaner Arbeit auch ruhig einmal in den Schoß legen und innehalten, aber auch zum Gebet falten. Und was für die Gemeinschaft wichtig ist: dem anderen die Hand zu reichen, bedeute, dass man ihn wahrnehme.

Wahrnehmen und kennenlernen wolle er nun seine neuen Pfarrfamilien in Schoppernau und am Hochtannberg. Nach zwei Jahrzehnten in Egg freue er sich auf seine neue Aufgabe in einem völlig anderen Umfeld, so der Pfarrer.

Heinz Feuerstein (l.), Steffi und Bürgermeister Stephan Schwarzmann überreichten sinnvolle Einstandsgeschenke: einen Rucksack für Bergtouren im Sommer und einen Gutschein für einen Satz Winterreifen, damit Friedel im Winter sicher nach Schröcken kommt.
Heinz Feuerstein (l.), Steffi und Bürgermeister Stephan Schwarzmann überreichten Einstandsgeschenke: einen Rucksack für Bergtouren und einen Gutschein für Winterreifen. Peter Strauss

“Du sollst dich rasch zu Hause fühlen”

In seiner Begrüßung nahm Bürgermeister Stephan Schwarzmann das “Angebot” des neuen Seelsorgers gerne an und betonte: “Mit großer Freude dürfen wir dich, lieber Friedel, in unserer Mitte willkommen heißen.”

Ein Wechsel in eine neue Gemeinde sei immer mit Erwartungen und vielen neuen Begegnungen verbunden. “Deshalb wünsche ich dir, dass du dich bei uns rasch zu Hause fühlst, offene Türen vorfindest und viele Menschen kennenlernst, die dich auf deinem Weg begleiten.”

Pfarrer Friedel segnete das spezielle Gipfelkreuz für die Juppenspitze, das zuvor von Vizebürgermeister Eric Leitner (mit Mikro) erläutert wurde.
Pfarrer Friedel segnete das spezielle Gipfelkreuz für die Juppenspitze, das zuvor von Vizebürgermeister Eric Leitner (mit Mikro) erläutert wurde. Peter Strauss

Als Willkommensgeschenk gab es für Friedel einen Rucksack und ein originelles Versprechen: “Lieber Friedel, wir wissen, dass in Schröcken nicht nur der Glaube fest sein muss, sondern im Winter auch die Bodenhaftung. Deshalb spendieren dir die Gemeinden Schröcken und Warth als Begrüßungsgeschenk den nächsten Satz Winterreifen, damit du uns stets sicher, pünktlich und unfallfrei erreichen kannst.”

Heinz Feuerstein (l.), Steffi und Bürgermeister Stephan Schwarzmann überreichten sinnvolle Einstandsgeschenke: einen Rucksack für Bergtouren im Sommer und einen Gutschein für einen Satz Winterreifen, damit Friedel im Winter sicher nach Schröcken kommt.
Begrüßt wurde Pfarrer Friedel auch von den Alphornbläsern Warther Horn. Peter Strauss

Trachtensonntag am Tannberg

Am Sonntag, 12 Uhr, steht nun die traditionelle Messe auf dem Simmel auf dem Programm und voraussichtlich in der zweiten Oktoberhälfte – so es das Wetter zulässt – der Transport des Gipfelkreuzes auf die Juppenspitze. Gesegnet wurde dieses einzigartige Kreuz nach dem Antrittsgottesdienst. Ergänzt und aufgewertet wurde der feierliche Amtsantritt auch durch den traditionellen Trachten-Sonntag, zu dem sich viele Trachtenträgerinnen und -träger aus Schröcken, Warth und Lech trafen.

Nach der feierlichen „Antrittsmesse“ feierte Schröcken bei der Agape auf dem Kirchplatz ihren neuen Seelsorger Friedel.   
Nach der feierlichen “Antrittsmesse” feierte Schröcken bei der Agape auf dem Kirchplatz ihren neuen Seelsorger Friedel. Peter Strauss

Begrüßt wurde Pfarrer Friedel auch von den Alphornbläsern Warther Horn. Dass sich der Musikverein Schröcken entschuldigte, dafür gab es vollstes Verständnis, mussten sich Musikantinnen und Musikanten erst vor wenigen Tagen von ihrem verstorbenen Kameraden Roland Schwarzmann, der 34 Jahre als Obmann wirkte, verabschieden.

Der Bergrettung wird das Gipfelkreuz auf die 2.412 m hohe Juppenspitze tragen – Hundeführer Sasha Grießer mit seiner Hündin Valentina und seine Kollegin Lena Jochum inspizierten schon mal die kostbare Fracht.
Die Bergrettung wird das Gipfelkreuz auf die Juppenspitze tragen. Hundeführer Sasha Grießer mit Hündin Valentina und seine Kollegin Lena Jochum inspizierten die kostbare Fracht. Peter Strauss

Mit Mittagessen und gemütlichem Beisammensein klang die Amtseinführung im Berghaus-Gastgarten aus. Dass dabei mit Egger-Sonnenschirmen ein wenig Heimweh-Atmosphäre geschaffen wurde, “habe ich gar nicht wahrgenommen, aber jetzt, wo du’s sagst”, lachte Hochwürden – pardon: Friedel. STP

