Mehr Sicherheit am Warther Holzbodentunnel

Stützwand, Krumbachbrücke und Tunnel werden instand gesetzt und eine neue Betriebsstation gebaut.
Warth Seit Juli gibt es auf der L 200 zwischen Hochkrumbach und Warth Verkehrsbehinderungen durch Bauarbeiten im Bereich des Westportals des Holzbodentunnels. Autofahrer und Biker können die kurzen Wartezeiten verschmerzen, “bekommen” sie doch dafür ab Beginn der Wintersaison mehr Sicherheit in diesem Straßenabschnitt.
Mit einer Investition von 1,5 Millionen Euro wurde zum einen die Stützmauer vor dem Tunnel auf einer Länge von etwa 50 Metern saniert und die elektromaschinelle Ausrüstung im 168 Meter langen Holzbodentunnel instand gesetzt. Diese Arbeiten sind so gut wie abgeschlossen, die einstreifige Verkehrsführung mittels Ampel bleibt bis zum Abschluss der Brückensanierung aufrecht. Die Baumaßnahmen inkludieren auch den Neubau einer Tunnelbetriebsstation.

Eine Schlüsselstelle
Im Verlauf der L 200, die vom Kreisverkehr Dornbirn-Nord ausgehend gut 60 km die Lebensader des Bregenzerwaldes bildet und zudem das Rheintal mit Tiroler Lechtal bzw. Arlberg verbindet, ist der Bereich zwischen Passhöhe und Warth eine Schlüsselstelle, die schon vor der Besiedelung durch die Walser ein wichtiger Handelsweg war, auf dem zum Beispiel Salz von Hall in Tirol nach Vorarlberg gebracht wurde.
Dieser Saumpfad, der bis ins 20. Jahrhundert der einzige Weg von Warth zur Passhöhe war, ist heute der beliebte Wanderweg “auf der alten Salzstraße”. Der Straßenbau begann erst vor knapp 100 Jahren: 1933 auf Warther Seite, der Ausbruch des 168 m langen Tunnels zwei Jahre später. Auf der anderen Seite, in Schröcken, wurde die 1935 eröffnete Hochtannbergbrücke errichtet und erste Baumaßnahmen zur Weiterführung der Straße – damals nicht über den Pass, sondern über den Körbersee nach Lech geplant – getroffen.
Der Zweite Weltkrieg stoppte auf beiden Seiten des Passes die Arbeiten, und nach 1945 dauerte es noch fünf Jahre, ehe alte Pläne verworfen und die Straßenführung über den Pass beschlossen wurde. Abgeschlossen wurde der Lückenschluss im Spätherbst 1953, offiziell eröffnet wurde der Streckenabschnitt von Schröcken bis zum Pass im Frühjahr 1954.

Schrittweiser Ausbau
Warth war damit an den Bregenzerwald angeschlossen, im Winter war diese Straßenverbindung jedoch alles andere als sicher und erforderte immer wieder lange Sicherheitssperren, wenn die Lawinensituation entsprechend war. Als in Warth (1964) und Schröcken (1965) mit den ersten Liften der Aufbau der Skigebiete begann, drängten die beiden Gemeinden auf einen lawinensicheren Straßenausbau. Es blieb vorerst bei Stückwerk, der größte Teil zwischen Holzbodentunnel und Warth blieb offen. Die Verbauung nahm erst Fahrt auf, als 1970 zwei Spaziergängerinnen auf der offenen Straße verschüttet wurden und ums Leben kamen und ein Jahr später ein Schneerutsch einen mit fünf Personen besetzten Pkw in die 70 Meter tiefe Schlucht des Krumbachs stürzen ließ.

Ein “Osterwunder”
Den Rettungskräften bot sich ein unglaubliches Bild: Bevor der sich überschlagende Pkw im hochwasserführenden Krumbach landete, wurden alle fünf Insassen herausgeschleudert – vier von ihnen landeten wie Skispringer im Aufsprung auf einem Schneefeld, das den Aufprall abfederte, und blieben kaum verletzt am Bachufer liegen, eine Frau stürzte auf einen Felsen neben dem Schneefeld und erlitt tödliche Verletzungen.
Jetzt ging es sehr schnell, die lawinen- und steinschlaggefährdeten Lücken wurden geschlossen, und heute ist das gesamte Straßenstück durch eine durchgehende 1153 Meter lange Galerie geschützt. 1994 wurde auch der Tunnel ausgebaut. STP