Familiäre Kilbi-Alternative in Hohenweiler

Wem Lustenaus Volksfest zu stressig war, der konnte am Sonntag kann es auf dem Herbstmärktle gemütlicher angehen.
Hohenweiler Landauf, landab ist wieder Marktzeit – vom Rhein bis in den Bregenzerwald wird zu solchen Festveranstaltungen eingeladen, und die Organisatoren haben es nicht leicht, mit ihren Märkten “einander aus dem Weg zu gehen”. Für Hohenweiler stellt sich diese Frage nicht, das kleine, aber feine Herbstmärktle findet alljährlich am gleichen Tag wie die große Kilbi in Lustenau statt – auch die 26. Auflage einer Veranstaltung, die seinerzeit entstanden ist, als die Gemeinde mit dem hokus die räumliche Möglichkeit zur Organisation solcher Events geschaffen hatte.
Zur 1200-Jahre-Feier hatte sich die Gemeinde den Mehrzwecksaal zum Jubiläumsgeschenk gemacht – mit der “Auflage”, diesen auch mit Leben zu füllen. Das Herbst-Märktle war eine dieser Aktivitäten, die zu den Höhepunkten im Hohenweiler Veranstaltungskalender zählen.

Alternative statt Konkurrenz
Traditionell am zweiten Sonntag im Oktober. Nicht weil man den Lustenauern im “Kampf” um Marktbesucher Konkurrenz machen will, sondern um ganz bewusst eine Alternative, ein familiäres Treffen in der nördlichsten Gemeinde des Landes zu bieten.
Und die Rechnung ging auch heuer wieder auf – nicht nur die Ortsbevölkerung traf sich zum Markt und natürlich im Marktcafé, das im hokus eingerichtet war, auch viele Besucher aus nah und fern suchten den Weg nach Hohenweiler.

Vereine, regionale Anbieter
Statt Volksfest-Rummel bietet das Hohenweiler Märktle in erster Linie den Vereinen – Fußballer und Schützen sind da besonders aktiv – eine Möglichkeit, sich mit einem Marktauftritt zu präsentieren und die Vereinskasse mit gastronomischem Angebot aufzubessern. Daneben bieten regionale Marktständler allerlei an – von Honig oder selbstgemachter Marmelade über Gestricktes und Gehäkeltes bis zu selbst gebasteltem Schmuck oder kunstvollen Schnitzereien. Man kommt nicht in Verlegenheit, es ist für jeden Geschmack ein “Marktkrömle” zu finden.

Endlich wieder ein Café
Ja, und dann ist im Hokus auch wieder ein gemütliches Café eingerichtet – etwas, das in der Gemeinde seit Jahren schmerzlich vermisst wird, denn seit Längerem ist Hohenweiler “gasthausfrei”. Bei Kaffee und Kuchen kann man sich für einen Tag wieder daran erinnern, wie es war, als in Hohenweiler noch fast ein halbes Dutzend Wirtschaften zur Auswahl standen. Sie haben allesamt nach und nach dichtgemacht – seit Jahren gibt es nur noch Egons Buschenschank, doch der darf nur eingeschränkt offenhalten.

Und so bleibt den Marktbesuchern beim gemütlichen Hock im hokus nur das Spekulieren, ob es mit einem Café in den noch freien Räumlichkeiten in der Zentrumsverbauung doch noch etwas wird oder ob das ehemalige Gasthaus Löwen gegenüber reaktiviert werden kann. Herbert Sohm, der vor wenigen Tagen zum Bürgermeister gewählt wurde, hat in seinem “Regierungsprogramm” jedenfalls angekündigt, dass ihm ein solches Dorfcafé oder eine Dorfwirtschaft ein großes Anliegen ist, um das er sich intensiv bemühen möchte. STP



