Regionalität und Bio sind Trumpf

Immer mehr Vorarlberger achten beim Einkauf auf die Herkunft der Lebensmittel.
Schwarzach. An den Kassen der Lebensmittelgeschäfte ist der Trend in barer Münze zu messen. Die Verantwortlichen der großen Vorarlberger Handelsketten Spar und Sutterlüty tragen dieser Entwicklung mit der Erweiterung des regionalen wie des biologischen Angebots Rechnung. Spar kratzt derzeit an der 700-Artikel-Marke, der Rewe-Konzern hat 1100 Bio-Produkte im Angebot, und auch der Diskonter Hofer baut seine Marke „Zurück zum Ursprung“ kontinuierlich aus.
Regionalität bevorzugt
Die Anstrengungen der großen Händler, die das Bio-Geschäft längst aus der grauen Spezialisten-Ecke geholt haben, werden durch die vom Institut Dr. Berndt durchgeführte VN-Umfrage gestützt. Immer mehr Vorarlberger achten beim Einkauf darauf, wie ihre Lebensmittel produziert werden und woher sie kommen. Die Frage der Herkunft ist dabei auf jeden Fall wichtiger als die der Herstellung. Regionale Lebensmittel sind für 24 Prozent der Befragten wichtig, nur drei Prozent schauen auf biologisch angebaute Lebensmittel. Allerdings: Eine klare Mehrheit (53 Prozent) der Befragten erachtet eine Kombination aus Regionalität und biologischem Anbau als wichtig und richtig. Dieses Ergebnis kann auch Philipp Giselbrecht von der Firma Sutterlüty nur bestätigen: „Im Kaufverhalten sehen wir, dass der Trend klar in die Richtung Bio und Regionalität geht. Den Kunden ist aber die Regionalität noch wichtiger.“ Ein weiterer Schritt, um diesem Trend zu entsprechen, ist die geplante enge Zusammenarbeit von Sutterlüty mit dem Klostergut Mehrerau, die vor Kurzem fixiert wurde.
Der Trend ist eindeutig
Vergleicht man die Zahlen der letzten Umfrage 2011, zeichnet sich der Trend klar ab: 64 Prozent der Frauen achten beim Einkauf auf die Herstellung. 2011 waren es erst 53 Prozent. Am bewusstesten kaufen übrigens Senioren ein. Auch bei ihnen sind es 64 Prozent, die Wert legen auf regionale und biologische Produkte. Umso jünger die Konsumenten sind, umso weniger kümmert sie die Provenienz ihrer Genuss- und Lebensmittel. 46 Prozent der jungen Leute (bis 29 Jahre) ist das wichtig, im vergangenen Jahr waren das aber noch viel weniger, nämlich 34 Prozent. Gegen den Trend agieren die 30- bis 44-jährigen Vorarlberger. 2011 achteten noch 53 Prozent auf die Herkunft von Milch, Fleisch und Co, heuer sind es nur noch 47 Prozent.
41 Prozent der Konsumenten sind laut Dr. Berndt bereit, für Lebensmittel mit einwandfreier Herkunft mehr zu bezahlen, davon 8 Prozent „viel mehr“ und 33 Prozent „etwas mehr“. Auch in pekuniären Belangen sind Frauen die forscheren. 46 Prozent des weiblichen Geschlechts schauen im Supermarkt auf Siegel und Ursprungsbezeichnungen. Nicht wirklich erstaunlich: Umso mehr Geld in der Haushaltskasse ist, umso eher sind die Kunden bereit, tiefer in den Geldbeutel zu langen für regionale und biologische Lebensmittel. 48 Prozent der Gutverdiener bekunden ihre Bereitschaft, die Mehrarbeit der Landwirte und Lebensmittelhandwerker besser
zu honorieren als für Massenware ohne garantierte Herkunft. Fachleute wie Spar-Vorarlberg-Chef Gerhard Ritter sind überzeugt, dass in Zukunft noch mehr Menschen bewusst einkaufen. Doch noch bewegt sich die gesamte Bio-Schiene auf einem niedrigen Niveau. „Die Kunden fragen regionale Lebensmittel stark nach. “
Immer mehr Menschen achten beim Einkauf auf die Herkunft.
Edwin Bernd