Fahrplan für „Bregenz Mitte“ wird konkreter: Bahnhof vor dem Abriss

Von der Verlegung der L202 hängt vieles ab. Bis Ende des Jahres sollen wichtige Entscheidungen fallen.
Bregenz Es ist mehr als nur ein Straßenbauprojekt. Die geplante Verlegung der Seestraße (L202) in Bregenz gilt als Schlüssel für die Neugestaltung des Bahnhofsareals und der angrenzenden Stadtentwicklungsprojekte wie Seestadt und Seequartier. Ohne die Neuordnung der Verkehrsführung zwischen Bahnhof und Mehrerauerbrücke ließen sich die Vorhaben nicht in der vorgesehenen Form umsetzen.

Die L202 soll künftig parallel zu den Bahngleisen verlaufen. Geplant sind zudem eine großzügige Fußgängerunterführung vom Bahnhof zum Festspielbezirk, ein Radweg zwischen Quellenstraße und Haltestelle Hafen sowie eine durchgängige Busspur. Die Machbarkeitsstudie „Verkehr Bregenz Mitte” wurde Anfang 2023 präsentiert. Im April 2024 haben Stadt, Land und ÖBB entsprechende Vereinbarungen unterzeichnet. Nun stehen weitere entscheidende Schritte an.

Das Vorprojekt sei im Laufe des Jahres weiterentwickelt und konkretisiert worden, derzeit laufen die Abstimmungen zwischen den Projektpartnern, heißt es aus dem Landhaus. Auch die Gespräche zwischen Land und Stadt über die Kostenaufteilung seien gut verlaufen. “Es ist alles sehr positiv”, bestätigt Bürgermeister Michael Ritsch. „Die Mitarbeiter sind nun dabei, die Vereinbarung zu formulieren. Die Verhandlungen mit den ÖBB haben wir im November. Wenn diese Runde durch ist, gehen wir mit dem Kostenschlüssel in die Gremien“, führt er aus. Ziel ist ein Stadtvertretungsbeschluss im Dezember.

Bereits in der Stadtvertretungssitzung am Donnerstag (22. Oktober) steht eine weitere Entscheidung im Zusammenhang mit „Bregenz Mitte“ an: In der Absichtserklärung (Letter of Intent) zwischen der Seequartier Projekt GmbH und der Landeshauptstadt Bregenz ist laut Ritsch festgehalten, dass die Seequartier-Verantwortlichen das bestehende Bahnhofsgebäude kommendes Jahr an Ostern abreißen. Anschließend dürfen sie vorübergehend einen Parkplatz errichten, der wie jener der Seestadt von der Stadt bewirtschaftet wird. Neben der Lage, der Höhe und den Nettogeschossflächen ist auch die Platzgestaltung Thema. „Die Außenräume bei den Gebäuden müssen in der Qualität des Kornmarktplatzes gestaltet werden. Das heißt gelber Asphalt, Bäume, Brunnen, Bänke“, ergänzt Ritsch.

Wie es nach Dezember weitergeht? Das Land verweist hinsichtlich des Zeitplans auf die ÖBB. Bevor die Landesstraße verlegt werden kann, müsse die Unterführung errichtet werden. Wie die ÖBB auf Anfrage mitteilen, wird der Baubeginn nach wie vor für Anfang der 2030er-Jahre angepeilt. Der Bürgermeister nennt weitere Details zu “Bregenz Mitte”. „Es gibt schon einen konkreten Zeitablauf. Von 2029 bis 2034 werden verschiedene Baufelder und Abschnitte gebaut. Wir haben im November noch einmal ein großes Treffen mit allen Beteiligten. Wenn es für alle passt und wir im Dezember alles beschlossen haben, dann gehen die Projektbetreiber in die Detailplanung.“
