Andelsbuch war im Ausnahmezustand

Tausende kamen wieder zum traditionellen Markttreiben mit “tierischem Rahmenprogramm”.
Andelsbuch Am Nationalfeiertag wurde Andelsbuch seinem Ruf als größter Treffpunkt der Region einmal mehr gerecht – das Markttreiben mit seinem “tierischen Rahmenprogramm” lockte wieder Tausende Besucher zum Volksfest, für das alles angerichtet war: Auf der gesperrten L 200 waren rund 100 Marktstände aufgebaut, die von kulinarischen Köstlichkeiten über allerlei Nützliches bis zu Geschenkideen schon für Weihnachten alles boten, was man auf einer Marktmeile erwartet.

Einladende Gartenwirtschaften
Trockenes und angenehmes Herbstwetter tat ein Übriges, sodass nicht nur Andelsbuchs Indoor-Gastronomie, sondern auch die in reichem Maße vorbereiteten Open-Air-Wirtschaften zum Verweilen einluden. Vor allem im Markt-Zentrum zwischen Rathaus, Werkraumhaus und Bahnhof, wo auch DJ Schauf für zünftige musikalische Unterhaltung sorgte.

Unterhaltsam auch die Auftritte heimischer Tierzüchter, die vor allem Kinderherzen höherschlagen ließen. Etwa beim Eselreiten oder geduldigen Füttern der Schafe. Eher für “die Großen” war die Leistungsschau der Noriker. Die Norikerzüchter gründeten 1940 ihren Verein und organisierten nach dem Zweiten Weltkrieg die erste große Ausstellung in Egg. 1960 wechselte diese nach Andelsbuch und war somit die “Wiege” der heutigen Großveranstaltung.

Heute halten gut 40 Züchter in Vorarlberg etwa 150 Pferde, knapp die Hälfte davon wurde in Andelsbuch den Wertungsrichtern vorgeführt.

Tradition und Vielfalt
Jahre später gesellten sich zu den Pferden die Ziegen und der Markt, der sich mit der Zeit zum größten Volksfest der Region entwickelte und mit Tradition und Vielfalt jedes Jahr Tausende Besucher aus nah und fern anlockt.

Und nicht nur Besucher – auch Marktfahrer kommen von weither und ergänzen die traditionellen heimischen Aussteller durch Vielfalt. Etwa ein Spezialstand aus Neu-Ulm, der von langen Warteschlangen “belagerte” Spezialitätenstand aus Südtirol oder Marktfahrer aus dem Tiroler Lechtal.

“Wir kommen nicht mehr nach”
Heimischer “Fixstern” im Marktgeschehen war neben den Wälder-Metzge-Brüdern Wise und Norbert Feurstein oder der Familie Bär (Naze’s Hofkäserei “mit dem besten Raclette weit und breit”) die Bäckerei/Konditorei Künz, wo die Brüder Dominik und Michael mit ihrem Team alle Hände voll zu tun hatten, ihre Kundschaft, die geduldig für das “Markenzeichen” des Marktes anstand, zu bedienen. Was für Lustenaus Kilbi die legendären Käsdönnala sind, sind beim Goaßamat die Künz-Krapfen.

“Live” herausgebacken direkt vor den vielen Kunden und nicht nur als vor Ort genüsslich verspeiste Köstlichkeit, sondern mehr noch meist als “Krapfen-to-go” als beliebtes Mitbringsel für die Daheimgebliebenen geschätzt.

Manche Kunden vertrieben sich die Wartezeit im Künz-Café oder im Gastgarten, wo “Onkel Thomas” zum Wunschkonzert aufspielte. Wie viele Krapfen denn schon über die Theke gingen? Eine Frage, die Dominik und Michael Künz ein mildes Lächeln entlockt: “Wir kommen mit dem Backen nicht mehr nach, wer hat da noch Zeit zum Zählen?”

“Gründungsmitglieder” erinnern sich
Während es bei der “süßen Versuchung” noch rund ging, fanden andere schon Zeit, sich an die Anfänge zu erinnern. Zum Beispiel Alois “Wise” und Norbert Feurstein von der Wälder Metzge: “Auf dem Greberhof hatten die Greber-Brothers Christian und Wolfgang schon einige Jahre zuvor ihre Ziegen zur Schau gestellt. Als dann unser Däta Franz dazu erstmals eine Musik organisierte und auch der Markt entstand, war der Grundstein für das heutige Volksfest gelegt.” STP














