,,Bruchen mir des?“
Irgendwann sind die Kinder aus dem Haus. Ein Augenblick unsäglicher Freiheit. All die Jahre hat man gedarbt, aber jetzt, ja, jetzt … ! Dann geht man einkaufen und legt so wenig aufs Förderband, dass die Kassiererin erstaunt die Augenbrauen hebt. Das Vorpensionistendasein beginnt mit einem halbleeren Kühlschrank und der künftig über allem schwebenden Frage: „Bruchen mir des?“ Nein, „des bruchen“ wir nicht. Wird eh nur kaputt.
Da kommt man dann schon auf sonderbare Gedanken. Etwa Weihnachten betreffend. Die neue Lebensfrage lässt sich ja prima auf Christbaum und Krippe ausweiten. „Bruchen mir des?“ Kekse machen eh nur dick. Auch das weihnachtliche Abendessen ließe sich mal variieren. Aber da tritt der vereinigte Studentenchor auf den Plan. Wütend und mit äußerster Bestimmtheit.
Tochter und Sohn, die sich in ihrem profanen Leben mit Auslandssemestern und Prüfungen herumschlagen, die es sich in Fremdsprachen und an der Seite erster Partner eingerichtet haben, können die Empörung kaum in Worte kleiden. Der Christbaum hat gefälligst da und groß zu sein. Die Krippe? Unverzichtbar. Wie? Mutter spielt mit dem Gedanken, keine Kekse mehr zu backen? Blanke Panik! Und dass an Weihnachten exakt das Gleiche gegessen wird wie jedes Jahr, steht völlig außer Diskussion. Kurzum: An Weihnachten wird nicht herumgefummelt. Dass das klar ist! Man hört’s und staunt und schmunzelt.
Da blieb doch mehr hängen, als man gedacht hat.
thomas@matt.vol.at
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