5000 Anrufe unter „141“

Vorarlberg / 08.01.2013 • 21:35 Uhr
Die Bereitschaftsdienstnummer sorgt für Beschäftigung bei den RFL-Mitarbeitern. Fotos: VN/Hofmeister
Die Bereitschaftsdienstnummer sorgt für Beschäftigung bei den RFL-Mitarbeitern. Fotos: VN/Hofmeister

Bereitschaftsdienstnummer gut angenommen, doch schlechte Meldemoral der Ärzte.

Feldkirch. Die Bereitschaftsdienstnummer 141 scheint in der Bevölkerung angekommen zu sein. Darauf lassen zumindest die bisherigen Frequenzen schließen. Seit dem Start im Oktober des vergangenen Jahres verzeichnete die Rettungs- und Feuerwehrleitstelle (RFL) auf der neuen Nummer knapp 4900 Anrufe. In 3400 Fällen kam es zu einem Einsatz. Weniger gut klappt es allerdings mit der Zulieferung von aktuellen An- und Abwesenheitsdaten durch die niedergelassenen Ärzte. „Das ist nach wie vor ein großes Problem“, bestätigt RFL-Leiter Siegfried Marxgut. Es gebe jedoch die Zusage, dieses Manko zu beheben. Demnächst sollen auch Gespräche dazu stattfinden.

Starke Weihnachtswoche

Der Umstand, dass die Bereitschaftsdienstnummer noch nicht so reibungslos funktioniert, wie sie sollte, manifestierte sich vor allem zwischen Weihnachten und Dreikönig. Also in jenen Tagen, an denen auch viele Mediziner im Urlaub sind. Wer wann die Ordination geschlossen hielt, entzog sich jedoch vielfach der Kenntnis der RFL-Mitarbeiter. „Die Suche nach einem diensthabenden Arzt verlängert die Gespräche und belastet insgesamt die Leitstellenarbeit“, bemängelt Marxgut. Seine Erfahrung aus den Feiertagswochen: „Die Dienstpläne müssen in bestimmten Phasen deutlich aufgerüstet werden.“

Besonders häufig wurde die 141 in der Weihnachtswoche angewählt. 626 Einsätze entfielen allein auf diese Tage. Schon im Vorfeld versucht der Mitarbeiter so konkret wie möglich abzuklären, was der Anrufer tatsächlich braucht. Handelt es sich um einen Notfall, werden Rettung oder Notarzt losgeschickt. Ist es weniger dringend, wird der Anrufer mit einem diensthabenden Arzt verbunden oder gebeten, am nächsten Tag die Praxis aufzusuchen.

Stufenplan zur Vermittlung

Für Siegfried Marxgut „überraschend“ zeigt die Bilanz, dass die meisten Anrufe während des Tages und nicht, wie man vermuten möchte, in der Nacht hereinkommen. „Die stärkste Zeit liegt zwischen 8 und 11 Uhr am Vormittag“, so der RFL-Leiter. Einen weiteren Anstieg der Frequenz verzeichnet die Nummer ab 15 bis ca. 23 Uhr. Danach gehen die Anrufe spürbar zurück. Bei der Vermittlung ärztlicher Hilfe wird nach einem Stufenplan vorgegangen. „Untertags sind wir bemüht, den Bereitschaftsdienst zu entlasten“, erklärt Marxgut. Das heißt, der Anrufer wird zuerst an eine offene Praxis verwiesen. Erst wenn eine solche nicht zur Verfügung steht, geht es weiter zum Bereitschaftsdienst. Scheitert auch hier eine Kontaktaufnahme, bleibt noch die Spitalsambulanz.

Gefragt am Wochenende

Als „interessant“ bezeichnet Marxgut außerdem die Tatsache, dass sich die Anrufe vorzugsweise auf Freitag, Samstag und Sonntag konzentrieren. Das erstaunt ihn deshalb, weil der ärztliche Bereitschaftsdienst am Wochenende verpflichtend ist und eigentlich unproblematisch erreichbar sein müsste. Und noch ein Detail aus der Statistik: Die meisten Anfragen kamen aus den Sprengeln Dornbirn, Feldkirch, Lusten­au und Bregenz.

Inwieweit sich die aktuellen und bereits erfolgten Kündigungen der Bereitschaftsdienste unter der Woche in Dornbirn und Feldkirch (die VN berichteten) auf die 141 auswirken, lässt sich, so Siegfried Marxgut, derzeit nicht abschätzen. Dazu müsse man die Entwicklungen der nächsten Wochen beobachten. Zur Erklärung: Der Bereitschaftsdienst während der Woche ist freiwillig und muss mit den Ärzten separat vertraglich geregelt werden. Einen Großteil der Kosten trägt das Land.

Der Anrufer wird zuerst an eine offene Praxis ver-wiesen.

Siegfried Marxgut