Festspielstadt Bregenz steckt voller Geschichten

Die Landeshauptstadt bietet auch abseits gängiger Sehenswürdigkeiten Bemerkenswertes.
Bregenz. Die Dinge sind nicht immer, was sie scheinen. Erst ihre Herkunft macht sie oft bemerkenswert. Das gilt auch für Bregenz, das sich zur Festspielzeit fesch herausgeputzt hat. Spannender als die glänzenden Fassaden lesen sich die Geschichten dahinter. Das weiß keiner besser als Stadtarchivar Thomas Klagian.
So kündigt die meteorologische Säule in den Seeanlagen nicht nur Sturmfronten an, die bald übers Wasser fegen werden. Sie erzählt auch ganz nebenbei, dass die Welt zum Ende des 19. Jahrhunderts nach anderen Bezugspunkten vermessen wurde. Oder der Musikpavillon, der sich seit Jahren schon im Frühsommer zur Beachbar mausert: Der ist eigentlich ein Relikt jener Jahre, in denen den Bregenzern schmerzlich bewusst wurde, dass sie ihren Anteil am See der Zugverbindung quasi geopfert hatten.
Von Lochau herein führt eine Straße, deren erste Trasse kein Geringerer als Alois Negrelli in Szene gesetzt hat. Am Fischersteg, der heute zu Sonnenuntergang mit Sommerspritzer einlädt, nahm in den 1920-Jahren ein Wasserflugzeug Passagiere auf.
Die Stadtpfarrkirche St. Gallus verrät trotz schlichter Fassade im Inneren die Handschrift des Barockbaumeisters Franz Anton Beer. Gelebt hat der übrigens im Kornmesser, wo sich nach dem Spaziergang vorzüglich rasten lässt.







