Rudl Bischof wird Generalvikar

Vorarlberg / 17.06.2013 • 18:28 Uhr
Der künftige Bischof Benno Elbs hat sich für Rudolf Bischof als Stellvertreter entschieden. Die Gremien befanden das gut. Foto: VN/Hartinger
Der künftige Bischof Benno Elbs hat sich für Rudolf Bischof als Stellvertreter entschieden. Die Gremien befanden das gut. Foto: VN/Hartinger

Diözesanleitung mit „Wäldar“-Anstrich – „Public Viewing“ bei der Bischofsweihe.

Feldkirch. Es rückt: Ehe er zur Bischofskonferenz nach Mariazell fuhr, trat Benno Elbs am Montagmorgen zum letzten Mal als „Diözesanadministrator“ vor die Medien. Am 30. Juni 2013 wird er diesen sperrigen Titel abstreifen wie ein fadenscheinig gewordenes Chorhemd. An diesem Tag wird der 52-jährige Priester aus Langen bei Bregenz in einer zweistündigen Liturgie zum Bischof der Diözese Feldkirch geweiht.

Auch einen Stellvertreter hat er sich erkoren. Das gab der künftige Bischof zwar nicht bekannt während der Pressekonferenz. Doch die Domspatzen pfeifen es längst von den Dächern. Neuer Generalvikar der Diözese Feldkirch wird der 71-jährige Bezauer Rudolf Bischof. Eine organisatorische Hürde ist noch zu nehmen. Bischof leitet seit 1996 die Dompfarre St. Nikolaus in Feldkirch. Die möchte er anscheinend auch behalten. Also wird er Unterstützung brauchen. Doch der Aufwand lohnt sich. Rudolf Bischof hat schon während der Sedisvakanz als Stellvertreter von Elbs gewirkt. Beide sind ein eingespieltes Team.

Fest in „Wäldarhand“

So steht also das Leitungstrio der katholischen Kirche in Vorarlberg fest: Benno Elbs als vierter Bischof von Österreichs jüngster Diözese steht neben dem als äußerst ausgleichend bekannten Rudolf Bischof der eloquente Mathematiker und Theologe Walter Schmolly als Pastoralamtsleiter zur Seite. Schmolly wuchs in Bizau auf und wohnt heute mit Familie in Alberschwende. Damit ist die Diözese fest in Bregenzerwälderhand.

Der künftige Oberhirte von rund 250.000 Vorarlberger Katholiken hat sich vergangene Woche nach Art des Jesuitenordens auf die neue Rolle vorbereitet. Elbs zog sich für sieben Tage ins Exerzitienhaus Fürstenried nach München zurück. Er hat eine Woche lang den Ritus der Bischofsweihe meditiert, gebetet und geschwiegen.

Elbs will auch künftig seinem bescheidenen Lebensstil treu bleiben. Während sein Bischofsstab mit Ausnahme der Krümme aus Eschenholz gefertigt wird, hat sich der künftige Bischof einen Ring ausgesucht, der seit Jahrzehnten daheim „in einer Schublade“ darauf gewartet hat. „Meine Eltern haben ihn mir damals zur Matura geschenkt. Das war damals so üblich.“ Aus Gold ist er und trägt einen schwarzen Stein. Der Gedanke, jemand möchte ihm diesen Ring küssen, wie das früher üblich war, bereitet Elbs sichtliches Unbehagen.

„Muss man nicht vor jedem Menschen Respekt haben, ob er nun einen Ring trägt oder nicht?“ Deshalb wünscht sich der künftige Bischof auch, dass nicht nur die Ehrengäste seine Weihe mitfeiern dürfen. 800 Menschen hat er persönlich eingeladen. Viele haben zugesagt, darunter 21 Bischöfe aus Österreich, Deutschland, der Schweiz, Liechtenstein, Italien und Rumänien.

560 Gäste finden im Dom Platz. Auf dem Vorplatz sind weitere 460 Sitzplätze und 300 wetterfeste Stehplätze geplant. Der Weihegottesdienst wird nicht nur live in Fernsehen und Radio, sondern auch auf Großleinwand ins Freie übertragen. Wer vor Ort dabei sein möchte, muss sich aber anmelden. Denn aus sicherheitstechnischen Gründen dürfen sich nicht beliebig viele Menschen auf dem Domplatz aufhalten.

Anmeldungen via Email an bischofsweihe@kath-kirche-vorarlberg.at oder T 05522 3485 – 205