Gemeinsam etwas bewegen

VN / 22.10.2026 • 11:01 Uhr
Beim 34. Klassensprechertreffen im Dornbirner Kulturhaus setzten sich 113 Jugendliche mit Demokratie und Mitbestimmung auseinander.
Beim 34. Klassensprechertreffen im Dornbirner Kulturhaus setzten sich 113 Jugendliche mit Demokratie und Mitbestimmung auseinander. Huber

Jugendliche erlebten beim Klassensprechertreffen in Dornbirn Demokratie.

Dornbirn. “Wie funktioniert Demokratie im Alltag? Was bedeutet es, Verantwortung zu übernehmen, und wie können junge Menschen ihre Umgebung mitgestalten?” Mit diesen Fragen beschäftigten sich 113 Jugendliche beim 34. Klassensprechertreffen kürzlich im Dornbirner Kulturhaus. Unter dem Motto “Zuhören, mitreden, mitgestalten” ging es um Möglichkeiten, sich in Schule und Stadt einzubringen. Dornbirn setzt seit 30 Jahren auf Jugendbeteiligung und nimmt damit eine Vorreiterrolle im deutschsprachigen Raum ein.

113 Jugendliche kamen im Dornbirner Kulturhaus zusammen, um über Mitbestimmung, Zusammenhalt und ihre Rolle in der Gesellschaft zu sprechen.
113 Jugendliche kamen im Dornbirner Kulturhaus zusammen, um über Mitbestimmung, Zusammenhalt und ihre Rolle in der Gesellschaft zu sprechen. Huber

Bürgermeister Markus Fäßler betonte, Demokratie beginne dort, wo Menschen Verantwortung übernehmen, ihre Meinung einbringen und gemeinsam Lösungen suchen. “Die Stadt möchte Jugendlichen Möglichkeiten geben, Dornbirn mitzugestalten”, erklärte er.

Im Workshop “#Was geht mich das an?!” beschäftigte sich Franziska Völlner vom Jüdischen Museum Hohenems mit demokratischen Prozessen. Demokratie beginne nicht erst im Parlament, sondern auch im Klassenzimmer, im Freundeskreis und in alltäglichen Begegnungen.

Zuhören, diskutieren und eigene Ideen einbringen standen beim Klassensprechertreffen im Mittelpunkt.
Zuhören, diskutieren und eigene Ideen einbringen standen beim Klassensprechertreffen im Mittelpunkt. Huber

Demokratie beginnt im Kleinen

Ein weiterer Schwerpunkt waren die Rechte und Pflichten von Klassensprechern. Die Jugendlichen überlegten, wie sie Anliegen ihrer Mitschüler aufnehmen und unterschiedliche Interessen fair vertreten können. Schon im schulischen Alltag könnten sie Verantwortung übernehmen, Kompromisse finden und das Zusammenleben beeinflussen.

Das 34. Klassensprechertreffen kam bei den Jugendlichen super an.
Das 34. Klassensprechertreffen kam bei den Jugendlichen super an. Huber

Ein Workshop widmete sich den politischen Entscheidungsebenen von Stadt, Land und Bund bis zur Europäischen Union. Die Teilnehmer erfuhren, wer für welche Aufgaben zuständig ist und wie politische Entscheidungen ihren Alltag prägen. Freizeitangebote, öffentliche Verkehrsmittel und Bildung machten deutlich, wie nahe Politik am eigenen Leben ist.

Auch der Jugendmarktplatz war Teil des Programms. Bei zehn Jugendorganisationen konnten sich die Jugendlichen über Projekte, Angebote und Beteiligungsmöglichkeiten informieren.

Jonas Köb von der HTL Dornbirn war begeistert von den Workshops und nahm viel mit vom Klassensprechertreffen.
Jonas Köb von der HTL Dornbirn war begeistert von den Workshops und nahm viel mit vom Klassensprechertreffen. Huber

Wenn Jugendliche für andere Verantwortung tragen

Besondere Aufmerksamkeit galt dem Projekt “Young Carers”, das Julia Hametner aus Wien vorstellte. Es richtet sich an Jugendliche unter 18 Jahren, die kranke oder beeinträchtigte Angehörige pflegen oder im Alltag unterstützen. In Österreich betrifft das rund 42.700 junge Menschen. “Sie helfen im Haushalt, begleiten Angehörige zu Terminen und müssen diese Aufgaben mit Schule, Freizeit und eigenen Bedürfnissen vereinbaren”, erzählte sie. Das Projekt machte auf ihre oft wenig sichtbare Verantwortung aufmerksam. “Wer andere unterstützt, braucht selbst Verständnis und Hilfe. Auch darin zeigt sich gelebte Demokratie: hinsehen, niemanden übersehen und dafür sorgen, dass alle gehört werden”, so Hametner.

In den Workshops ging es um Rechte und Pflichten, demokratische Entscheidungen und den Umgang mit unterschiedlichen Meinungen.
In den Workshops ging es um Rechte und Pflichten, demokratische Entscheidungen und den Umgang mit unterschiedlichen Meinungen. Huber

Jugendkoordinator Elmar Luger, der das Projekt vor 30 Jahren mit Engagierten ins Leben rief, erinnerte daran, dass Demokratie täglich gelebt und gestaltet werden müsse. Christian Weiskopf, Obmann des Vereins jugendornbirn, unterstrich die Bedeutung der Beteiligungsarbeit: “Die Veranstaltung verbindet politische Bildung mit praktischen Erfahrungen und zeigt, dass Mitbestimmung eine Chance ist, das eigene Umfeld zu verändern.” CTH

Das Team rund um das 34. Klassensprechertreffen:Stehend v.l.n.r.: Ben Brzaj, Hannes Judt, Gabriele Schärmer, Ingo Schrank, Carola Vuissa, Julien Bendol, Silvia Uzundal, Elmar Luger, Julia Hametner, Kerstin Lubetz, Elisabeth Bischof, Lisabell Semia Roth, Franzsika Völlner, Gisela Rauscher, Doris Hörburger, Fabian Stauss , sitzend: Lilith Knauf, Laura Tomas, Tanja Dorn, Carmen Salcher, Elisabeth Himmer.
Das Team rund um das 34. Klassensprechertreffen: Stehend v. l. n. r.: Ben Brzaj, Hannes Judt, Gabriele Schärmer, Ingo Schrank, Carola Vuissa, Julien Bendol, Silvia Uzundal, Elmar Luger, Julia Hametner, Kerstin Lubetz, Elisabeth Bischof, Lisabell Semia Roth, Franziska Völlner, Gisela Rauscher, Doris Hörburger, Fabian Stauss, sitzend: Lilith Knauf, Laura Tomas, Tanja Dorn, Carmen Salcher, Elisabeth Himmer. Huber
Demokratie beginnt im Alltag. Beim Klassensprechertreffen erfuhren die Jugendlichen, wie sie Verantwortung übernehmen und etwas bewegen können.
Demokratie beginnt im Alltag. Beim Klassensprechertreffen erfuhren die Jugendlichen, wie sie Verantwortung übernehmen und etwas bewegen können. Huber
Mit sichtlicher Freude waren die Jugendlichen beim Klassenprechertreffen dabei.
Mit sichtlicher Freude waren die Jugendlichen beim Klassensprechertreffen dabei. Huber