Frau Favorit für HTL-Direktion

24.03.2014 • 19:09 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die HTL in Bregenz könnte mit Claudia Vögel bald eine Frau als Direktorin bekommen.  Fotos: VN/Uher
Die HTL in Bregenz könnte mit Claudia Vögel bald eine Frau als Direktorin bekommen. Fotos: VN/Uher

Betriebswirtin Claudia Vögel (50) überzeugte bei Hearing. Entscheidung bald.

Bregenz. Die Höhere Technische Lehranstalt Bregenz ist seit über eineinhalb Jahren ohne Direktor. Damit soll es nun bald vorbei sein. Bereits am kommenden Donnerstag tagt das Kollegium des Landesschulrates und wird einen Dreiervorschlag erstellen. Schon jetzt gilt als wahrscheinlich: An der Spitze dieses Dreier-Vorschlages steht eine Frau: MMag. Claudia Vögel, derzeit als Lehrerin für kaufmännische Fächer an der HAK in Bregenz tätig und darüber hinaus an der Pädagogischen Hochschule Vorarlberg am Projekt Zentralmatura für BMHS-Schulen beteiligt, ist die große Favoritin. Sie konnte beim Hearing an der Bregenzer HTL die dort tätigen Pädagogen am stärksten überzeugen. Beworben haben sich für den Posten insgesamt vier Kandidaten. Die drei anderen Bewerber sind Lehrer an der HTL.

Dreiervorschlag

Die Leiterin der Amtsdirektion beim Landesschulrat für Vorarlberg, Evelyn Marte-Stefani (52), bestätigte gegenüber den VN, dass das Verfahren zur Bestellung eines neuen Direktors an der HTL Bregenz in vollem Gange ist. „Am Donnerstag wird der gereihte Dreiervorschlag vom Kollegium bestimmt und bekannt gegeben.“ Die Favoritenrolle von Vögel wollte und konnte Marte-Stefani nicht bestätigen. „Das unterliegt der Amtsverschwiegenheit.“ Doch dass Vögel erstgereiht wird, gilt allgemein als sicher. Und dass der Vorschlag im Wiener Bildungsministerium auf Zustimmung treffen würde, ebenfalls. „Wir wären sehr froh, wenn die Entscheidung über den Direktorsposten an der HTL Bregenz noch vor Beginn der Schulferien fallen würde. Das wäre für die Planung sehr wichtig. Ehrlich gesagt rechne ich auch damit“, so Marte-Stefani.

Berzlers Rücktritt

Die Causa Direktor an der Bregenzer Traditionsschule hat eine nicht unproblematische Vorgeschichte. Ende Juli 2012, mitten in den Sommerferien, gab der damalige Schulleiter Gunter Berzler (60) seinen Rücktritt bekannt. Berzler sah sich damals in „einem Korsett“. Er fühle sich „eingeklemmt zwischen den Vorgaben von oben und den Erwartungen der Lehrer“, teilte er den VN mit. Der konkrete Grund für Berzlers Rücktritt: Durch Sparmaßnahmen sah sich der Direktor gezwungen, die Zahl der Schüler in diversen Werkstatt-Gruppen zu erhöhen. Diese Maßnahme traf auf massiven Widerstand einiger Lehrer. Weil sich Berzler zudem vom Landesschulrat und der Politik im Stich gelassen fühlte, entschloss er sich zur Aufgabe seines Amtes. Interimsmäßig übernahm der Elektrotechniker Johannes Mühlbacher (55) die Schulleiterposition. Ursprünglich beabsichtigte der Montafoner auch, in die Fußstapfen Berzlers als Direktor zu treten. „Doch ich merkte dann einfach, dass das nicht meine Bestimmung war. Ich wollte wieder in meinem Bereich Elektrotechnik tätig sein und mich dort Herausforderungen stellen“, sagt Mühlbacher, der die Schulleitung provisorisch immer noch inne­hat, heute. Auf eine erste Ausschreibung für die Direktorsstelle vor gut einem Jahr meldeten sich schließlich nur zwei Bewerber. Daraufhin setzte das Kollegium per Mehrheitsentscheidung die Ausschreibung aus. „Nach den turbulenten Vorgängen an der Schule wollte man offensichtlich kein Risiko eingehen“, analysiert Mühlbacher die damalige Situation.

Dreifache Mutter

„Ich würde diese Aufgabe sehr gerne übernehmen“, bestätigte Claudia Vögel (50) gegenüber den VN ihr Interesse am Job. Es habe sie sehr gefreut, dass sie beim Hearing an der Schule offensichtlich überzeugen konnte. „Die Akzeptanz dort ist am wichtigsten“. Ihr gefalle die technische Ausrichtung der Schule, weil sie sich immer schon für Technik interessiert habe. Claudia Vögel, die einen Magistertitel in Wirtschaftspädagogik und einen in Internationaler Betriebswirtschaft trägt, ist dreifache Mutter und zweifache Großmutter.