Wunderhübsche Palmbuschen

Vorarlberg / 09.04.2014 • 20:10 Uhr
Lucia hat ihr Körble fertig. Caroline Zlimnig von der Jungschar war behilflich. Fotos: VN/Steurer
Lucia hat ihr Körble fertig. Caroline Zlimnig von der Jungschar war behilflich. Fotos: VN/Steurer

Am Palmsonntag sind Familiengottesdienste gut besucht. Da stehen Kinder im Mittelpunkt.

Bregenz. Vergnüglich schaut Cristina Santana Garcia ihrer fünfjährigen Tochter über die Schulter. Lucia hat gerade ein kleines „Osterkörble“ gebastelt und in großen Lettern beschriftet. Damit nur ja keine Verwechslung den Ostersonntag trüben möge. Klar vermisst ihre Mutter die üppigen Prozessionen der Karwoche in ihrer Heimat Gran Canaria. Aber das gemeinsame Basteln mit Kindern wie hier in der Bregenzer Pfarre Mariahilf, das gefällt ihr sehr.

Es ist durchaus ein „Vollprogramm“, das Claudia Teichtmeister mit ihren Jungschärlern da auf die Beine gestellt hat. Palmbuschen werden gebunden und Osternestle vorbereitet. Hier heftet der Zivildiener Sebastian Smodics Äste zu Kreuzen zusammen, dort kleidet Anika (8) ihr Kreuz in rotes Krepppapier. Livia (8) hat ein lachendes Ei aus Filz daran befestigt. Palmzweige, Buchsbaum und Wacholder fügen sich unter kundigen Händen. Und der achtjährige Markus Reis weiß auch schon, was er am Sonntag nach der Prozession mit seinem Palmbuschen tun wird: „Damit“, sagt er mit stolzgeschwellter Brust, „damit schmücke ich mein Zimmer.“ 36 Kinder sind mit ihren Müttern gekommen, um für Palmsonntag und das Osterfest zu basteln. Petra Kripler hat ihre Söhne Nikolai (7) und Dominik (4) mitgebracht. „Nikolai hat heuer Erstkommunion“, sie selber hat sich als Tischmutter bereit erklärt. Mit den Kindern wuchs auch ihre Beziehung zur Kirche wieder. Selbst wenn ihre Arbeit als Verkäuferin in einem Supermarkt manchmal mit dem Sonntagsgottesdienst kollidiert. So ist das eben heute.

Wie vor 2000 Jahren

Vor 2000 Jahren hatten sicher auch nicht alle Zeit. Aber an diesem ersten Palmsonntag, da war wohl die ganze Stadt Jerusalem auf den Beinen. Der Evangelist Matthäus beschreibt, wie die Jünger Jesus eine Eselin brachten und ihn daraufsetzten. „Sehr viele aus der Volksmenge aber breiteten ihre Kleider auf den Weg, andere hieben Zweige von den Bäumen und streuten sie auf den Weg“, schreibt Matthäus begeistert. Nur wenige Pfarrgemeinden feiern den Palmsonntag heute noch mit einem echten Esel. Dornbirn Haselstauden zum Beispiel, da schöpft Pfarrer Christian Stranz sozusagen aus dem Vollen. In Bregenz Mariahilf dagegen versammeln sich die Kinder um 9 und 11 Uhr auf dem Vorplatz. Dort segnet Pfarrer Edwin Matt die Palmbuschen, dann ziehen alle in feierlicher Prozession um die Kirche.

Niklas (9) betreut sein Schwesterchen Paula (15 Monate).
Niklas (9) betreut sein Schwesterchen Paula (15 Monate).
Noch ein Schnitt, und Markus (8) hat seinen Palmbuschen fertig. Emma Jekatharina (9) hält das Vorbild in Händen.
Noch ein Schnitt, und Markus (8) hat seinen Palmbuschen fertig. Emma Jekatharina (9) hält das Vorbild in Händen.
Juliana (8) und Marlene (9) bringen die schönsten Osterhasen zu Papier.
Juliana (8) und Marlene (9) bringen die schönsten Osterhasen zu Papier.
asdf asdf Foto: ???
asdf asdf Foto: ???
asdf asdf Foto: ???
asdf asdf Foto: ???

Stichwort. Palmsonntag

Am Sonntag vor Ostern erinnert sich die Kirche an den Einzug Jesu in Jerusalem. Die Menschen empfingen den Prediger aus Galiläa begeistert mit Palmzweigen. Er kam auf einem Esel geritten. Sie jubelten ihm zu wie einem Befreier. Die Palmbuschen, die dieser Tage allerorten gebunden und am Palmsonntag in den Gottesdiensten geweiht werden, erzählen davon.