Streiflicht: Wer ist H.?

Im Kalender steht es schwarz auf weiß: „Mittwoch, 16 Uhr, H.“ Mit Ausrufezeichen. Der Termin endet um 17.15 Uhr. Die zentrale Frage aber lautet: Wer ist H.?
Der Treffpunkt könnte Auskunft geben, aber darüber schweigt der Kalender sich aus. Ganz so, als handle es sich um eine große Selbstverständlichkeit. Das grenzt den Kreis der Verdächtigen ein, oder? Schon durchforstet das Gehirn die Reihe möglicher Vornamen: Herbert, Hans, Helmut… Oder ist es eine Frau? Mit Ausrufezeichen? Das regt die Fantasie an, klärt aber nichts. Weder Telefonnummer noch Mailadresse helfen weiter. H. bleibt ein Rätsel.
So wird am Mittwoch um 16 Uhr – im Büro, im Park, im Café um die Ecke? – ein Mensch namens H. auf die Uhr sehen und sich denken: „Jetzt kommt er gleich.“ Fünf Minuten später wird der Zweifel erwachen und später in Enttäuschung umschlagen. Es sei denn, H. hat im eigenen Kalender nur „T.“ stehen. Es wäre doch tröstlich, wenn es noch so einen Schussel gäbe auf der Welt.