So werden Volksschüler zu Energieforschern

In der Volksschule Leopold werden die Drittklässler mit Experimenten zu Energieforschern.
Dornbirn Ein Windrad, ein paar kräftige Atemzüge – und schon leuchtet ein kleines Licht. In der 3b der VS Leopold braucht es an diesem Vormittag nicht viel, um die Aufmerksamkeit der Kinder zu gewinnen. Kaum steht das Experiment bereit, wird schon ausprobiert und gerätselt. Was passiert, wenn man in das Windrad pustet? Woher kommt die Energie, die das Licht zum Leuchten bringt?

Ariane Weifner vom Energieinstitut Vorarlberg hat verschiedene Materialien mitgebracht. Auf dem Boden liegen Karten mit Energieformen, dazu kleine Versuchsobjekte wie besagte Windräder oder ein Generator zum Ankurbeln. Aufgeregt wagen die Kinder verschiedene Versuche und ordnen dann im Sitzkreis die Energieform, die dahintersteckt, gemeinsam zu.

Fragen und eigene Erklärungen
Immer wieder gehen die Hände nach oben. Die Kinder fragen und erfahren unter anderem, wie Photovoltaik funktioniert und was Solarzellen machen. Auch eigene Erkenntnisse werden besprochen. So beschreibt Lejs, was er beim Pusten in das Windrad gesehen hat – und kann den Zusammenhang bereits schlüssig erklären. Ariane Seifert ist begeistert: “Das sind richtig coole Beobachtungen!” Die Kinder sollen nicht nur die Begriffe lernen, sie sollen vor allem selbst beobachten und nachdenken.

Besonders laut wird es beim gemeinsamen Versuch. Ein kleines Boot mit Wassertank wird von einer Kerze erhitzt. Wenig später setzt es sich im Wasserkübel in Bewegung. Die Klasse staunt nicht schlecht, aus mehreren Ecken kommen “Ahhh” und “Ohhhh”. Und der Vergleich mit einem Vulkan – über den die 3b erst kürzlich gelernt hat – wird gestellt. Auf Weifners Frage nach der Energieform kommt rasch die Antwort: “Natürlich Wärmeenergie!”

Drei Termine für Energieforscher
Der Besuch ist Teil des Projekts “energiewerkstatt.schule” des Energieinstituts Vorarlberg. Das Programm richtet sich an die dritte und vierte Schulstufe und umfasst drei Workshops. Die Einheiten finden im Wochenabstand statt. Für die 3b stehen in diesem Monat noch zwei weitere Termine mit Weifner auf dem Programm. Auch die 3a kam am Mittwochvormittag in den Genuss des ersten Workshops.

In den kommenden Einheiten geht es um den Zusammenhang zwischen Energieverbrauch und Treibhauseffekt. Die Kinder lernen, wie sich Stromverbrauch messen lässt. Dafür können sie ein Messgerät mit nach Hause nehmen und dort elektrische Geräte überprüfen. Die Ergebnisse werden später gemeinsam besprochen. Dabei geht es unter anderem um Stand-by-Verbrauch und ums Stromsparen im Alltag.

Wissen für den Alltag
Eine Energiesparkarte und ergänzende Materialien sollen das Gelernte auch nach den Workshops präsent halten. Die Kinder können etwa prüfen, ob Licht unnötig angeschaltet ist, Geräte im Stand-by-Modus Energie verbrauchen oder die Waschmaschine erst eingeschaltet wird, wenn sie voll ist. Zum Abschluss erhalten sie eine Energie-Urkunde.

Für die Volksschule ist das Angebot kostenlos. Durchgeführt wird es vom Energieinstitut Vorarlberg im Auftrag des Landes und der Illwerke-VKW-Gruppe. In der 3b ist der erste Schritt jedenfalls gelungen. Ida, Julia, Henri, Ertugrul, Lejs & Co. dürfen sich ab sofort stolze Energieforscher nennen. CTH











