Platzsanierung beim FC Lustenau: “Die Pfützen sind so groß, dass darin schon Enten geschwommen sind”

VN / 30.09.2026 • 14:18 Uhr
Thomas Sperger und David Grabher vom FC Lustenau präsentieren den Sanierungsplan für den neuen Rasen im Holz.
Thomas Sperger und David Grabher vom FC Lustenau präsentieren den Sanierungsplan für den neuen Rasen im Holz. Bernadette von Sontagh

Gemeindeparlament lässt Platz im Stadion an der Holzstraße sanieren, Kritik kommt von der Opposition.

Lustenau Der Rasen im Stadion an der Holzstraße, Heimat des FC Lustenau, wird generalsaniert. Großartige Nachrichten für den Traditionsverein, für den nun jedoch organisatorisch herausfordernde Monate beginnen. Und politisch umstritten ist der eine Million Euro teure Umbau überdies.

Der Rasen beim Holz wird erneuert und mit einer integrierten Bewässerungsanlage ausgestattet.
Der Rasen beim Holz wird erneuert und mit einer integrierten Bewässerungsanlage ausgestattet. Bernadette von Sontagh

Am Donnerstagabend hat die Gemeindevertretung mehrheitlich die Sanierung des Platzes im Holz beschlossen. Die beiden Vorstandsmitglieder Thomas Sperger und David Grabher gaben den VN Einblick in die Pläne für die Rasensanierung und erklären die Wichtigkeit dieses Vorhabens aus Sicht des Vereins.

Platzsanierung beim FC Lustenau: "Die Pfützen sind so groß, dass darin schon Enten geschwommen sind"
Spiel gegen den Wiener AC zu Pfingsten 1933 vor über 6000 Zuschauern. Seitdem wurde der Platz nicht saniert. FC Lustenau

Vor allem bei starkem Regen kann auf dem Platz schnell nicht mehr gespielt werden. Das Wasser fließt nicht ab, der Platz muss deshalb gesperrt werden, um Schäden zu verhindern. Besonders problematisch ist es freitags, wenn der Sportplatz am stärksten genutzt wird. Elf Mannschaften mit insgesamt 284 Spielern sind an diesem Tag im Holz im Training. “Die Pfützen sind teilweise so groß, dass darin sogar schon Enten geschwommen sind”, sagt Thomas Sperger.

Platz unter Wasser

2024 war die Situation besonders schwierig, aber auch im vergangenen Jahr wurde der Platz insgesamt 28 Tage wegen Überflutung gesperrt. Ein Ausweichen auf die Sportstätte Wiesenrain sei nur eingeschränkt möglich, erklären die Vereinsverantwortlichen. Dort herrscht bereits ein dichter Trainings- und Spielbetrieb. “Das zeigt sich mittlerweile auch bei der Rasenabnutzung”, sagt Grabher.

Während ÖVP und FPÖ im Gemeindeparlament die Sanierung absegneten, kam von den Oppositionsparteien Kritik. “Wir kürzen aktuell überall, jeder Bürger und jede Bürgerin spürt die Maßnahmen. Umso wichtiger ist es, nun keine Ausnahme zu machen”, kritisierte Simon Vetter (Grüne) den Zeitpunkt der geplanten Sanierung in Höhe von rund einer Million Euro. “Wir Politiker haben die Pflicht, die Interessen aller im Auge zu behalten”, sagte er. Ruth Lukesch (Neos) führte an, dass die Gemeinde in den letzten Jahren über 20 Millionen Euro für die Fußballinfrastruktur ausgegeben habe.

Der FC stößt an seine Kapazitätsgrenzen. Auch am Wiesenrain sind Rasenabnutzungen deutlich zu erkennen. Der Rasen hat kaum Erholungsphasen.
Der FC stößt an seine Kapazitätsgrenzen. Auch am Wiesenrain sind Rasenabnutzungen deutlich zu erkennen. Der Rasen hat kaum Erholungsphasen. Bernadette von Sontagh

Zwei neue Trainingsplätze

Der Bau zweier neuer, nur vorübergehender Fußballplätze dürfte zur angespannten Finanzsituation beitragen: Damit der Trainingsbetrieb während der Bauarbeiten weitergehen kann, erhält der Verein von der Gemeinde zwei zusätzliche Fußballplätze im Rheinvorland, rechts neben der Brücke beim Wiesenrain. “Bis Rhesi kommt, können wir dort trainieren”, erklärt Grabher.

Wo die Heimspiele der Kampfmannschaft ausgetragen werden, ist hingegen noch offen. Trotz der Herausforderungen überwiegt bei den Verantwortlichen die Freude über die Sanierung. Schließlich soll der Platz nach 101 Jahren erneuert werden und damit auch langfristig für den Nachwuchs erhalten bleiben. “Die Kinder haben eine Trainingsmöglichkeit im Dorf und können selber mit dem Fahrrad oder dem Scooter zu uns kommen”, sagt Sperger. Der FC will damit auch künftig dafür sorgen, dass im Holz Fußballgeschichte geschrieben wird.

Sanierung startet im November

Ende November sollen die Arbeiten beginnen. Der bestehende Rasen wird abgetragen, anschließend wird der Platz mit mehreren Schichten neu aufgebaut. Im Zuge der Sanierung erhält der FC auch eine integrierte Bewässerungsanlage. Die Banden rund um das Spielfeld will der Verein in Eigenleistung erneuern. Noch offen ist, was mit der Mauer rund um das Stadion passiert. In den kommenden Tagen wird entschieden, ob sie ebenfalls vom Verein saniert wird oder stattdessen ein Doppelstabgitterzaun errichtet wird. Im Juli kommenden Jahres sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. BVS

Thomas Sperger und David Grabher demonstrieren, was alles erneuert wird.
Thomas Sperger und David Grabher demonstrieren, was alles erneuert wird. Bernadette von Sontagh