Neue Pläne für die Alpe Rauz

VN / 09.10.2026 • 16:00 Uhr
Neue Pläne für die Alpe Rauz
Der knapp 80 Meter hohe Messmast wurde im Sommer abgebaut. Vn/Steurer

Die Eigentümerin will den Natur- und Artenschutz auf der weitläufigen Fläche forcieren.

Klösterle, Gamprin Die Windräder sind vom Tisch, nun rücken der Natur- und Artenschutz wieder in den Fokus: Wie berichtet, wurde vor wenigen Wochen das geplante Windkraftprojekt auf der Alpe Rauz endgültig abgeblasen. Die von den illwerke vkw in Auftrag gegebenen Messungen hatten ergeben, dass der Wind für einen wirtschaftlichen Betrieb der fünf Anlagen nicht ausreicht. Der knapp 80 Meter hohe Messmast ist mittlerweile abgebaut. Nun hat die Eigentümerin, die liechtensteinische Gemeinde Gamprin, die nächsten Schritte für ein weiteres Projekt auf der rund 7,2 Quadratkilometer großen Fläche im Gemeindegebiet von Klösterle eingeleitet.

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Johannes Hasler
Johannes Hasler ist der Gemeindevorsteher von Gamprin. Statt der Windkraft rückt auf der Alpe Rauz nun der Natur- und Artenschutz wieder in den Fokus.

Das Dilemma: Mit der Aufgabe traditioneller Weidenutzungen verändert sich die Landschaft zusehends. Während manche Flächen immer intensiver genutzt werden, werden andere, schwerer zugängliche oder weniger ertragreiche Bereiche kaum noch oder gar nicht mehr bewirtschaftet. Dadurch könnten wertvolle Lebensräume langfristig verloren gehen. Mit dem Projekt „Stärkung der Naturwerte auf der Alpe Rauz“ soll das verhindert werden. Der Bericht des UMG Umweltbüros Grabher aus Dornbirn liegt bereits vor. In der jüngsten Sitzung hat der Gampriner Gemeinderat nun beschlossen, die erforderlichen finanziellen Mittel für die weiteren Projektphasen und die schrittweise Umsetzung der fünf vorgeschlagenen Maßnahmen in die Budgetplanung aufzunehmen. Unter anderem soll der Lebensraum des Birkhuhns durch gezielte Pflege verbessert werden. Auch Moore und Kleingewässer sollen erfasst werden. Darüber hinaus sind Erhebungen zu seltenen Heuschrecken- und Vogelarten vorgesehen.

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Neue Pläne für die Alpe Rauz
Im neuen Gesetz zum beschleunigten Ausbau erneuerbarer Energien (EABG) ist vorgesehen, dass bis 2030 in jedem Bundesland Windkraftanlagen errichtet werden.

Nach der Windmessung ist vor der Windmessung: Die illwerke vkw haben ab diesem Herbst Lasermessungen am Klaratsberg in Egg geplant. „Kann das erforderliche Potenzial nachgewiesen werden, sind wir zuversichtlich, nach weiteren Abstimmungen mit allen relevanten Stakeholdern die Voraussetzungen für die Realisierung eines Windparks schaffen zu können“, teilt die illwerke vkw auf Anfrage mit. Insgesamt wurden im Vorjahr drei neue potenzielle Windkraftgebiete ins Auge gefasst. Neben dem Klaratsberg kommen auch Schuttannen und das Bödele laut Windatlas infrage. Am Ende muss aber nicht nur der Wind passen. Auch Erreichbarkeit und Zufahrt, die Möglichkeit zur Trassierung der Stromableitung, ausreichende Abstände zu bewohnten Gebieten sowie Aspekte des Natur- und Landschaftsschutzes spielen eine Rolle. Hinzu kommen Fragen des Grundeigentums, der Nutzungsrechte und Dienstbarkeiten sowie nicht zuletzt die Zustimmung der zuständigen Stadt- oder Gemeindegremien und die Akzeptanz in der Bevölkerung.

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Neue Pläne für die Alpe Rauz
Die Alpe Rauz liegt oberhalb der Arlbergpassstraße.

Nach ersten Abklärungen habe sich das Gebiet um den Klaratsberg als realistisches und grundsätzlich konsensfähiges Potenzialgebiet herauskristallisiert, erläutert der Vorarlberger Energieversorger. „Bei den weiteren untersuchten Flächen ist dies derzeit nicht in vergleichbarer Weise gegeben. Deshalb setzen wir am Klaratsberg gezielt den nächsten Schritt.“