Frohe Botschaft in prächtigen Buchmalereien

St. Galler Prachthandschrift erzählt die Geschichte Jesu in handgemalten Bildern.
St. Gallen. (VN-tm) Die schönste Handschrift der Schweiz aus dem 16. Jahrhundert wird in der Stiftsbibliothek der berühmten Benediktinerabtei St. Gallen aufbewahrt. Das Pontifikal-Messbuch gehörte dem St. Galler Abt Diethelm Blarer (1530 bis 1564). Er hat es auch in Auftrag gegeben. Geschrieben hat es Subprior Heinrich Keller, der Buchmaler dagegen blieb ungenannt.
Die prächtig gestaltete Weihnachtsszene umrahmt einen Text aus dem Alten Testament: „Puer natus est nobis . . .“, steht im Buch Jesaja zu lesen: „Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns geschenkt. Die Herrschaft liegt auf seiner Schulter; man nennt ihn: Wunderbarer Ratgeber, Starker Gott, Vater in Ewigkeit, Fürst des Friedens.“ So lautet die erste Lesung in den Gottesdiensten der Heiligen Nacht rund um den Erdball.
Friedensbild für Kriegsgeplagte
In diesem Buch Jesaja kommen mehrere Propheten zu Wort. Der erste lebt im 8. Jahrhundert vor Christus. Er stammt aus Jerusalem, sehr wahrscheinlich aus einer vornehmen, adeligen Familie. Seine prophetische Tätigkeit fällt in eine der schwierigsten Phasen Israels. Der mächtige Staat Assur im Zweistromland bedroht Palästina. Verschiedene Kleinstaaten Palästinas versuchen, sich dem assyrischen Joch zu entziehen und schließen miteinander und mit Ägypten Bündnisse. Vergebens: Samaria, die Hauptstadt Israels, fällt 722 v. Chr. Die Oberschicht der Bevölkerung wird deportiert, und Fremde werden angesiedelt. Das Nordreich hört auf, ein selbstständiger Staat zu sein. Auch im Südreich tobt bald der Krieg. Mitten in diese Zeit der Verwüstungen und des Leids verkündet Jesaja seine Verheißung eines umfassenden Friedens: „Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns geschenkt.“ ##Thomas Matt##