Ganz kleiner Zirkus feiert Dornbirner Stadterhebung

Am 23. und 24. Oktober wird “Damals in Dornbirn” im Kulturhaus aufgeführt.
Dornbirn Im November 1901 wurde aus der größten Marktgemeinde der österreichisch-ungarischen Monarchie offiziell eine Stadt. Die Dornbirner hatten damit das Ziel jahrtausendelanger Bemühungen erreicht – zumindest, wenn man dem Ganz kleinen Zirkus glaubt. In seiner neuen Produktion “Damals in Dornbirn” reist das Zirkusensemble der Musikschule Dornbirn durch die Stadtgeschichte, zurück bis zu den Dinosauriern. Die jüngsten Artisten hinterlassen als Saurier ihre Spuren an der Dornbirner Ach und legen damit den Grundstein für eine Entwicklung, die in der Stadterhebung vor 125 Jahren gipfelt.

Artistische Zeitreise
Das Publikum erlebt eine rasante Zeitreise durch die Epochen. “Es gibt zwei durchgehende Rollen im Stück – zwei Dornbirner, die immer auf Reisen sind und alle weltweiten Trends mitbringen”, erzählt Stefan Schlenker, der das Stück gemeinsam mit Tochter Johanna geschrieben hat. So erfahren die Urzeitmenschen, die noch in Höhlen leben, dass man in Ägypten bereits Häuser baut. Kurzerhand erfinden sie das Rad und beginnen, feste Unterkünfte zu bauen. Inspiriert von den Römern gründen sie einen Wochenmarkt, schaffen Karren an und sorgen für die ersten Staus rund um den Dornbirner Marktplatz.

Nach demselben Muster geht es weiter: Im Mittelalter richten die Dornbirner Ritterturniere aus und erfinden Turmuhr und Buchdruck, um die Wettkämpfe zu organisieren und anzukündigen. Nach dem Vorbild Salzburgs veranstalten sie große Bälle – inklusive selbst gebastelter Mozartperücken. “Das Ergebnis ist entzückend”, sagt Schlenker. Wie beim Ganz kleinen Zirkus üblich, gestalten die Kinder und Jugendlichen auch Szenen selbst mit.

Zirkus in allen Facetten
Später halten Hunde nach englischem Vorbild Einzug, ein Elektrizitätskraftwerk entsteht im Rappenloch, und die erste Sägerbrücke wird gebaut. Sogar Kaiser Franz und Sissi kommen nach Dornbirn und führen das erste Telefonat. “Wir halten uns bewusst nicht streng an die historischen Vorgaben – wir möchten die Menschen ja vor allem unterhalten”, sagt Stefan Schlenker. Für Unterhaltung sorgen die Zirkusnummern: Jonglage, Einräder, Akrobatik, Diabolo, Rola Bola, Vertikaltücher und Flower Sticks. “Die üblichen Zutaten – alles, was der Zirkus hergibt, und ein bisschen Theater”, fasst Stefan Schlenker zusammen.

Auf der Bühne stehen knapp 40 Artisten zwischen acht und 19 Jahren. Die Proben laufen seit Ende der Sommerferien und werden von Stefan und Johanna Schlenker gemeinsam geleitet. “Wir haben schon einen riesigen Fundus an Kostümen, aus dem wir uns für die verschiedenen Epochen bedienen konnten”, erzählt Johanna Schlenker.

Zwei Vorstellungen
Doch wird Dornbirn am Ende tatsächlich zur Stadt? “Ob hier eine Stadt entsteht, seht ihr, wenn das Licht angeht” – dieser Satz fällt am Ende jeder Szene. Bis zum Schluss bleibt es allerdings dunkel auf der Bühne.
Wer wissen möchte, was Dornbirn noch fehlt, kann “Damals in Dornbirn” am Freitag, 23. Oktober, um 19 Uhr oder am Samstag, 24. Oktober, um 15 Uhr im Kulturhaus erleben.
Informationen und Tickets gibt es unter musikschule.dornbirn.at/veranstaltungen/musikschulveranstaltungen. LCF




