Lesen schafft auch Begegnungsräume

Vorarlberg / 26.06.2013 • 19:54 Uhr
Die „Buch am Bach“ hat heute noch von 9 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. Fotos: VN/Steurer, Matt

Die „Buch am Bach“ hat heute noch von 9 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. Fotos: VN/Steurer, Matt

„Buch am Bach“ bringt Autoren und Leser zusammen. Auch Rollenwechsel sind erlaubt.

Götzis. Am Ende fragen sie Werner J. Egli Löcher in den Bauch. „Wie alt ist der Juri?“ „So etwa 16, 17“, sagt der Autor vom Buch „Der letzte Kampf des Tigers“ und fügt augenzwinkernd hinzu: „Der darf schon eine Freundin haben.“ „Wie viele Seiten hat das Buch?“ Da zuckt Egli theatralisch mit den Achseln: „Das hab ich vergessen.“ Und wofür das „J“ in seinem Namen steht, das verrät er auf gar keinen Fall.

Natürlich hebt sofort ein wildes Raten an. Aber die Kinder der Mittelschule Bergmannstraße kommen nicht drauf. Da hat’s die freie Montessori Schule Altach leichter. Die lässt der Schweizer Autor Stephan Sigg im Junker-Jonas-Schlössle ein Stockwerk tiefer eine Buchszene entwickeln. Also: Ein CD-Player ist kaputt gegangen. Was machen die beiden „Delinquenten“ nun? Einfach nix sagen? Oder einen neuen kaufen? „Sie versuchen’s zu reparieren und machen alles noch viel schlimmer.“ Im Sekundentakt gebären die Jugendlichen Lösungswege und kriegen so ein Gefühl dafür, wie eine Geschichte sich zum fertigen Buch mausern kann.

Besondere Begegnungen

Am zweiten Tag der „Buch am Bach“ stehen Begegnungen im Vordergrund. Ob das nun der pensionierte Lehrer Friedl Wolaskowitz ist, der zusammen mit Kurt Prenner in seinem Sammler-Workshop den Kindern so skurrile Geräte vorführt wie einen Massagestab aus dem 18. Jahrhundert oder einen „Handschuhdehner“. Oder der blinde Kabarettist und Musiker George Nussbaumer, der den neugierigen Schülern erklärt, wie er Fußball im Fernsehen erlebt. („Anfangs dachte ich, die Spieler würden auf der Mattscheibe stehen und müssten notgedrungen runterfallen.“) Der Nachmittag gehört dann den Mütter mit kleinen Kindern, die von angehenden Kindergartenpädagoginnen der BAKIP im Junker-Jonas-Schlössle mit sehr viel Engagement betreut werden.

Ulrike Müller und Sabine Schallert aus Mäder sehen ihren Töchtern Hannah und Katharina schmunzelnd über die Schulter. Kleine Hände formen Berge und Würste aus Knetmasse. Ganz selbstvergessen stecken die Kinder in der Arbeit. Lektüre zählt in beiden Familien zum Alltag. „Bücher zum Aufklappen und Märchen zum Vorlesen“, zählt Schallert auf und bedauert es, wenn die Märchen ihrer Kinderzeit heute verfremdet werden. Bei ihr darf der Wolf die sieben Geißlein noch verspeisen. Er gibt sie ja schließlich wieder her.

Brigitte Blümel, 62 Jahre, Waidhofen a. d. Thaya. Wir sind aus Niederösterreich gekommen, um uns das anzuschauen. Ich unterrichte an der Pädagogischen Akademie und find die „Buch am Bach“ großartig. Wir haben nichts Vergleichbares.

Brigitte Blümel, 62 Jahre, Waidhofen a. d. Thaya. Wir sind aus Niederösterreich gekommen, um uns das anzuschauen. Ich unterrichte an der Pädagogischen Akademie und find die „Buch am Bach“ großartig. Wir haben nichts Vergleichbares.

Was das ist? Ein Massagegerät aus dem 18. Jahrhundert.

Was das ist? Ein Massagegerät aus dem 18. Jahrhundert.

