Bei Lustenaus Schützen geht es wieder um die Wurst

Nach fast 20 Jahren Pause laden Lustenaus Schützen zum kultigen Schüblingschießen ein.
Lustenau Traditionsvereine listen in der Chronik manche Höhen und Tiefen ihrer Vereinsgeschichte auf – speziell dann, wenn sie seit Generationen sportlich wie gesellschaftlich eine gewichtige Rolle im dörflichen Geschehen spielen. Für Lustenaus Schützengilde – 1846 gegründet und damit ältester Verein der Marktgemeinde – trifft dies in besonders drastischer Art und Weise zu. Das stete Auf und Ab gipfelte vor etwa 20 Jahren in einer schweren Krise, weil der Kleinkaliber-Schießbetrieb für viele Jahre nicht möglich war und sogar eine Auflösung des Traditionsvereins kein Tabu war.
Nachhaltiger Höhenflug
Mit dem Bau der neuen Anlage, die vor einem Jahr offiziell eröffnet werden konnte, schlug das Pendel nun wieder in die andere Richtung aus, und die Lustenauer Schützen setzten zu einem neuen nachhaltigen Höhenflug an – sportlich wie gesellschaftlich, wie Oberschützenmeister Heinz Hagen stolz berichtet. Auch deshalb, weil das Projekt mit der Jägerschaft realisiert wurde. Waren es in den 1970er- und 1980er-Jahren vor allen die Kleinkaliberschützen, die sportliche Glanzlichter setzten, so sorgen seit der Eröffnung der neuen Anlage vor allem die Pistolenschützen für Furore.
Schützengilde ist “wieder da”
Auch gesellschaftlich geht es wieder steil nach oben: “Nach Einstellung des Schießbetriebes wegen Baufälligkeit des Schießstands am Kobler – der schließlich wegen Unsanierbarkeit komplett abgerissen werden musste – liefen uns die Mitglieder davon, wir sind zu einem Kleinverein mit nur noch etwa 100 Unentwegten geschrumpft”, blickt Oberschützenmeister Heinz Hagen auf die Phase zurück, in der der Schützengilde fast die Auflösung drohte.
“Nach dem Baubeschluss für die neue Anlage wendete sich das Blatt, ehemalige Mitglieder kehrten zurück, neue kamen hinzu, und inzwischen ist der Mitgliederstand wieder auf mehr als 330 angewachsen.
Neustart für “Schüblingjäger”
Viele Jahre war das Schüblingschießen eine Woche vor der Lustenauer Kilbi ein Pflichttermin, nicht nur geübte Schützen aus nah und fern pilgerten an den Schießstand am Kobler und machten “Jagd” auf Schüblinge. Nach der Schießstand-Eröffnung 2025 “waren wir mit der Vorbereitung auf das Fest so beschäftigt, dass sich das Schüblingschießen leider nicht mehr ausging”, so Hagen, der stattdessen mit seinem Team, sozusagen als Probelauf zu Jahresanfang, das Krapfenschießen organisierte. Mit durchschlagendem Erfolg, denn der Andrang war so gewaltig, dass die Krapfen bald “ausverkauft” waren.
“Wir hoffen natürlich sehr”, so Hagen, “dass die Freunde der Schützengilde auch zum legendären Schüblingschießen wieder an den Kobler kommen und unsere Kultveranstaltung beim Neustart an frühere Zeiten anknüpfen kann.” Vegetarier sind übrigens ebenso willkommen, ihre Belohnung für Treffsicherheit wird statt in Schüblingen in Manner-Schnitten ausgehändigt.
Die Regeln sind gleich wie früher: Am KK-Stand darf liegend aufgelegt geschossen werden, in einer Zehnerserie gibt es für drei Zehner oder vier Treffer zwischen 6 und 9 wahlweise einen Schübling oder zwei Manner. Geschossen wird ausschließlich mit Standgewehren. Schießzeiten: Samstag, 3. Oktober, 13 bis 17 Uhr und Sonntag, 4. Oktober, 9 bis 17 Uhr. STP


