Zebrastreifen sichtbarer gemacht

Rote Markierungen für mehr Sicherheit in der Lustenauer Zellgasse.
Lustenau Die Zellgasse soll für Fußgänger und Radfahrer sicherer werden. Anrainer der Zellgasse – allen voran die “Initiative sichere Zellgasse” – in Lustenau fordern schon lange, dass hier Verbesserungen umgesetzt werden müssen. Nun wurden im Zuge der Belagserneuerungen Ende September die Zebrastreifen zusätzlich mit roten Bodenmarkierungen versehen. Ein erster Schritt in die richtige Richtung, wie Amelie Merten von der Initiative betont.
Rote Streifen machen Schutzwege sichtbarer
Vor allem für Kinder, die auf ihrem Schul- oder Kindergartenweg die Zellgasse queren müssen, bleibt die Situation herausfordernd. Denn nicht immer halten Autofahrer an, wenn Fußgänger am Zebrastreifen warten. Der achtjährige Leonardo kennt die Situation. Er muss von der Bahngasse kommend die Zellgasse überqueren. “Ich halte immer die Hand raus und schaue gut. Erst wenn die Autos stehen bleiben, überquere ich die Straße”, erzählt er am Morgen. Auch Frank Bargon begleitet seine achtjährige Tochter Victoria täglich zur Schule. Die neuen roten Markierungen an den Zebrastreifen begrüßt er, sieht darin aber noch keine ausreichende Lösung. Besonders gefährlich seien jene Fahrzeuge, die vom Ried kommend in Richtung der Ampel bei Iveco unterwegs sind. Wenn die Ampel aus der Entfernung bereits grün zeigt, würden Autofahrer den Schutzweg und wartende Personen mitunter nicht mehr ausreichend wahrnehmen.



Gefahrenstellen bleiben bestehen
Wie wichtig zusätzliche Unterstützung ist, zeigt sich für Bargon auch daran, ob der pensionierte, ehrenamtliche Helfer in der Früh vor Ort ist. Dieser steht nahezu täglich mit Warnweste und Stock an der Zellgasse und hilft Kindern und Erwachsenen beim Überqueren der Straße. “Man merkt, wenn der nette Herr in der Früh mit dem Stock nicht hier steht, um uns über die Straße zu helfen. Dann ist es deutlich gefährlicher”, sagt Bargon. Eine weitere Gefahrenstelle entsteht, wenn sich der Verkehr auf der Fahrbahn in Richtung Ampel staut. Dann schlängeln sich Kinder mitunter zwischen den wartenden Autos hindurch, während die Gegenfahrbahn weiterhin frei ist. Aus Sicherheitsgründen begleiten Bargon und seine Frau ihre Tochter deshalb täglich auf dem Schulweg.
Initiative spricht sich für weitere Maßnahmen aus
Amelie Merten von der “Initiative sichere Zellgasse” begrüßt die Verbesserungen, die im Zuge der Belagserneuerung umgesetzt wurden. Für mehr Sicherheit brauche es jedoch weitere Schritte. Denn neben den Fußgängern dürften auch die Radfahrer nicht vergessen werden. “Leider ist bis jetzt nichts für die Sicherheit der Radfahrer gemacht worden. Die sind weiterhin auf der Straße”, kritisiert Merten. Auch die von der Initiative geforderten und von der Gemeindevertretung im Jahr 2024 beschlossenen baulichen Maßnahmen, die Lkw an einer Weiterfahrt durch das Ried hindern sollen, seien noch nicht umgesetzt. Zudem stehe die Errichtung einer bedarfsgesteuerten Ampelanlage durch das Land Vorarlberg weiterhin aus. Für die Initiative ist daher klar, dass die zusätzlichen Markierungen allein nicht ausreichen. “Sicher ist die Straße noch lange nicht. Hier fehlen weitere wichtige Maßnahmen”, betont Merten. Die roten Markierungen an den Schutzwegen sind damit ein erster Schritt. Aus Sicht der Anrainer müssen weitere Maßnahmen folgen, damit Kinder und Erwachsene die Zellgasse künftig sicherer zu Fuß oder mit dem Fahrrad nutzen können. Besonders der viel diskutierte Übergang von der Scheibe ins Schweizer Ried fehlt trotz der Belagserneuerung. BVS

