„Massiv zurückgefahren“ – Zadra kritisiert Kürzungen bei Bussen

Linien fallen weg, Takte werden ausgedünnt: Die stärksten Einschnitte gibt es im Oberen Rheintal und in Feldkirch.
Schwarzach „Mir blutet das Herz“, sagt Daniel Zadra (Grüne). Denn mit der jährlichen Fahrplanumstellung am 13. Dezember wird das Busangebot in Vorarlberg in mehreren Regionen reduziert. „Es gibt punktuelle Verbesserungen, aber größtenteils ist es eine wesentliche Verschlechterung für die Fahrgäste.“ Besonders umfangreich sind die Änderungen beim Landbus Oberes Rheintal und beim Stadtbus Feldkirch. Das geht aus einer Anfragebeantwortung der Grünen durch Landesstatthalter und Mobilitätslandesrat Christof Bitschi (FPÖ) hervor. Dieser betont darin, dass bei Bahnverbindungen keine Streichungen vorgenommen werden.

Wegfall und Ausbau
Im Oberen Rheintal werden zum Beispiel die Linien 431, 441, 456, 457 und 481 gänzlich gestrichen. Teile davon werden in andere Linien integriert. Gleichzeitig wird eine neue Frühverbindung für Schichtarbeiter geschaffen.

Beim Stadtbus Feldkirch wird das Angebot vor allem abends und am Wochenende reduziert. Die „bedarfsgerechte Taktausdünnung“ betrifft zum Beispiel die Linien 402 und 403. Diese werden ab 20 Uhr im 60-Minuten-Takt fahren. Auch das Fahrplanende wird bei manchen Linien angepasst, etwa auf 19 Uhr unter der Woche.
Außerdem wird es beim Stadtbus Dornbirn, beim Ortsbus amKumma und beim Landbus Unterland Anpassungen geben. Zum Beispiel fallen bei den Stadtbussen 210 und 211 vier „unrentable Frühabendverbindungen“ weg. Das Betriebsgebiet Hohe Brücke im Industriepark Wolfurt erhält hingegen eine neue Linie, die durch einen vollautomatisierten E-Bus bedient wird. Vor rund zwei Wochen führte Postbus noch Verhandlungen mit dem Vorarlberger Verkehrsverbund (VVV), um eine Beauftragung für den Betrieb des Busses zu erreichen. Nun wird die Linie als fixes Angebot angeführt.

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Auch beim Landbus Montafon werden zusätzliche Kurse eingeführt. „Eigentlich war es geplant, die Montafonerbahn auszubauen, das hat nicht funktioniert. Deshalb wird dort nun der Bus als zweite Wahl erweitert“, sagt Zadra.
Positiv herausheben möchte er den überregionalen Ausbau nach St. Gallen und Friedrichshafen sowie die teilweise Umstellung auf E-Busse. Allgemein sei der Wegfall von Verbindungen in diesem Jahr jedoch deutlich größer als in den Jahren zuvor: „Das steht in keiner Relation – es wird massiv zurückgefahren“, betont Zadra. Das mache den öffentlichen Verkehr für Fahrgäste unattraktiver.
Verantwortung
Laut Bitschi sollen die Maßnahmen Kosten sparen und „bestehende Überangebote abbauen“. Bei manchen Linien sei die Nachfrage zu gering. Auch vonseiten der Stadt Feldkirch sind diese Punkte entscheidend: „Wir richten das Stadtbusangebot an der tatsächlichen Nutzung aus.“ Man möchte „die vorhandenen Ressourcen möglichst effizient einsetzen“.
Das Land Vorarlberg sei gemeinsam mit dem Bund für das Angebot im Schienenregionalverkehr zuständig. Aber bei den Bussen liegt die planerische und finanzielle Hauptverantwortung primär bei den Städten, Gemeinden und regionalen Gemeindeverbänden, lässt Bitschi wissen. Das Land unterstütze sie finanziell.

„Es ist eine gemeinsame Verantwortung“, entgegnet Zadra darauf. „Das Land hat eine Steuerungsmöglichkeit, es kommt lediglich auf die Prioritäten drauf an.“ Diese sehe er bei Bitschi nicht im öffentlichen Verkehr.
Auf die Frage, mit welchen Maßnahmen die Landesregierung mehr Menschen zum Umstieg vom Pkw auf Bus und Bahn bewegen und die Klimaziele erreichen wolle, antwortet Bitschi knapp: „Das Angebot sowohl im Bahn- und Busverkehr wird weiter optimiert, wodurch das hohe Niveau bei der Nachfrage im ÖPNV gehalten und weiter ausgebaut werden soll.“