Reiche Beute beim Schüblingschießen

Das kultige Schüblingschießen in Lustenau meldete sich eindrucksvoll zurück.
Lustenau Das erste Oktober-Wochenende war in Lustenau jahrzehntelang Pflichttermin zum sportlich-geselligen Treffen am Schießstand am Kobler. Dann zwang der desolate Zustand des Schießstandes zu einer Pause – doch jetzt meldete sich das kultige Schüblingschießen eindrucksvoll zurück: Zahlreiche Amateure belagerten den KK-Stand und machten zwei Tage lang Jagd auf besondere Beute: Mit 624 Serien “erlegten” sie 530 Schüblinge und 568 Packungen Manner-Schnitten, auf gut Lustenauerisch: “Wäbli”, wie Kassier Walter Hagen am Ende der gelungenen Veranstaltung bilanzierte.

“Es war eine gute Idee”, schmunzelte der “Finanzminister”, “dass wir neben klassischen Schüblingen – natürlich von unserer Virglar-Metzg – alternativ Wäbli anboten. Jedenfalls entschieden sich mehr als ein Drittel für vegetarische Belohnung.”
Vorgaben dafür waren wie eh und je die gleichen: Am KK-Stand durfte liegend aufgelegt geschossen werden, in einer Zehnerserie gab es für drei Zehner oder vier Treffer zwischen 6 und 9 wahlweise einen Schübling oder zwei Manner. Theoretische Maximalausbeute somit: für sechs Zehner plus vier Treffer von 6 bis 9 gesamt drei Schüblinge oder sechs Manner.

Persönlichen Ehrgeiz geweckt
Mit seinen Kolleginnen und Kollegen von der Lustenauer Schützengilde hatte der – nach wie vor – Meisterschütze Walter Hagen alle Hände voll zu tun, die Amateure am KK-Stand zu betreuen und mit guten Tipps zu versorgen. Offenbar mit Erfolg, denn die Treffsicherheit der großteils völlig ungeübten Schützinnen und Schützen konnte sich durchaus sehen lassen: Rein rechnerisch wurden pro Serie 1,28 “Preise” ausgegeben, und nur wenige Schützinnen oder Schützen gingen ganz leer aus, weil sie die Mindestanforderung von vier Treffern zwischen 6 und 9 nicht erbracht hatten.

Die “Ausbeute” stand jedoch bei diesem traditionellen Event nicht im Vordergrund, es ging vielmehr um die Geselligkeit in einem speziellen Ambiente. Nebenbei lag es in der Natur der Sache, dass es für Stammtisch- und Jasserrunden oder andere Besuchergruppen auch um einen internen Wettstreit ging. Da wurde konzentriert um jeden Ring gerungen – und das pushte zu respektablen Leistungen. 97 von 100 möglichen Ringen kamen so als Tagesbestmarke zustande – auf ein 60-Schuss-Wettkampfprogramm hochgerechnet immerhin 582 von 600 möglichen Ringen.

Thurgauer Jeep-Freunde
Das Gros der Gäste beim Schüblingschießen kam natürlich aus Lustenau und der näheren Umgebung, darunter auch ehemalige Schützenfunktionäre wie Lothar Bösch. Vereinzelt legten sich auch spezielle “Exoten” auf die Pritschen des KK-Standes. Wie die Jeep-Freunde aus Münsterlingen im Schweizer Kanton Thurgau. Eine bemerkenswerte Runde von Oldtimer-Freunden, die den Weg nach Lustenau gefunden hatte.

“Wir sind eine lustige Runde von Jeep-Fahrern”, verriet deren Chef Rainer Britt nach “getaner Arbeit” beim abschließenden Umtrunk auf der Terrasse des Schießstandes. “Insgesamt sind wir acht, heute sind jedoch nur fünf Fahrer mit Begleitung dabei. Unsere Fahrzeuge sind Baujahr 1954 bis 1963 und sorgfältig gepflegt. Wir machen regelmäßig Ausfahrten – wohin, weiß niemand, das plane ich jeweils geheim”, meinte er verschmitzt, und einhelliges Kopfnicken in der Runde bestätigte ihm, dass dieser Ausflug eine gute Idee war. Schießen ist nicht so ihr Ding, beim Militär die Grundausbildung – aber das sei auch schon ein paar Jährchen her, und so gesehen waren die 92 Ringe, auf die Bruno Lorenzato als bester Schütze der Gruppe stolz verweisen konnte, gar nicht so schlecht. STP




