Trockendock für Fußach in Sicht

Für Werfterweiterung in Fußach stehen die Sterne günstig, für das MS Österreich nicht.
Fußach. Manche Projekte scheinen nur eine Frage der Zeit. Anderen läuft die Zeit davon. Dem 85 Jahre alten Fahrgastschiff Österreich etwa. Das Wort „Verschrottung“ nehmen die Besitzer Vorarlberg Lines und Illwerke VKW nicht in den Mund. Aber saniert wird auch nicht. Einfach zu teuer, winken die Verantwortlichen ab.
Das geplante Trockendock für die Fußacher Werft ist da ein anderes Kaliber. Die Pläne sind fertig. Der Baubescheid liegt seit 20. Juni 2012 vor. Und jetzt, da das Gelände der pleite gegangenen Bodan-Werft in Kressbronn endgültig als Bauland verwertet wird, steigen die Chancen für die Fußacher Baupläne wie der Wasserstand des Bodensees.
Jeden neuen Tag, da Fähren wie die 82 Meter lange „Lodi“ zwischen Meersburg und Konstanz den See durchpflügen, rückt das Datum ihrer nächsten Trockenrevision näher. Die kann aber nach der Pleite in Kressbronn niemand mehr vornehmen. Es sei denn, das Fußacher Trockendock wird gebaut.
Dass sich die Bodensee-Schifffahrtsbetriebe (BSB) mit Sitz in Konstanz doch noch in die Schweiz orientieren, können sich der Fußacher Werftleiter Heinrich Panhofer und sein Boss Werner Netzer von den Vorarlberg Lines schwer vorstellen. „Nicht bei dem Frankenkurs“, sagt Netzer. In Romanshorn haben sie jedenfalls einen Zehn-Millionen-Franken-Ausbau vorerst auf Eis gelegt. Die deutschen Fähren aber müssen im Juni 2014 zur Revision. „Der Termin kann noch auf 2015 verschoben werden“, hat Netzer sich schlau gemacht. Aber dann ist Schluss. Die hauseigene „Sonnenkönigin“ muss laut Kapitän Hans Wüstner übrigens 2018 zum ersten Mal aus dem Wasser. Auch ein Grund, den Bau des 87 Meter langen Trockendocks in Fußach allmählich in trockene Tücher zu packen.
Denn der Bau nach Plänen des Schrunser Planungsbüros von Klaus Schröcker wird 5,5 Millionen Euro kosten. Und die sollen zu einem guten Teil aus Deutschland fließen. In Konstanz geht BSB-Geschäftsführer Konrad Frommer eben in den Ruhestand. Am 1. Juli übernimmt die gebürtige Markdorferin Petra Pollini das Ruder. Dann sollen die Verhandlungen neuen Schwung erhalten.
Nicht ohne Konzept
Ganz anders beim MS Österreich. Vom Denkmalamt in Wien ist Experte Richard Wittasek extra angereist und kopfschüttelnd wieder heimgefahren: Denkmalschutz käme nur bei einem ausgefeilten Nutzungskonzept infrage. „Wer da nicht wirklich viel Geld in die Hand nimmt . . .“ Aber tut eben keiner. Werftleiter Panhofer schätzt schon eine notdürftige Sanierung auf 1,5 Millionen Euro. Die Initiative Bürgerstiftung von Peter Buschmann aber hat „nur wenige 1000 Euro“ beieinander. Ihre Petition zum Erhalt des betagten Bodenseeschiffs haben bislang rund 350 Menschen unterschrieben. So bleibt es weiter ruhig an Bord, nur der Rost verrichtet unaufhaltsam seine Arbeit.



