Kapelle “Unserer Lieben Frau” in Zwischenbäch

VN / 13.10.2026 • 17:27 Uhr
Die Kapelle fügt sich harmonisch in den Hang ein.
Die Kapelle fügt sich harmonisch in den Hang ein. OS

An der Straße auf die Tschengla steht seit über 100 Jahren eine kleine Kapelle.

Bludenz Fährt man von Bürserberg durch die Parzelle Zwischenbäch auf die Hochebene Tschengla, kommt man an einer kleinen Kapelle vorbei, die sich unmittelbar neben der Straße befindet. Sie wurde in der Zeit des Ersten Weltkriegs 1915 errichtet und ist der Muttergottes geweiht.

Die Kapelle ist auf einem leicht geneigten Hang erbaut worden. Sie hat einen rechteckigen Grundriss, ist etwa 6 Meter lang und 3,5 Meter breit. Die Mauern sind massiv ausgeführt, gedeckt ist sie mit einem geschindelten Satteldach. Auf dessen First ist unmittelbar über dem Altarbereich ein fast überdimensionierter offener Glockenreiter angebracht, dessen Glockenstuhl mit einem steilen, geschweiften und ebenfalls geschindelten Turmhelm abgedeckt ist. Über diesem erhebt sich auf der Turmkugel ein großes lateinisches Kreuz mit rundlichen Endknäufen.

Fatima-Madonna als Mittelpunkt des kleinen Gotteshauses.
Fatima-Madonna als Mittelpunkt des kleinen Gotteshauses. OS

Der Innenraum ist durch einen Rundbogen, in dem ein schmiedeeisernes Gitter mit Voluten und Blattmotiven angebracht ist, in zwei Bereiche getrennt. Im Betraum, der durch zwei große Rundbogenfenster Licht erhält, stehen auf beiden Seiten je zwei schlichte Betbänke. Die Decke ist in verschiedenen Blau-, Orange- bis Brauntönen ornamental bemalt, die Wände sind türkis gestrichen und schließen unter der Decke mit einem dekorativ bemalten Zierfries sowie farblich abgesetzten Zierleisten ab.

Im Altarraum, der auch durch zwei Fenster – in der Höhe etwas kleiner als die des Betraums – Licht erhält, befindet sich an der Nordwestseite der Kapelle der schlichte Altar, dessen Mensa über die gesamte Breite des Raums reicht. Im Zentrum steht in einer blauen Nische eine Statue der betenden Fatima-Madonna. An der Wand links hängt ein Bildnis der Muttergottes, die sich dem Jesuskind zuwendet. Es ist in einem historisierenden, byzantinischen Stil gestaltet, der im frühen 20. Jahrhundert häufig anzutreffen ist und durchaus mit der Entstehungszeit der Kapelle korreliert. An der rechten Seite hängt ein schwarzes Holzkreuz mit einer eher volkstümlich-religiösen Christusdarstellung. Auf der Mensa ist links eine geschnitzte Christophorus-Statue platziert, rechts ein weiteres, deutlich kleineres Kruzifix, das auf einem Sockel steht.

Die kleine Kapelle wird nach wie vor liturgisch genutzt, etwa für Andachten an Sonntagen im Mai. OS