Neustart für Dornbirner Kultlokal – was jetzt im „Grünen Pavillon“ entsteht

Nach fast 30 Jahren endete im Frühjahr in der Markstraße eine Ära. Nun übernehmen zwei bekannte Gesichter – und wollen in dem ehemaligen Szene-Lokal neue Maßstäbe setzen.
Dornbirn Braucht es in Zeiten stark gestiegener Kosten und Personalmangels Mut, ein neues Lokal zu eröffnen? Für Sebastian Ganahl (29) und Tarkan Koc (52) lautet die Antwort: Nein. “Wenn man etwas richtig macht und sich voll reinhängt, klappt es. Man muss nur dran glauben”, sind die beiden überzeugt.

Genau das will das Duo nun unter Beweis stellen. Gemeinsam hauchen Ganahl und Koc dem ehemaligen Szene-Lokal “Grüner Pavillon” neues Leben ein. Der bekannte Dornbirner Party-Hotspot hat im März aufgrund einer Insolvenz nach knapp 30 Jahren seine Türen geschlossen. Nun soll dort mit dem “Café Primi” ein neues gastronomisches Konzept entstehen. Die Eröffnung ist für Ende des Jahres geplant.
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Kennengelernt haben sich die beiden im Café Momo in Feldkirch, das Tarkan Koc vor vier Jahren eröffnet hat. “Ich war dort Stammgast, und mit der Zeit ist daraus eine Freundschaft und Zusammenarbeit entstanden”, erzählt Sebastian Ganahl. Der 29-Jährige arbeitet als selbstständiger Fotograf und Filmemacher und ist auch international als Model tätig.

Vor rund einem Jahr entstand die Idee, ein gemeinsames Café zu eröffnen. Mit seiner Größe und zentralen Lage bietet der ehemalige „Grüne Pavillon“ laut Ganahl und Koc dafür ideale Voraussetzungen. Für Tarkan Koc ist der Ort zudem mit vielen Erinnerungen verbunden. “Da waren wir früher natürlich sehr oft, das war für uns eine Stammbeiz”, erzählt der 52-Jährige.

Viel erinnert heute allerdings nicht mehr an das “Pavi”, wie ihn Generationen von Dornbirnern kannten. Die Möbel sind ausgeräumt, die alte Einrichtung entfernt, auch das markante grüne Schild über dem Eingang wurde abmontiert. Sebastian Ganahl und Tarkan Koc wollen dem Lokal nun ihre ganz eigene Handschrift verleihen.

Das Konzept für das “Café Primi” haben die beiden sorgfältig durchdacht. Der Name bedeutet aus dem Italienischen übersetzt “die Ersten” und verweist auf das erste gemeinsame Lokal der beiden Gastronomen. Gleichzeitig soll das Café nach Angaben der Betreiber auch das erste seiner Art in Dornbirn sein, das Cafébetrieb, Genuss und Kultur miteinander verbindet.

Ein klassisches Laptop-Café wollen sie bewusst nicht schaffen. Stattdessen soll der Ort möglichst analog bleiben und Menschen zusammenbringen. “Wir möchten, dass man hier Leute kennenlernt und miteinander ins Gespräch kommt. Es soll ein Begegnungsraum werden”, sagt Tarkan Koc, der seit über 30 Jahren im Gastgewerbe tätig ist.

Großen Wert legen die Betreiber auch auf die Qualität der Produkte. Beim Kaffee setzen sie auf Specialty Coffee der Trevo Kaffeerösterei aus Bezau. “Wir verkaufen keinen Industriekaffee, sondern Kaffee der höchsten Qualitätsstufe. Uns ist wichtig, dass die Herkunft des Kaffees nachvollziehbar und die gesamte Kette transparent ist”, betont Ganahl. “Es ist nicht einfach nur ein Kaffeehaus. Wir wollen damit neue Maßstäbe in Dornbirn setzen”, ergänzt Koc, dessen Lokal in Feldkirch schon mehrfach von Falstaff als bestes Kaffeehaus Vorarlbergs ausgezeichnet wurde. Ergänzt werden soll das Angebot im “Primi” durch süße Speisen sowie saisonale Mittagsmenüs mit regionalen Zutaten. Die Café-Leitung übernimmt künftig der erfahrene Gastronom Jan Fladenhofer.

Während sich im Erdgeschoss tagsüber der reguläre Cafébetrieb abspielt, wird der Keller künftig an ausgewählten Wochenenden bespielt. Geplant sind unter anderem Konzerte, Pop-up-Events, Workshops, Vorträge und Clubabende mit ausgewählten DJs. Doch das ist längst nicht alles, was im Keller passieren soll. Zu viel wollen die beiden noch nicht verraten, nur so viel: “Es wird etwas Einzigartiges, so etwas gibt es auf der ganzen Welt noch nicht.”
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