Eine Ziegen-Krankheit bedroht ganze Bestände

Vorarlberg / 13.11.2014 • 19:03 Uhr
Eine Ziegen-Krankheit bedroht ganze Bestände

Pseudotuberkulose hält Ziegenzüchter in Atem. Alleine im Bregenzerwald wurden über 80 Tiere getötet.

Schwarzach. (VN-mig) Vorarlbergs Ziegenzüchter sorgen sich um das Wohl ihrer Tiere. Die Pseudotuberkulose bedroht ganze Bestände. Infizierte Tiere müssen umgehend getötet werden. Zuletzt traf es einen Zuchtbetrieb im Bregenzerwald. „Bei uns war ein Großteil der Tiere erkrankt“, so der Landwirt gegenüber den VN. Tierärzte hätten ihm schließlich dazu geraten, den ganzen Bestand auszumerzen. Die 80 Tiere wurden vor gut drei Wochen noch auf der Alpe getötet. Schlaflose Nächte seien der Entscheidung vorausgegangen. „Wir mussten so handeln. Jetzt wissen wir nicht, wie es weitergehen kann.“

„Praktisch ohne Einnahmen“

Für einen Teil der Tiere wird es voraussichtlich eine Entschädigung aus dem Seuchenfonds des Landes geben. Auf dem größten Teil des Schadens wird der Landwirt aber sitzen bleiben. „Wir stehen derzeit praktisch ohne Einnahmen da.“

Die aktuellen Erkrankungen der Ziegen im Bregenzerwald sind längst keine Einzelfälle. Immer wieder tritt Pseudotuberkulose im Land auf. „Es ist ein altbekanntes Problem“, sagt Christoph Vonblon, Geschäftsführer des Ziegenzuchtverbandes, im Gespräch mit den VN. Sobald die Ziegen erkranken, müsse rasch gehandelt und die Tiere ausgemerzt werden. Schon im Vorjahr sei ein ganzer Bestand von einer solchen Maßnahme betroffen gewesen.

„Keine Tierseuche“

Im Gegensatz zur zuletzt intensiv diskutierten und im Land vereinzelt verbreiteten Rinder-Tuberkulose ist die Pseudotuberkulose bei Ziegen und Schafen keine Tierseuche. Darauf macht Landesveterinär Norbert Greber im VN-Gespräch aufmerksam. Es handle sich um eine normale, also keine seuchenartige Erkrankung. „Aber auch eine normale Krankheit kann von Tier zu Tier ansteckend sein.“ Die Mittel aus dem Seuchenfonds sollen die Züchter motivieren, frühzeitig zu handeln und dadurch das Ansteckungsrisiko zu verringern.

Die Namensgebung Pseudotuberkulose

kommt von den TBC-ähnlichen Krankheitssymptomen. So entstehen bei den betroffenen Ziegen Abszesse der äußeren und inneren Lymphknoten.

Neustart mit gesunden Tieren

Der Zuchtbetrieb im Bregenzerwald will weitermachen. Mit einem kleinen Bestand neuer und garantiert gesunder Tiere. Aber die seien gar nicht so leicht zu finden, so der Landwirt.

Stichwort

Pseudotuberkulose. Pseudotuberkulose wird durch „Corynebacterium pseudotuberculosis“ verursacht und es entstehen Abszesse der äußeren und inneren Lymphkoten bei Ziegen und Schafen. Es ist keine Tierseuche.