Jodok Felder (re.), der schon die Gipfelkreuze für das Rothorn (2020) und die Höferspitze (2025) fertigte, hat jetzt gemeinsam mit dem Schröckener Tischlermeister Georg Schwarzmann und dessen Söhnen Paul und Jakob das spezielle Gipfelkreuz für die Juppe gefertigt.
Jodok Felder (re.), der schon die Gipfelkreuze für das Rothorn (2020) und die Höferspitze (2025) fertigte, hat jetzt gemeinsam mit dem Schröckener Tischlermeister Georg Schwarzmann und dessen Söhnen Paul und Jakob das spezielle Gipfelkreuz für die Juppe gefertigt. Peter Strauss
So wie im Vorjahr, als das Gipfelkreuz auf die Höferspitze getragen statt geflogen wurde, hat Jodok Felder (re.) „ausdrücklich darauf bestanden“, dass auch das „Juppenkreuz“ nach alter Bergsteiger-Tradition zu Fuß auf die Juppe (im Hintergrund) gebracht wird.
So wie im Vorjahr, als das Gipfelkreuz auf die Höferspitze getragen statt geflogen wurde, hat Jodok Felder (re.) “ausdrücklich darauf bestanden”, dass auch das “Juppenkreuz” nach alter Bergsteigertradition zu Fuß auf die Juppe (im Hintergrund) gebracht wird. Peter Strauss
Für’s Kennenlernen wollte Pfarrer Friedel keine Zeit verlieren und führte bei der Agape schon viele Gespräche mit „seinen“ Schröckenern.
Fürs Kennenlernen wollte Pfarrer Friedel keine Zeit verlieren und führte bei der Agape schon viele Gespräche mit “seinen” Schröckenern. Peter Strauss
Vor dem festlich beflaggten und blumengeschmückten Gemeindeamt präsentierten Bürgermeister Stephan Schwarzmann mit Gattin Michaela und sein Vorgänger Herbert Schwarzmann mit Gattin Brigitte unterschiedliche Trachten.
Vor dem festlich beflaggten und blumengeschmückten Gemeindeamt präsentierten Bürgermeister Stephan Schwarzmann mit Gattin Michaela und sein Vorgänger Herbert Schwarzmann mit Gattin Brigitte unterschiedliche Trachten. Peter Strauss
bei der Agape auf dem Kirchplatz war Kennenlernen angesagt.
Bei der Agape auf dem Kirchplatz war Kennenlernen angesagt. Peter Strauss
Bürgermeister Stephan Schwarzmann: „Lieber Friedel, du wirst Menschen in den schönsten, aber manchmal auch in den schwersten Momenten des Lebens begleiten. Für diese Aufgabe wünschen wir dir viel Kraft, Freude und Gottes Segen.“
Bürgermeister Stephan Schwarzmann: “Lieber Friedel, du wirst Menschen in den schönsten, aber manchmal auch in den schwersten Momenten des Lebens begleiten. Für diese Aufgabe wünschen wir dir viel Kraft, Freude und Gottes Segen.” Peter Strauss
Ein Trachtenpärchen ministrierte bei Friedels Antrittsmesse und bei der Segnung des Gipfelkreuzes.
Ein Trachtenpärchen ministrierte bei Friedels Antrittsmesse und bei der Segnung des Gipfelkreuzes. Peter Strauss
Beim Mittagessen und anschließendem gemütlichen Beisammensein klang die Amtseinführung von Pfarrer Friedel im Berghaus-Gastgarten aus – unter roten Sonnenschirmen, die an seine frühere Wirkungsstätte Egg erinnerten . . .
Beim Mittagessen und anschließendem gemütlichen Beisammensein klang die Amtseinführung von Pfarrer Friedel im Berghaus-Gastgarten aus. Peter Strauss
Die Schröckener Jugend trug die Fürbitten vor.
Die Schröckener Jugend trug die Fürbitten vor. Peter Strauss
So wie das Gipfelkreuz, das Jodok Felder im Vorjahr für die Höferspitze (im Hintergrund)  fertigte, ist auch das Kreuz für die
So wie das Gipfelkreuz, das Jodok Felder im Vorjahr für die Höferspitze (im Hintergrund) fertigte, ist auch das Kreuz für die “Juppe” eine einzigartige Konstruktion: Um einen Edelstahlkern ist ein der Juppe nachempfundener gefältelter Mantel aus Messing; für den Kreuzkörper verarbeitete Georg Schwarzmann feinjähriges Lärchenholz aus dem Bregenzerwald. Peter Strauss
Nach der Segnung geht das Gipfelkreuz als Exponat der Handwerk + Form zurück nach Andelsbuch. Erst nach dieser Ausstellung wird es auf den 2412 Meter hohen Gipfel der Juppenspitze gebracht und dort verankert.
Nach der Segnung geht das Gipfelkreuz als Exponat der Handwerk + Form zurück nach Andelsbuch. Erst nach dieser Ausstellung wird es auf den 2412 Meter hohen Gipfel der Juppenspitze gebracht und dort verankert. Peter Strauss