Die 1a der Mittelschule Lustenauer Straße hat sich unter Anleitung von Bernhard Tobias und seiner Tochter auf Steinzeitreise begeben.

Die 1a der Mittelschule Lustenauer Straße hat sich unter Anleitung von Bernhard Tobias und seiner Tochter auf Steinzeitreise begeben.

Günther Wohlgenannt, 55 Jahre, Buchhandel. Wir merken, dass deutlich mehr Kinder und Jugendliche hier sind als letztes Jahr. Drinnen an der Kassa ist die Hölle los. Wunderbar, wie die Kinder mit Begeisterung Bücher aussuchen.

Günther Wohlgenannt, 55 Jahre, Buchhandel. Wir merken, dass deutlich mehr Kinder und Jugendliche hier sind als letztes Jahr. Drinnen an der Kassa ist die Hölle los. Wunderbar, wie die Kinder mit Begeisterung Bücher aussuchen.

Selina Wimmer, 10 Jahre, VMS Grüt in Schruns. Wir sind gerade den Märchenweg abgegangen, der ist brutal schön. Um 11 Uhr haben wir eine Lesung. Welcher Autor das ist? Weiß ich leider nicht. Aber es soll ein cooler Krimi sein.

Selina Wimmer, 10 Jahre, VMS Grüt in Schruns. Wir sind gerade den Märchenweg abgegangen, der ist brutal schön. Um 11 Uhr haben wir eine Lesung. Welcher Autor das ist? Weiß ich leider nicht. Aber es soll ein cooler Krimi sein.

Nadine Schwendinger, 13 Jahre, VMS Bergmannstraße. Ich bin als Messeguide für die Sachbücher im Einsatz. Die Buchmesse ist so eine lässige Idee, einfach brutal gut, dass man Kinder zum Lesen bringt. Manche sitzen nur vor dem Computer.

Nadine Schwendinger, 13 Jahre, VMS Bergmannstraße. Ich bin als Messeguide für die Sachbücher im Einsatz. Die Buchmesse ist so eine lässige Idee, einfach brutal gut, dass man Kinder zum Lesen bringt. Manche sitzen nur vor dem Computer.

Adrian Glaessgen, 16 Jahre, VMS Feldkirch-Levis. Ich komm grad von einer Lesung der Frau Gabathuler. Das Buch hat „Matchboxboy“ geheißen. Ich selber lese nicht grad so viel, am ehesten noch Fantasybücher, Percy Jackson zum Beispiel.

Adrian Glaessgen, 16 Jahre, VMS Feldkirch-Levis. Ich komm grad von einer Lesung der Frau Gabathuler. Das Buch hat „Matchboxboy“ geheißen. Ich selber lese nicht grad so viel, am ehesten noch Fantasybücher, Percy Jackson zum Beispiel.

Götzner Kindergarten zu Besuch bei den Bibliothekarinnen aus Altach.

Götzner Kindergarten zu Besuch bei den Bibliothekarinnen aus Altach.

Christine Sonderegger, 42 Jahre, Begleitperson VS Röthis. Es ist quirlig hier. Ich hab gehört, letztes Jahr war weniger los. Eigentlich bin ich ohne Erwartungen hergekommen. Aber jetzt gefällt es mir sehr. Unsere Kinder stehen schon an der Kassa an.

Christine Sonderegger, 42 Jahre, Begleitperson VS Röthis. Es ist quirlig hier. Ich hab gehört, letztes Jahr war weniger los. Eigentlich bin ich ohne Erwartungen hergekommen. Aber jetzt gefällt es mir sehr. Unsere Kinder stehen schon an der Kassa an.

Der Nachmittag gehörte den Kleinsten. BAKIP-Studentinnen betreuten sie mit vollem Einsatz. Auch Dir. Gerhard Frontull schaute vorbei.

Der Nachmittag gehörte den Kleinsten. BAKIP-Studentinnen betreuten sie mit vollem Einsatz. Auch Dir. Gerhard Frontull schaute vorbei.

Die „Buch am Bach“ endet mit dem Theaterabend „Mein letzter Tag“, heute um 19.30 Uhr, Kulturbühne Ambach. Der Eintritt ist frei.