Ärzteruf 141 wird ausgebaut

Positive Bilanz nach dem ersten Betriebsjahr. Rund 15.000 Anfragen beantwortet.
Feldkirch. Ein Jahr nach dem Start der „Ärztebereitschaft 141“ fällt die Bilanz bei den Verantwortlichen durchwegs positiv aus. Immerhin wurden in dieser Zeit rund 15.000 Anfragen nach aktuell diensthabenden niedergelassenen Medizinern telefonisch beantwortet. Dieser Wert liegt laut Siegfried Marxgut, dem Leiter der Rettungs- und Feuerwehrleitstelle (RFL) in Feldkirch, im erwarteten Bereich. Auch Gesundheitslandesrat Dr. Christian Bernhard zeigt sich mit der Akzeptanz durch die Bevölkerung zufrieden. Und er kündigt an: „Das war erst der Beginn.“ Denn das Angebot soll ausgebaut werden und dann zusätzlich eine Beratung sowie Weiterleitung von Patienten beinhalten.
Bessere Datenqualität
Dabei erwies sich die Einrichtung der „141“ anfangs als schwere Geburt. Vor allem die Bereitschaft der niedergelassenen Ärzte, ihre Dienste entsprechend zu melden, ließ zu wünschen übrig. Mehr als einmal beklagte Siegfried Marxgut die nur „unzureichende Datenqualität“ besonders zu den Urlaubszeiten. „Inzwischen ist die Belieferung aber deutlich besser geworden“, bestätigt er. Ob die Entwicklung tatsächlich hält, was sie verspricht, wird sich an den kommenden Feiertagen weisen. Die Ärztekammer hat die Kollegenschaft jedenfalls explizit noch einmal daran erinnert, Öffnungszeiten bzw. Urlaubsvertretungen rechtzeitig und umfassend an die RFL zu melden.
Dass Beschwerden oder Kritik von Anruferseite bislang ausgeblieben sind, betrachtet der RFL-Leiter ebenfalls als Zeichen für das gute Funktionieren dieser Form des Ärzterufs. Und das, obwohl es zuweilen hektisch zugehen kann. Pro Woche fragen etwa 250 Personen nach dem für sie zuständigen ärztlichen Bereitschaftsdienst. An Samstagen und Sonntagen geben die Mitarbeiter durchschnittlich jeweils an die 50 Auskünfte. „Die Zahl kann jedoch, vorzugsweise an Feiertagen, schlagartig bis zum Doppelten und Dreifachen ansteigen“, erzählt Marxgut. Wobei ein Gespräch etwa 1:20 Minuten dauert.
Wenige Anrufe in der Nacht
Die mit Abstand stärksten Tage sind Freitag, Samstag und Sonntag, was sich bereits am Freitagnachmittag ankündigt. Zwischen 13 und 19 Uhr ist der Ärzteruf „141“ besonders häufig nachgefragt. Weiter geht es am Samstagvormittag, wo zwischen 9 und 10 Uhr das Drei- bis Vierfache von dem los ist, was an Wochentagen abläuft. Der Sonntag nimmt sich der Statistik zufolge dann wieder etwas ruhiger aus. Relativ wenige Anrufe erreichen die „141“ in der Nacht. Was auch Siegfried Marxgut einigermaßen überrascht. Nach 22 Uhr würde es nur noch vereinzelt Anfragen geben.
Personelle Aufstockung
Der Betrieb der zusätzlichen Rufnummer verlangte der RFL allerdings auch eine personelle Aufstockung sowie punktuelle Umstrukturierungen im Dienstplan ab. Zu den Stoßzeiten ist jetzt ein Mitarbeiter mehr im Einsatz. „Es soll nichts zulasten der Notfälle gehen“, begründet Marxgut. So läuft die Rettungs- und Feuerwehrleitstelle im Winterbetrieb mit sieben Personen. Selbst in der Nacht sind teilweise zwei Mitarbeiter im Einsatz.
Derzeit befasst sich eine Arbeitsgruppe intensiv mit der von LR Dr. Christian Bernhard geplanten Ausweitung in Richtung Beratung und Leitung von Patienten. Er hofft auf eine Umsetzung schon im ersten Halbjahr 2014. Der jetzige Kostenbedarf für die Ärztebereitschaft beläuft sich auf rund 100.000 Euro. Damit decken Landesgesundheitsfonds und Sozialversicherungen im Verhältnis 60:40 vornehmlich die Personalkosten ab.
Inzwischen ist die Belieferung deutlich besser geworden.
Siegfried Marxgut