Andelsbuch wird wieder Mekka des Meckerns

Traditioneller Markt, Ziegenausstellung, Schafpräsentation und große Norikerschau.
Andelsbuch Er zählt zu den größten Volksfestveranstaltungen des Landes – der im Volksmund mit “Goaßamat” umschriebene Aufmarsch Tausender Besucher aus nah und fern, die am Nationalfeiertag von 9 bis 18 Uhr auf der zur Marktmeile umfunktionierten L 200 zwischen mehr als 100 Ständen von Highlight zu Highlight flanieren.
Zurück zu den Wurzeln
Dabei hat der “Goaßamat” in den mehr als vier Jahrzehnten seines Bestehens Höhen und Tiefen durchlaufen, die Ziegen waren zwischenzeitlich zur “Randerscheinung” verkommen – noch irgendwo in einem Hinterhof als fast bedeutungslose Schau.

Doch dann haben sich traditionsbewusste Verantwortliche an die Anfänge erinnert, und heute wird den Ziegen wieder jener Raum eingeräumt, der ihnen als “Gründungsmitglieder” zusteht, und sie dürfen Andelsbuch wieder zum Mekka des Meckerns machen.

Auch Schafe und Noriker
Und sie sind nicht allein, wenn sie sich ab 10 Uhr im Ring der Jury stellen: Schon um 9 Uhr ist Auftriebsende für die Bregenzerwälder Schafpräsentation. Dabei werden Zucht- und Nutzschafrassen vorgestellt. Um 9.30 beginnt die Vorarlberger Norikerschau. Nach dieser Pferdebewertung stellen sich die schönsten Noriker um 14 Uhr der Wahl zur Gesamtsiegerin.

Am Anfang standen Pferde
Wenn heute vom “Goaßamat” die Rede ist, dann vergisst man leicht, dass das Andelsbucher Volksfest eigentlich mit Pferden begann: Die Norikerfreunde organisierten 1949 ihre erste Ausstellung in Egg und übersiedelten 1960 nach Andelsbuch.

Dort verbanden die Organisatoren die Norikerschau 1984 mit einer kleinen Ziegenausstellung.

“D’Schübling sind usganga”
Damit wollte man Kinder und Familien ansprechen – und übertraf mit dem ersten gemeinsamen Markt für Ziegen und Noriker alle Erwartungen, die im legendären Ausspruch “d’Schübling sind usganga” gipfelten. Ein Spruch, der ebenso wie die “Marke Goaßamat” zum geflügelten Wort für das Volksfest wurde.

Damit noch nicht genug: Die Ausstellungsinitiatoren begannen, um die Ausstellungen von Norikern und Ziegen ein großes Markttreiben aufzubauen. Andelsbucher Gewerbetreibende boten zunächst ihre Waren feil, doch die Organisatoren des Marktes hatten Größeres im Sinn. Sie besuchten Märkte im ganzen Land, wo sie Marktfahrer einluden, am Nationalfeiertag doch nach Andelsbuch zu kommen. Eine Werbeaktion mit durchschlagendem Erfolg: Längst werden auf der gesperrten L 200 mehr als 100 Stände aufgebaut, die alles bieten, was Besucher erwarten.

Ziegen gerieten dann zwar – wie eingangs erwähnt – mit der Zeit ins Hintertreffen, heute sind sie aber wieder die Stars.

Um 10 Uhr beginnt die Bregenzerwälder Ziegenausstellung mit anschließender Wahl der Gesamtsiegerziege. Und dann gibt es auf dem “Goaßamat” nichts mehr zu meckern – ausgenommen sind natürlich die vierbeinigen Besucher …

Davon gibt es im Land immer mehr: Der Ziegenzuchtverband, in dem rund 300 Mitglieder zusammengefasst sind, hat aktuell rund 13.000 Zuchtziegen registriert – Tendenz steigend. STP
